Schwäbisch Gmünd, 2017

Josef Eduard Wagenblast. Stadt – Land – See

23. Juli – 24. September 2017

Schwäbisch Gmünd, 2017

Josef Eduard Wagenblast, Bodensee, 1992, Öl auf Leinwand

Schwäbisch Gmünd, 2017

Josef Eduard Wagenblast, Hörilandschaft, 1974, Öl auf Leinwand, 67 x 77 cm

Schwäbisch Gmünd, 2017

Josef Eduard Wagenblast, Glockenturm des Münsters mit Löwenbrunnen, 1971, Feder, 50 x 32 cm

Schwäbisch Gmünd, 2017

Josef Eduard Wagenblast, Schwäbisch Gmünd – Blick vom Königsturm, 1991 / 92, Federzeichnung

Schwäbisch Gmünd, 2017

Josef Eduard Wagenblast, Lago Maggiore, undatiert, Öl auf Spanplatte

Schwäbisch Gmünd, 2017

Josef Eduard Wagenblast, Persien, undatiert, Aquarell auf Sackleinen

„Landschaftliche Augenfeste“ nannte der Kunsthistoriker Hermann Baumhauer einmal die Bilder von Josef Eduard Wagenblast, mit dessen Tod im Jahr 2005 seine Geburtsstadt Schwäbisch Gmünd eine prominente Künstlerpersönlichkeit verlor. Jetzt widmet das Museum im Prediger den „landschaftlichen Augenfesten“ des Malers, Grafikers und Zeichners eine große Übersichtsausstellung: Unter dem Titel „Stadt – Land – See“ sind vom 23. Juli bis 24. September rund 60 ausgewählte Gemälde, Aquarelle, Zeichnungen und Druckgrafiken aus dem Nachlass des Künstlers zu sehen. Die gezeigten Arbeiten vergegenwärtigen 45 Jahre künstlerisches Schaffen und geben damit einen repräsentativen Überblick über das Werk von Josef Eduard Wagenblast.

Eröffnung
Die Ausstellung wird am Sonntag, 23. Juli, um 11 Uhr im Festsaal des Prediger durch Bürgermeister Dr. Joachim Bläse eröffnet. Zum Werk des Künstlers spricht Museumsleiterin Dr. Monika Boosen. Musikalisch umrahmt wird die Eröffnung durch Frank Grossmann (Cello) und Jürgen Schenk (Gitarre), die Stücke von Friedrich Burgmüller (1806-1874) und Enrique Granados (1867-1916) spielen.

Zwei wichtige Topgrafien: Schwäbisch Gmünd und Bodensee
Die Kunst von Josef Eduard Wagenblast, das umkreist schlagwortartig der Titel der Ausstellung, ist wesentlich geprägt von zwei Topografien: von der Stadtlandschaft Schwäbisch Gmünds und von der Naturlandschaft des Bodensees. Während die Heimatstadt vornehmlich den Zeichner inspirierte, reizte der Bodensee den Maler. Dieses Spektrum wird erweitert durch die Impressionen von zahlreichen Reisen, die der Künstler immer wieder unternommen hat, darunter Aufenthalte in Griechenland, Frankreich, Italien, Japan, Persien (Iran) und der Türkei. In seiner bildnerischen Arbeit bediente sich Wagenblast vielfältiger Techniken: zur Malerei in Öl und Aquarell gehörten Zeichnungen in Bleistift, Feder und Tusche ebenso wie unterschiedliche Drucktechniken. Beides, Motiv- und Ausdrucksvielfalt, gibt die Ausstellung in ausgewählten Arbeiten eindrücklich wieder.

