Schwäbisch Gmünd, 2017

Friedrich Hechelmann. Geflügelte Wesen – Bronzen, Gemälde, Zeichnungen

29. Oktober 2017 – 4. Februar 2018

Schwäbisch Gmünd, 2017

Friedrich Hechelmann, Epiphanias, 2015, Bronze, 14 x 25 x 32 cm. Foto: Nomi Baumgartl

Schwäbisch Gmünd, 2017

Friedrich Hechelmann, Entrückter Engel, 2015, Bronze. Foto: Nomi Baumgartl

Schwäbisch Gmünd, 2017

Friedrich Hechelmann, Studie zu einem versehrten Engel, 2015, Bronze, 36 x 32 x 34 cm. Foto: Nomi Baumgartl.

Schwäbisch Gmünd, 2017

Friedrich Hechelmann, Die Rückkehr der Engel / Rast, 2008/2009, Wasserfarben auf Malgrund, 54 x 41,5 cm. Foto: Kunsthalle im Schloss Isny.

Schwäbisch Gmünd, 2017

Friedrich Hechelmann, Vision de Engel (Bibel), 2004-2006, Wasserfarben auf Malgrund, 152 x 103 cm. Foto: Kunsthalle im Schloss Isny.

Schwäbisch Gmünd, 2017

Friedrich Hechelmann, Engel – Skizze II, 2009, Tusche, laviert. Foto: Kunsthalle im Schloss Isny.

Friedrich Hechelmann ist für seine zahlreichen preisgekrönten Buchillustrationen sowie seine visionären Bilder zu den Themen Natur und Wasser international bekannt und berühmt. Immer hat sich der Künstler aber auch mit der Bildhauerei auseinandergesetzt, insbesondere mit der antiken Skulptur. Nach der Illustration von Shakespeares Märchenspiel „Ein Sommernachtstraum“ 2014 realisierte er einen langgehegten Wunsch: ein Jahr lang arbeitete er ausschließlich an der Entstehung von Bronzen. In der Folge entstanden 15 geheimnisvolle Wesen aus der Mythen- und Fabelwelt – filigrane Schönheiten aus anderen Sphären, entrückt von dieser Welt. Dreizehn dieser neu entstandenen Bronzefiguren sind Ausgangspunkt der Ausstellung, die vom 29. Oktober 2017 bis 4. Februar 2018 im Museum im Prediger Schwäbisch Gmünd zu sehen ist. Zusammen mit 23 ausgewählten Aquarellen und Zeichnungen wird erstmals die Intensität und Breite erfahrbar, mit der Friedrich Hechelmann das Thema „Geflügelte Wesen“ in seinem Werk durchdringt.

Zur Ausstellung
Die ausgestellten dreizehn Bronzeplastiken Friedrich Hechelmanns gehen auf intensive kunstgeschichtliche Auseinandersetzung des Künstlers mit der Antike zurück. Hechelmann ist ein Bewunderer der hellenistischen Skulptur. Er besitzt selbst eine hellenistische Skulpturensammlung, die in der Kunsthalle im Schloss in Isny zu sehen ist. Aus der theoretischen Beschäftigung entstand der Wunsch, über einen längeren Zeitraum intensiv plastisch zu arbeiten. Das Ergebnis der Arbeit waren 15 kraftvolle und zugleich in sich versunkene Aktfiguren, die Hechelmann zwischen 2014 und 2015 realisierte. Sie zeigen sich mal als Engel oder bukolischer Faun, mal als Satyr auf einem Riesenschneck oder als Lichtträger in Form eines Zentauren. Die entstandenen Bronzen basieren bewusst auf der abendländischen Kultur und führen diese Tradition fort: das himmlische wie das mythologische Wesen trifft in seiner Überhöhung auf die ganz diesseitige Körperlichkeit. Aus diesem Zusammenspiel bezog die Kunst der Antike ihren Reiz und befruchtet seit Jahrhunderten die europäische Kunst.
Neben den Bronzen versammelt die Ausstellung dreizehn ausgewählte farbenprächtige Aquarelle mit Engelbildern, die in den Jahren 2008/2009 für das gemeinsame Buchprojekt mit Michaela Albrecht „Die Rückkehr der Engel“ (2010) entstanden. Zu Gedichten und Texten unter anderem von Augustinus von Hippo, Friedrich Hebbel, Friedrich Hölderlin, Rainer Maria Rilke und Khalil Gibran tanzen, träumen, spielen und posieren Hechelmanns geflügelte Wesen in imaginären, in unwirklichem Grün und Blau gehaltenen Landschaften – einer Welt der Phantasie und schöpferischen Kühnheit. Komplettiert wird die Präsentation durch einige Skizzenblätter, die als Tuschezeichnungen zu dem Buchprojekt entstanden, sowie durch Engeldarstellungen aus Hechelmanns Bilderzyklus zur Illustration der Bibel. Mit seinen Bildern von Engeln greift Friedrich Hechelmann nicht zuletzt ein Thema auf, das in der Kunst durch alle Zeiten hinweg zu den beliebtesten Motiven zählt und seit Jahrhunderten die Vorstellungskraft der Menschen beflügelt.

