Stadtteil Bargau

Allgemeine Daten
Einwohnerzahl Stand 30.06.2017: 2665 (1329 männlich, 1336 weiblich)

Bargau erstreckt sich über eine Gemarkungsfläche von ca. 850 ha. Davon sind 429 ha landwirtschaftlich genutzt. Die Waldfläche beträgt 294 ha.

Geschichte
Am 1. Januar 1971 erfolgte auf freiwilliger Basis die Eingliederung der ehemals selbständigen Gemeinde Bargau in die Stadt Schwäbisch Gmünd. Die erste urkundliche Erwähnung von Bargau fällt in das Jahr 1326, in dem die "Veste Bargau" genannt wurde, die Johann von Rechberg erhielt. Sie war eine stattliche Burg südlich von Bargau auf einem Vorsprung des Scheuelberges, nördlich des heutigen Bauernhauses "Schlössle". 1326 gehörte Bargau den Herren von Rechberg und Rothenlöwen, die zu den bedeutendsten Adelsgeschlechtern zählten.

Nach dem Tod des Johannes von Rechberg zu Bettringen und Bargau im Jahre 1357 ging Bargau an die Rechberg zu Gröningen über. Am 12. Dezember 1365 verkauften Ulrich von Rechberg zu Gröningen und sein Sohn Wilhelm Bargau und Bettringen an Ritter Bernolt von Urbach. Dessen Nachkommen verkauften Bargau und Bettringen am 2. Juni 1379 an Wilhelm von Hohenrechberg. Seine Nachfolge trat 1401 Heinrich von Rechberg an. Noch zu seinen Lebzeiten teilten sich dessen Söhne Wilhelm, Ulrich und Hans das Familiengut. Bargau dürfte schon im Jahre 1379 zur Herrschaft Weißenstein gekommen sein, die Wilhelm von Rechberg zu Weißenstein 1431 erhielt. Auf Wilhelm von Rechberg folgte 1453 Heinrich von Rechberg zu Weißenstein und Bargau. Nachfolger von Heinrich waren Wilhelm von Rechberg (1489 - 1529) und Wolf von Rechberg zu Weißenstein und Grunzheim (1529 - 1550). Letzterer verkaufte 1544 die Herrschaft Bargau an die Reichsstadt Gmünd und starb kinderlos.

Die Reichsstadt Gmünd hatte in Bettringen, Spraitbach, Iggingen und Bargau eine Vogtei. Der Vogt der Vogtei Bargau hatte von 1544 bis 1746 seinen Sitz auf der Burg Bargau. Um 1700 gehörte zur Vogtei Bargau auch das Dorf Bargau. 1746 wurde die Vogtei Bargau der Vogtei Bettringen angegliedert.

Im Jahre 1802 wurde Bargau mit Gmünd und seinem Gebiet württembergisch und kam 1803 zum neu gegründeten Oberamt Gmünd. Das Rathaus der Gemeinde Bargau wurde 1832 als Schul- und Rathaus erbaut. In den Jahren 1912/13 erhielt die Gemeinde dann ein neues Schulhaus. 1951 und 1969 wurde am Rathaus viel umgebaut und restauriert, wobei es sein heutiges Aussehen erhielt.

Mit der in den fünfziger Jahren einsetzenden wirtschaftlichen Aufwärtsentwicklung war auch eine rege Bautätigkeit verbunden. Da infolge der Aufnahme vieler Heimatvertriebener die Wohnungsnot in Bargau groß war, sah man sich von seiten der Gemeinde veranlasst, dringend notwendiges Baugelände zu erschließen. Ein sehr bedeutsames Ereignis für die Gemeinde war 1949 die Ansiedlung der Stuttgarter Firma C. & E. Fein in Bargau.

Die Bautätigkeit setzte sich auch in den Jahren nach der Eingemeindung Bargaus fort. So wurde in den siebziger Jahren "Bargau Süd" bebaut. 1981 erfolgte die Teilerschließung des Baugebietes "Strutfeld" und Anfang der neunziger Jahre die Bebauung entsprechend dem Bebauungsplan "Strutfeld-Erweiterung". Nach bald 20-jährigen Bemühungen konnte Ende 1996 mit den Erschließungsarbeiten im Bargauer "Breiten Feld" begonnen werden. Heute ist das Gebiet bis auf wenige Lücken bebaut.

Aber nicht nur für die private Bautätigkeit wurde in Bargau manches erreicht, bereits 1965 wurde das neue Schulhaus "Scheuelbergschule" erbaut. Nach der Eingemeindung konnten sich die Bargauer u.a. über den Bau des Schulpavillons mit 4 Klassenzimmern (1974), über die Einweihung der Scheuelberghalle (1974), eines Fachtraktes an der Scheuelbergschule (1984) sowie über die Einweihung des Feuerwehrgerätehauses (1996) freuen. Bargau wurde in den letzten Jahrzehnten ein schöner und freundlicher Ort.

Lage
Bargau liegt 7,9 km östlich der Stadtmitte von Schwäbisch Gmünd am Fuß des Scheuelberges, 378,2 - 767,1 m (Ort 434 m) über dem Meer. Im Süden, hinter dem Ort erhebt sich die Schwäbische Alb mit Scheuelberg (717 m), Himmelreich (698 m) und Bargauer Horn (754 m).

Umgekehrt weitet sich jedem der vom Hohen Fels des Scheuelberges nach Norden Ausblick hält, das Land von den Limpurger Bergen mit dem spitzen Einkorn bis zum Schönenberg bei Ellwangen und dem bereits im Bayrischen liegenden Hesselberg. 

Ortsentwicklungskonzept Bargau

Schwäbisch Gmünd, 2016

Das im Jahr 2015 durchgeführte MORO-Projekt war der Start in eine umfassende Ortsentwicklungskonzeption. In den Bürgerwerkstätten im Mai und Juni 2015 wurden die Stärken, Schwächen und Potenziale herausgearbeitet. Sie wurden durch Ortsbegehungen, Beteiligungen von Verbänden und Fachämtern, Ortschaftsratssitzungen und weitere Bürgerwerkstätten im April 2016 Schritt für Schritt zu Entwicklungszielen und Umsetzungsmaßnahmen weiter entwickelt.

Entwicklungsziele für Bargau:
1 Neue Ortsmitte
2 Bauprojekte „Wohnen und Kultur“
3 Flächenpotenziale nutzen
4 Landschaft im Dorf
5 Wir sind Bargau

  Ortsentwicklung Bargau  (PDF-Datei, 3,77MB)
 

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