Karl Ulrich Nuss.

Kastenfiguren – Neue Arbeiten in Gips

7. Februar – 16. März 2003

Karl Ulrich Nuss. Kastenfiguren – Neue Arbeiten in Gips
Karl Ulrich Nuss. Kastenfiguren – Neue Arbeiten in Gips

Sechzehn kindergroße Figurenpaare, modelliert in Gips und in ungeschminkter, natürlicher Körperlichkeit stehend, hockend, sich bückend und liegend in individuellen "Behausungen" aus Holz – dies sind, auf einen Nenner gebracht, die neuen "Kastenfiguren" des Weinstädter Bildhauers Karl Ulrich Nuss. In der Galerie im Prediger Schwäbisch Gmünd werden die in den Jahren 2002/03 entstandenen Gipsfiguren erstmals präsentiert. Neben den neuen "Kastenfiguren" geben vier große Bronzen, acht Bronzereliefplatten, drei bronzene Kleinplastiken und neun flache Gipsreliefbilder einen Einblick in das reiche Œuvre des Künstlers. Ergänzt wird die Ausstellung durch zwei großfigurige Bronzen, zu sehen am Galerieeingang und im Prediger-Kreuzgang.
Im Zentrum der Arbeit von Karl Ulrich Nuss steht die menschliche Figur in all ihren Erscheinungen, Kontakten und Körpersprachen. Beliebt beim Betrachter ist die gegenstandsbezogene Darstellung, die leichte Ablesbarkeit des Motivs, die hohe erzählerische Qualität seiner Einzelfiguren, Gruppen und Ensembles, und nicht zuletzt der humorvolle Akzent, der nahezu jedem Werk innewohnt. Und so offenbaren auch die neuen Kastenfiguren zunächst alle Eigenschaften, die das Werk des Weinstädter Künstlers generell auszeichnen und erkennbarer Bestandteil seiner spezifischen Bildsprache sind: Ihre scheinbar natürliche Körperlichkeit ist direkt und ungeschönt. Das pralle, füllige Fleisch der glatt modellierten Körper wirkt sowohl erotisch als auch alltäglich als auch ebenso humorvoll in Szene gesetzt. Doch gänzlich anders als in den Bronzearbeiten zeigen die Nuss´schen Kastenfiguren aus Gips außerdem ein offenes Verhältnis insbesondere zu Raum und Zeit. Das hölzerne Gehäuse, das Weiß des Materials Gips und das Verhältnis zwischen Körpersprache und Mimik der Figuren – diese drei Komponenten verändern seine neuen sechs Paare zu entrückten Wesen, die einen Zustand der Erstarrung erreichen, die der Bildhauer zu konservieren versucht.
Karl Ulrich Nuss (geb. 1943 in Stuttgart) gehört zu den bekanntesten deutschen, figurativ arbeitenden Bildhauern, die seit den 1970er Jahren des 20. Jahrhunderts den öffentlichen Raum entdeckt und gestaltet haben. Bronzeskulpturen von Karl Ulrich Nuss prägen und akzentuieren heute die Parks, Plätze und Fußgängerzonen in zahlreichen deutschen Städten und Gemeinden. Im Zentrum seiner Arbeit steht die menschliche Figur in all ihren Erscheinungen, Kontakten und Körpersprachen. Beliebt beim Betrachter ist die gegenstandsbezogene Darstellung, die leichte Ablesbarkeit des Motivs, die hohe erzählerische Qualität seiner Einzelfiguren, Gruppen und Ensembles, und nicht zuletzt der humorvolle Akzent, der nahezu jedem Werk innewohnt.

Karl Ulrich Nuss. Kastenfiguren – Neue Arbeiten in Gips
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