#ROTLICHTAUS Kampagne in Schwäbisch Gmünd

4. – 22. Oktober 2017

Schwäbisch Gmünd, 2017

Zur Situation:

In vielen Ländern ist der Sexkauf inzwischen verboten, weil die Gesellschaften erkannt haben, dass Prostitution keine „Privatsache“ ist, sondern dass durch ihre staatliche Legalisierung alle Frauen gesellschaftlich degradiert und entwürdigt werden.
Länder wie Schweden, Norwegen, Finnland, Island, Irland und Frankreich halten aus prinzipieller Sicht Prostitution nicht mit den Menschenrechten vereinbar und haben deshalb die Nachfrage nach käuflichem Sex unter Strafe gestellt. Auch die Europäische Kommission empfiehlt seit langem ihren Mitgliedstaaten dieses Modell umzusetzen, um dem wachsenden Menschenhandel in Ländern mit legalisierter Prostitution, wirksam entgegen arbeiten zu können.

In Deutschland hat mit der Liberalisierung des Prostitutionsgesetzes von 2001 und der EU-Osterweiterung die Prostitution in den letzten 15 Jahren ein neues, erschreckendes Gesicht erhalten. Das im Jahr 2016 verabschiedete Prostituiertenschutzgesetz (ProstSchG) bietet nur zaghafte Regulierungsbestimmungen: Der Bordellbetreiber muss ein Gewerbe anmelden und die Prostituierten müssen sich anmelden und regelmäßig zur Gesundheitsberatung gehen.

Schwäbisch Gmünd, 2017

Die Kampagne und das Ziel

Um Prostitution als Menschenrechtsverletzung zu erkennen und beenden zu können, braucht es erheblich mehr als ein paar neue Regulierungen. Es braucht einen Einstellungswandel in unserer Gesellschaft zu Frauen, zu Männern, zu gleichberechtigter und
wirklich freier Sexualität. Und Prostitution muss als ethisches Problem verstanden werden, das zu lösen eine wichtige gesellschaftliche Herausforderung ist.

Wir möchten mit der Kampagne eine öffentliche Debatte anstoßen, um die Ausbeutung von meist armen Frauen in der Prostitution gemeinsam zu bekämpfen. Letzten Endes geht es darum, der EU-Empfehlung Nachdruck zu verleihen, nach der die Nachfrage von käuflichem Sex nach schwedischem Modell unter Strafe zu stellen ist.

Die Kampagne wurde vom Landesfrauenrat Baden-Württemberg und Sisters e.V.  konzipiert. Der Landesfrauenrat vertritt als Dachverband derzeit 51 Mitgliedsverbände  und mit ihnen mehr als zwei Millionen Frauen in Baden-Württemberg.

Schwäbisch Gmünd, 2017

Lokale Kooperation, Motive und Aktivitäten

Mit dabei sind neben der Stadtverwaltung Schwäbisch Gmünd die Gmünder Aidshilfe, das Gmünder Frauenforum und Solwodi.

Die Motive der Kampagne sind so gestaltet, dass sie ans „Milieu“ erinnern und doch machen die Texte klar, dass es hier nichts zu beschönigen gibt. „Dein Spaß ist mein Horrortrip“, „Du kommst und ich verkomme“ und „Zu verkaufen: Körper, Freiheit, Würde“: diese textlichen Inhalte verkehren jeden Anschein von Amüsement in ihr Gegenteil und entsprechen damit der Realität der meisten Prostituierten.

Vom 4. – 22. Oktober 2017 werden an der Aalener Straße und an der Remsstraße große Banner mit den Kampagnenmotiven hängen. Auch am Spital und der Gmünder VHS werden Spannbanner zu sehen sein. Plakate und Postkarten mit den Motiven runden die lokale Kampagne ab. Natürlich ist auch auf der städtischen Website  einiges über die Kampagne zu lesen und zu sehen.

Am Montag, 16. Oktober 2017 um 19 Uhr gibt es im Prediger eine Diskussionsveranstaltung zum Thema #ROTLICHTAUS. Mit dabei sind Fachleute aus der Beratung, der Politik und von der Polizei. Einen Impuls gibt und die Moderation übernimmt die ehemalige Sozialministerin des Landes Baden-Württemberg Katrin Altpeter.

Mit der #ROTLICHTAUS Kampagne nimmt die Stadt Schwäbisch Gmünd ein wichtiges gesellschaftspolitisches Thema auf ihre Agenda und setzt ein klares Zeichen gegen die Menschenrechtsverletzung Prostitution. Als erste Stadt in Baden-Württemberg beweist sie den Mut zum Umdenken und sagt Nein zu Prostitution.

Infos auch bei: http://rotlichtaus.de

 

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