Alexej von Jawlensky – Dietrich Klinge.

Das Gesicht als Bild der Seele.
Meditationen – Köpfe. Alexej von Jawlensky – Dietrich Klinge

6. Juli – 23. September 2001

Das Gesicht als Bild der Seele
Das Gesicht als Bild der Seele

Alexej von Jawlensky (1864 – 1941) und Dietrich Klinge (geb. 1954) – ein Maler und ein Bildhauer. Eine zentrale Stellung in den Werken beider Künstler nimmt die Auseinandersetzung mit dem Thema Kopf ein, der, alters- und geschlechtslos, als Metapher humaner Befindlichkeiten und Existenz fungiert – ein einzigartiger, spannungsvoller Dialog, der unterschiedliche Positionen sichtbar macht, aber auch verbindende Elemente hervortreten lässt.

Alexej von Jawlensky konzentrierte sich in seiner Malerei seit den 20er Jahren auf das menschliche Antlitz. Es entstand eine umfassende Serie kleiner, verschlossener „Meditationsbilder”; in ihnen suchte der Künstler den Typus des Urbildes „Gesicht” bildhaft anschaulich werden zu lassen. Einer Auswahl von 20 dieser „Kopf-Meditationen” des berühmten Künstlers des Blauen Reiters stellt der junge süddeutsche Bildhauer und Grafiker Dietrich Klinge bronzene Kopfskulpturen gegenüber.

Im plastischen Werk des Bildhauers Dietrich Klinge kommt der Kopfplastik eine zentrale Stellung zu. Kennzeichen dieser Arbeiten sind die maskenhaft geometrisierten Gesichtszüge, die die Spuren ihres Entstehungsprozesses nicht verbergen, zugleich jedoch alters- und geschlechtslos wirken.

Beide Künstler scheinen ähnliche künstlerische Positionen zu vertreten, die Wege, auf denen sie sich dem Thema nähern, sind jedoch unterschiedlich: Jawlenskys Auseinandersetzung erfolgt primär unter dem mystisch-religiösen, die Klinges unter dem spirituell-geistigen Aspekt. Jawlenskys Weg zum bildhaften Ausdruck einer absoluten Wirklichkeit ist Verdichtung und Kontemplation, Klinges Köpfe dagegen wollen den Betrachter zu Reflexion und Selbst-Bewusstsein führen – eine außergewöhnliche Kunst-Konfrontation, die als verbindendes Element die Vielschichtigkeit existentieller Befindlichkeiten und Bestimmungen hervortreten lässt.

Eröffnung

Freitag, 6. Juli 2001, 19 Uhr

Katalog

20,– DM, 48 Seiten, mit einem Vorwort von Barbara Stark und Gabriele Holthuis und Textbeiträgen von Rüdiger Heinze und Martin Schneider. Schwäbisch Gmünd 2001. ISBN 3-9807297-0-2

Das Gesicht als Bild der Seele
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