The Last Unicorn.

Das Einhorn im Spiegel der Popkultur

31. Mai – 10. Januar 2021

Figurenuhr Einhorn, um 1600, Augsburg, Bronze und Messing, vergoldet (Gehäuse), Silber, emailliert (Zifferblatt), Messingplatine, Eisenräder (Werk), Ebenholz, Silber (Sockel) 40 × 27 × 18 cm (mit Sockel). © Museum im Prediger, Foto: Frank Kleinbach, Stut

Bis heute beflügelt das Einhorn die menschliche Fantasie. »We live forever!« erklärt das wundersame Tier pathetisch in »The Last Unicorn«, dem Zeichentrickfilm von Jules Bass und Arthur Rankin Jr. aus dem Jahr 1982 nach dem gleichnamigen, 1968 erschienenen Roman von Peter S. Beagle. Erzählt wird die Geschichte eines Einhorns, das sich aufmacht, seine verloren geglaubten Artgenossen zu finden. Zum Schutz gegen böse Mächte wird das Einhorn in eine schöne Frau verwandelt. In dieser Gestalt entwickelt es menschliche Gefühle wie Angst und Leid, aber auch Freundschaft und Liebe. Schließlich gelingt es dem Einhorn, mit der Befreiung seiner Artgenossen »das Wunderbare« in der Welt zu retten.
Über die Lesart als Fantasy-Epos der Popkultur hinaus dreht sich die visionäre Perspektive von Buch und Film um die gesellschaftliche Frage »wer bin ich, wer darf ich sein?«, verbunden mit der vielschichtigen Suche nach persönlicher Identität, nach Bewusstsein, Erinnerung und Geschichte im Leben und in der Entwicklung eines Menschen.

Figurenuhr Einhorn, um 1600, Augsburg, Bronze und Messing, vergoldet (Gehäuse), Silber, emailliert (Zifferblatt), Messingplatine, Eisenräder (Werk), Ebenholz, Silber (Sockel) 40 × 27 × 18 cm (mit Sockel). © Museum im Prediger, Foto: Frank Kleinbach, Stut
Paul Hutchinson (* 1987), Aria, Boppstraße, 2017, C-Print, 70 × 50 cm, Sammlungen Museum im Prediger, Schwäbisch Gmünd. © VG-Bild Kunst, Bonn 2020. Courtesy Knust Kunz Gallery Editions, München und Russi Klenner, Berlin. Foto: Frank Kleinbach, Stuttgart.

Diese tieferen, gesellschaftlichen Fragen und Assoziationen nimmt die Ausstellung auf und knüpft daran die nahezu 750-jährige Tradition des Einhorns als Schwäbisch Gmünder Wappentier, die in den Museumssammlungen reich dokumentiert ist.

Achtzig ausgewählte Werke verschiedener Epochen und Gattungen treten inmitten farbintensiv gestalteter Ausstellungsräume in einen beziehungsreichen Dialog. Der Bogen spannt sich von Albrecht Dürer über Emanuel Leutze, Max Ernst, Marc Chagall, Nan Goldin, Ed Ruscha und Meissen Atelier bis zu zeitgenössischen Werken internationaler Künstler, die den Surrealismus wie auch die psychedelische Farbigkeit und Ästhetik der 1980er Jahre ansprechen. Die Ausstellung entsteht in Kooperation mit Martina Tauber Fine Art, München.
Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.

Paul Hutchinson (* 1987), Aria, Boppstraße, 2017, C-Print, 70 × 50 cm, Sammlungen Museum im Prediger, Schwäbisch Gmünd. © VG-Bild Kunst, Bonn 2020. Courtesy Knust Kunz Gallery Editions, München und Russi Klenner, Berlin. Foto: Frank Kleinbach, Stuttgart.
ZUM BILD