Peter Lang.

Schnurschlag zwischen Himmel und Erde

Peter Lang, Blaue Stunde, Patagonien 2011, 200 x 570 cm, Öl auf Leinwand © Künstler

8. Februar – 26. April 2020

Mit Peter Lang, geboren 1965 und in Gleißenberg (Oberpfalz) zuhause, kommt einer der renommiertesten deutschen Landschaftsmaler der Gegenwart nach Schwäbisch Gmünd. Im Rückgriff auf die traditionelle Malerei und Künstlervorbilder wie Caspar David Friedrich gewinnt er dem Sujet neue Aspekte ab und eine Position, die in ihrer Ästhetik einen qualitätvollen Beitrag zur zeitgenössischen Landschaftsmalerei darstellt. Wie Cézanne malt Peter Lang am liebsten „sur le motif“. Seine Motive erschließt er sich auf ausgedehnten Reisen in ursprüngliche Naturlandschaften. Zuletzt reiste er im Winter 2018/2019 für ein halbes Jahr an Polarkreis nach Island, um im Bann von Gletschern, Vulkanen und Fjorden den Farbenzauber des Nordlichts einzufangen.

Die Ausstellung zeigt zwei großformatige Gemälde sowie aktuelle Grafiken und Zeichnungen. Daneben entsteht eine eigens für die Galerie im Prediger konzipierte Bodenarbeit aus handgesägten Eichenbohlen.

Seine Gemälde fertig Peter Lang in einer ganz eigenen, von ihm entwickelten Technik, die zu seinem unverwechselbaren künstlerischen Markenzeichen geworden ist: über eine klassisch mit Eitempera abstrakt angelegte Landschaft zieht er mit einer pigmentgetränkten Schlagschnur, einem im Maurer- und Zimmererhandwerk für Markierungsarbeiten verwendeten Hilfsmittel, hunderte feine horizontale Farblinien – eine Art Stichcode, der das Motiv in seiner Essenz atmosphärisch einfängt und als sinfonisch-flirrendes Farbereignis verdichtet. Peter Langs Landschaften erweitern den Horizont – und das wortwörtlich. In seinen Bildern löst er das den Horizont umfassende Außen auf. Kein Weg führt tiefenperspektivisch in das zu den Seiten hin offene Bild. Kein Fluchtpunkt. Die Fläche ist entgrenzt. Die Horizontlinie, die vom Auge ins Unendliche fortgesetzt werden kann, ist nicht mehr zu überblicken. Der geschlossene Horizont, der die Welterfahrung begrenzt, gerät in Bewegung. Dem Geschlossenen stellt der Künstler das Offene im Denken und in der Wahrnehmung gegenüber. Die Grenze der tatsächlichen Naturerfahrung öffnet sich hin zum ungreifbar Transzendenten. Peter Lang verwandelt Landschaft in absolute Malerei, in die Vibration der Erscheinungen. Seine gemalten Landschaften sind offen und weit, harmonisch und mannigfaltig, still und lebendig, sie wirken vertraut und dennoch auch fern; sie vermögen Geist und Gefühl ebenso anzusprechen wie sie Stimmung, Sehnsucht und Einsamkeit evozieren können.

Peter Lang studierte freie Malerei und Grafik an der Akademie der Bildenden Künste in München (1987-1993). Seit 1993 arbeitet er als freischaffender Künstler. Zahlreiche Ausstellungen in renommierten Galerien und Museen im In- und Ausland begleiten seine künstlerische Laufbahn. Seine Werke finden sich in zahlreichen öffentlichen und privaten Sammlungen und sind regelmäßig auf den großen Kunstmessen vertreten. Malreisen führten ihn unter anderem nach Spanien (2000), Norwegen (2006), Chile (2010-2011), Island (2012-2013) und Österreich (2017).

Ausstellungseröffnung ist am Freitag, 7. Februar, 19 Uhr.

Peter Lang, Blaue Stunde, Patagonien 2011, 200 x 570 cm, Öl auf Leinwand © Künstler
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