Bildnerische Äquivalente zur Natur
„Vor der Natur arbeiten und von der Natur abstrahieren“ – das war, nach eigenem Bekunden, für Josef Eduard Wagenblast zeitlebens die Richtschnur seiner künstlerischen Arbeit. Dahinter steht das Anliegen, Naturwirklichkeit und autonome Bildgestalt so in Übereinstimmung zu bringen, dass das Wesen der Natur mit ihren Strukturen und Ordnungen trotz Abstraktion der Bildelemente nachvollziehbar bleibt. Dementsprechend siedeln die Bildkompositionen Josef Eduard Wagenblasts an der Nahtstelle zwischen gegenständlicher und gegenstandsloser Malerei. Ausgangspunkt seiner Malerei war stets die phänomenale Wirklichkeit, die er in gestisch-farbige Empfindungen und prozesshafte, formoffene Strukturen überführte, ohne die Gegenständlichkeit ganz zu verlassen. Ihm ging es darum, wie er es formulierte, „die Wandlung der Natur, ihr Wachstum“ auszudrücken, „ihr ein Äquivalent zu geben und sie als Farbstruktur auf die Fläche zu bringen“. Diese Modulation der Farbstrukturen nach Farbwert, Dichte und Helligkeitsgehalt lässt in den Bildern eine Mehrschichtigkeit entstehen, die beim Betrachter den grundlegenden Eindruck eines Werdens der Dinge ergibt.
Die Zeichnungen von Josef Eduard Wagenblast sind naturgemäß flüchtiger, aus dem momentanen Einfall, einer subjektiven Stimmung oder Erinnerung entstanden, sind gelegentlich auch illustrativer, fabulierender. Bewegung und Handlung stehen im Vordergrund; dabei zeigt sich der Blick für das Detail eines Architekturmotivs ebenso wie die summarische Erfassung einer Gesamtsituation aus der Vogelschau. Hervorstechendes Kennzeichen der Zeichnungen ist ein subtiles, mal dichteres, mal lichteres Spiel von Strichlagen, aus dem die Motive in ihrer Gegenständlichkeit entstehen.

Biografie
Josef Eduard Wagenblast wurde 1930 in Schwäbisch Gmünd geboren. In Tübingen und München studierte er zunächst Philosophie, Theologie und Kunstgeschichte (1951-53). Danach ging er an die Stuttgarter Kunstakademie (1954-58), wo Hugo Peters, Manfred Henninger und Hermann Sohn seine Lehrer waren. 1959 begann er dann seine Lehrtätigkeit an verschiedenen Gymnasien. 1972 erhielt er einen Lehrauftrag für Kunstgeschichte und elementares Gestalten an der Fachhochschule in Schwäbisch Gmünd, 1974 erfolgte die Ernennung zum Professor und seit 1980 war er Fachreferent für Bildende Kunst am Oberschulamt in Stuttgart. Neben der pädagogischen Lehrtätigkeit arbeitete er stets als freischaffender Maler und Zeichner. Zahlreiche Reisen und Arbeitsaufenthalte prägten seine künstlerische Bildwelt wesentlich mit. 2005 starb Josef Eduard Wagenblast in seiner Geburtsstadt.

Öffentliche Führungen (ohne Voranmeldung)
Sonntag, 30.7., 20.8., 3.9. und 24.9. (Finissage), jeweils 15 Uhr

Führungen für Gruppen und Schulklassen
nach Voranmeldung, Telefon 07171 603-4130

Themenabend (ohne Voranmeldung)
Landschaft im Blick: Donnerstag, 10.8., 18 Uhr

Für Kinder und Jugendliche (in Kooperation mit der Jugendkunstschule)
Dein Kinder-Kunstwerk des Monats: Samstag, 30.9., 11.15-13.15 Uhr, 8 bis 14 Jahre, Treffpunkt: 10.50 Uhr Jugendkunstschule im Kepplerhaus, Münsterplatz 19. Information / Anmeldung: Gmünder VHS, Telefon 07171 92515-0.

Eintritt
4,50 Euro / 3,50 Euro / Kinder und Jugendliche (bis 18) sowie Inhaber Museums-Pass-Musées frei.

Öffnungszeiten
Di, Mi, Fr 14 -17 Uhr, Do 14 -19 Uhr, Sa, So, Feiertage 11-17 Uhr. Montags geschlossen.

  Flyer zur Ausstellung zum Herunterladen  (PDF-Datei, 0,55MB)
 

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