Biografie
Friedrich Hechelmann wurde 1948 in Isny im Allgäu geboren. Nach dem Besuch der Höheren Graphischen Bundes-, Lehr- und Versuchsanstalt in Wien (1965-1969) studierte er dort an der Akademie der Bildenden Künste (1969-1972) und war Meisterschüler bei Rudolf Hausner. Hausners phantastischer Realismus der Wiener Schule bot Friedrich Hechelmann einen künstlerischen Ausgangspunkt, wenngleich er rasch seinen völlig eigenen Weg fand. Schon in seiner Zeit an der Wiener Akademie faszinieren Hechelmann Malerei und Illustration gleichermaßen.
Bereits 1972 illustriert Hechelmann mit Wilhelm Hauffs „Zwerg Nase“ erfolgreich sein erstes Märchenbuch. Zahlreiche, teils mehrfach preisgekrönte Buchillustrationen mit hohen Auflagen im In- und Ausland folgen und lassen das Renommee des Künstlers stetig anwachsen.

Eröffnung
Sonntag, 29. Oktober 2017, um 11 Uhr
Es sprechen:
Richard Arnold, Oberbürgermeister
Christine Freudig, Germanistin, Ravensburg
Dr. Monika Boosen, Museum im Prediger
Es musiziert:
Magdalena Walesch Harfe
Deborah Henson-Conant (*1953): Nataliana
Gabriel Pierné (1863-1937): Impromptu Caprice, op. 9

Eintritt
4,50 Euro / 3,50 Euro / Kinder und Jugendliche (bis 18) sowie Inhaber Museums-Pass-Musées frei.

Öffnungszeiten
Di, Mi, Fr 14 -17 Uhr, Do 14 -19 Uhr, Sa, So, Feiertage 11-17 Uhr. Montags geschlossen, ebenso Heiligabend, Silvester und Neujahr.

Führungen
Öffentliche (ohne Voranmeldung):
Sonntag, 12.11., 3.12.2017, 14.1.2018, 4.2. (Finissage), jeweils 15 Uhr
Für Mitglieder und Freunde des Gmünder Museumsvereins:
Dienstag, 7.11.2017, 19 Uhr
Führungen für Gruppen und Schulklassen:
nach Voranmeldung, Telefon 07171 603-4130

Für Kinder und Jugendliche
JKS@Museum – Dein Kinderkunstwerk des Monats:
Samstag, 25.11.2017 und 27.1.2018,
je 11.15-13.15 Uhr, 8-14 Jahre
Treffpunkt: 10.50 Uhr Jugendkunstschule im Kepplerhaus, Münsterplatz 19.
Information / Anmeldung: Gmünder VHS, Telefon 07171 92515-0.
Weitere Angebote: www.museum-galerie-fabrik.de, Stichwort »Museumsfüchse«

Information
Museum und Galerie im Prediger
Johannisplatz 3, 73525 Schwäbisch Gmünd
Telefon 07171 603-4130
www.museum-galerie-fabrik.de

  Flyer zur Ausstellung zum Herunterladen  (PDF-Datei, 0,71MB)
 

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