Achim Lippoth.

Kindheit – Fotografien

16. Februar – 15. April 2007

Achim Lippoth, aus der Serie: Wölflinge, Griechenland 2004, C-Print auf Aludibond. © artist
Achim Lippoth, aus der Serie: Wölflinge, Griechenland 2004, C-Print auf Aludibond. © artist

Obwohl bereits mehrfach mit internationalen Preisen ausgezeichnet, ist der Fotograf Achim Lippoth in der Kunstszene noch ein Geheimtipp. Jetzt stellt eine Ausstellung in der Galerie im Prediger Schwäbisch Gmünd den Künstler vor. 40 Arbeiten entwerfen spannende und außergewöhnliche Blicke auf das Thema „Kindheit“: Gezeigt werden repräsentative Fotoserien aus den letzten fünf Jahren.

Lippoth (Jahrgang 1968) arbeitet seit 1982 als freier Mode- und Werbefotograf mit dem Schwerpunkt auf Fotografie von Kindern. Seine Arbeiten wurden unter anderem im „New York Times Magazine“ und in der „Vogue“ publiziert. 1995 gründete er das Kindermode- und Lifestyle-Magazin „Kid´s wear“. Für dieses Magazin und seine Fotografien erhielt Lippoth zahlreiche Auszeichnungen, unter anderem den „Art Director´s Club Award“ (2001–2004) und den “Lead Award” (2005). Zuletzt wurde er 2005 neben Loretta Lux zum „Professional Photographer of the year“ in der Kategorie „People“ gewählt.

Achim Lippoth, aus der Serie: Wölflinge, Griechenland 2004, C-Print auf Aludibond. © artist
Achim Lippoth, aus der Serie. Byllakuppe, Indien 2002, C-Print auf Aludibond. © artist
Achim Lippoth, aus der Serie. Byllakuppe, Indien 2002, C-Print auf Aludibond. © artist

Das Sujet von Achim Lippoth scheint einfach und stets gleich – er fotografiert Kinder: Tanzschüler und Kindermönche, Sportler und Kindersoldaten, Jungen und Mädchen. Schon die Darstellung und der Ausdruck der von Lippoth porträtierten Kinder lassen den Betrachter aufmerken: Anstatt auf kindliche Ausgelassenheit und Vitalität trifft man auf teils sehr erwachsen wirkende Gesichter und Körperhaltungen. Was spontan entstanden aussieht, hat Lippoth vorher wie ein Regisseur durchgeplant – in der Komposition wie in der Licht- und Blickführung. Obwohl in den Arbeiten nichts dem Zufall überlassen ist, wirken die porträtierten Kinder unbefangen und sind sie selbst. Dabei entstehen Bildserien, deren Einzelbilder Teile einer Handlung darstellen und so vielfältige Geschichten erzählen: etwa in der 2001 in China entstandenen Serie „L´homme Machine“, die schildert, wie Kinder zu sportlichen Höchstleistungen gedrillt werden; oder in der 2004 in Griechenland mit gecasteten Darstellern ausgeführten Bildserie „Wölflinge“, die das Kindsein in Zeiten existentieller Hoffungslosigkeit thematisiert. Lippoths Inszenierungen und Bildserien erzeugen so eine szenische Künstlichkeit, die auf artifizielle Weise vom wahren Leben der Kinder berichten. Sie zeigen den Blick auf eine Erwachsenen vielfach fremde Kinderwelt und ermöglichen zugleich eine Reflexion über die eigene Kindheit.

Achim Lippoth, aus der Serie. Byllakuppe, Indien 2002, C-Print auf Aludibond. © artist
Achim Lippoth, aus der Serie: L’ Homme Machine, China 2001, C-Print auf Aludibond. © artist
Achim Lippoth, aus der Serie: L’ Homme Machine, China 2001, C-Print auf Aludibond. © artist

Lippoth selbst bezeichnet seine Arbeit als „inszenierte Reportagefotografie“. Über seine unmittelbare Auseinandersetzung mit Kindern, deren Unbekümmertheit und Spontaneität er schätzt, wird Lippoth zu einem subtilen Beobachter eines sozial beeinflussten, von Erwachsenen vorgegebenen und anerzogenen kindlichen Verhaltens einerseits, und von spontanen kindlichen Äußerungen anderseits.

Achim Lippoth, aus der Serie: L’ Homme Machine, China 2001, C-Print auf Aludibond. © artist
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