Christa Germann-Besson.

Bäume in Malerei und Lyrik

8. Oktober – 28. November 2010

Christa Germann-Besson. Bäume in Malerei und Lyrik
Christa Germann-Besson. Bäume in Malerei und Lyrik

Seit jeher üben Bäume einen großen Zauber auf den Menschen aus. Und bis heute lassen sich Künstler immer wieder von Bäumen und ihrer Magie, Schönheit und Ausstrahlung inspirieren, geben ihnen in den unterschiedlichsten Darstellungen einen ganz eigenen Charakter. Zu diesen Künstlern zählte auch die Gmünder Malerin und Kunstpädagogin Christa Germann-Besson (1940–2005). In diesem Jahr hätte die Künstlerin ihren 70sten Geburtstag gefeiert. Dieses besondere Datum gibt Gelegenheit, erstmals an das Werk von Christa Germann-Besson zu erinnern. Unter dem Titel „Bäume in Malerei und Lyrik" widmet sich die Werkschau dem leidenschaftlich betriebenen Sujet der Malerin. Zu sehen sind rund 20 großformatige Arbeiten aus den Jahren 2000 bis 2005, beglei­tet von Gedichten, die im gleichen Zeitraum entstanden sind.

Eröffnung

Freitag, 8. Oktober 2010, 18 Uhr,
in der Galerie im Prediger

Es sprechen
Dr. Joachim Bläse, Erster Bürgermeister
Dr. Manfred Saller
Dr. Gabriele Holthuis, Museum und Galerie im Prediger

Christa Germann-Besson. Bäume in Malerei und Lyrik

Der Baum – Sein und Wirken der Natur

Christa Germann-Besson, Ohne Titel (Bäume), Öl auf Leinwand. Foto: Ines German

„Alte knorrige Apfelbäume haben es mir besonders angetan. Und auch was in den Zwischenräumen der vielen Äste passiert, interessiert mich enorm.“ – Dies bekannte Christa Germann-Besson einmal in einem Interview. In dieser Aussage ist alles enthalten, was den Baumdarstellungen zugrunde liegt: Die Motivation zum Malen des Motivs geht vom Erlebnis, von der Begeisterung und von Entdeckungen und Einsichten in die Bedeutung des Motivs aus. Der Baum, ob vereinzelt, als Gruppe oder Allee, ob als majestätisch emporragender oder gefällter Stamm, ist bei Christa Germann-Besson stets mehr als nur ein Baum. Er ist für die Künstlerin Sinnbild des Umfassenden der Schöpfung, von der der Baum ein symbolträchtiger Bestandteil ist. Er ist für sie Sein und Wirken der Natur. Wie sehr für Christa Germann-Besson Bäume zum Sinnbild für den Lebenszyklus von Natur und Mensch wurden, dokumentieren auch die zahlreichen Gedichte, die sie zu diesem Thema verfasst hat und welche die Phänomene der Natur und damit verbundene Stimmungen einfangen.

Bäume sind bei Christa Germann-Besson somit „Diener“ ihrer Komposition. Ihre Malweise steht in der Tradition der Impressionisten und Paul Cèzanne. Zu erkennen ist eine Nähe zu den schwäbischen Neoimpressionisten, insbesondere zu Manfred Henninger, dessen Meisterschülerin an der Stuttgarter Kunstakademie sie war. Ihr Ausdruck ist dabei mitunter äußerst expressiv. Deshalb legt sie weniger Wert auf das einzelne Detail und die botanische Richtigkeit als auf die Gesamtschau aus Farbigkeit, Stimmung und Tiefenwirkung. Man spürt die Wärme der Sonnenstrahlen, die Kälte des Winterschattens. In ihren Bildern hat Christa Germann-Besson zwar immer wieder die Grenzen der Gegenständlichkeit ausgelotet – den Weg in die Abstraktion eingeschlagen hat sie aber nie.

Christa Germann-Besson, Ohne Titel (Bäume), Öl auf Leinwand. Foto: Ines German

Biografie

Christa Germann-Besson wird am 24. Februar 1940 in Schwäbisch Gmünd geboren. Von 1958 bis 1960 studiert sie an der Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart bei den Professoren Manfred Henninger und Heinz Trökes. Ein zweijähriger Studienaufenthalt als Stipendiatin an der Académie Julian und der École National Supérieure des Beaux-Arts in Paris schließt sich an. Von 1964 bis 1966 erhält sie an der Pädagogischen Hochschule in Schwäbisch Gmünd einen Lehrauftrag. Seit 1972 ist Christa Germann-Besson freischaffende Künstlerin in Schwäbisch Gmünd. In Seminaren und Kursen unterrichtet sie immer wieder einen kleinen Kreis von Kunstinte­ressierten im Malen und Zeichnen. 1980 gründet sie die „Freie Malschule Kleindeinbach“, die heute von ihrer Tochter Ines Germann weitergeführt wird. Arbeiten von Christa Germann-Besson finden sich im öffentlichen Raum u.a. im katholischen Gemeindehaus Großdeinbach und in der katholischen Pfarrkirche St. Pius in Schwäbisch Gmünd. Am 9. April 2005 stirbt Christa Germann-Besson in Schwäbisch Gmünd.

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