Schwäbisch Gmünd, 2018

Durchleuchtet. Glaskunst aus der Sammlung

18. November 2018 – 17. Februar 2019

Schwäbisch Gmünd, 2018

Kaiserpokal, 1867, Josephinenhütte Schreiberhau, daneben Flaschen, Trinkgläser, Studioglas, 18.-21. Jahrhundert. (Foto: Viscom Fotografie)

Schwäbisch Gmünd, 2018

Glas aus der Produktion der Wiesenthalhütte. (Foto: Viscom Fotografie)

Ein bisher für das Publikum nicht gehobener Schatz ist die beachtliche Glassammlung, über die das Gmünder Museum verfügt. Das Spektrum reicht vom barocken Schnittglas mit Blumen- oder Blattornamenten über bemaltes Biedermeierglas bis zum Studioglas der Gegenwart.
Ein besonderer Schwerpunkt der Kollektion bildet der Bestand an Gläsern aus der Wiesenthal- und Josephinenhütte, die beide nach dem Zweiten Weltkrieg in Schwäbisch Gmünd neu gegründet wurden. Namentlich die Wiesenthalhütte profilierte sich unter Klaus Breit (1926-2004) seit den 1960er-Jahren zu einer der führenden Glasmanufakturen Westdeutschlands.
Ausgehend von den Ideen des Deutschen Werkbunds und des Bauhauses entwickelte die Wiesenthalhütte ein ausgeprägtes, eigenes Profil und Design, das über zwei Jahrzehnte hinweg einen maßgeblichen Anteil am Erscheinungsbild eines zeitgemäßen, modernen Wohnens weit über Deutschland hinaus hatte. Stilbildend waren kleine, napfförmige Mündungen etwa bei Vasen, kraftvolle Vierkant-, Flaschen- und Kugelvasen mit umgeschlagenen Mündungsringen und vor allem die berühmten sogenannten Zweigvasen, die ab 1971 in Kugel-, Scheiben- oder Säulenform produziert wurden.
Ausgewählte Exponate beleuchten nun erstmals diesen Sammlungsbestand und zeigen die Vielfältigkeit und Faszination des Werkstoffes Glas.

Eröffnung: Sonntag, 18. November 2018, 11 Uhr

Otto Eberle. Maler, Grafiker und Lehrer

10. März – 22. April 2019

Schwäbisch Gmünd, 2018

Otto Eberle, Tamaris bei Sète (Südfrankreich), 1967, Aquarell, 31,5 × 42,5 cm, Sammlungen Museum im Prediger.

Schwäbisch Gmünd, 2018

Otto Eberle, Winter in Gmünd, 1934, Tempera auf Papier, 40 × 28 cm, Sammlungen Museum im Prediger.

Als Otto Eberle am 23. Dezember 1981 in seiner Geburtsstadt Schwäbisch Gmünd stirbt, ist sein Name weithin zum Synonym geworden für hervorragende Gebrauchsgrafik und Kirchenmalerei, aber auch für lehrende Tätigkeiten. Mit Werken aus dem Nachlass gibt die Ausstellung zum 110. Geburtstag Otto Eberles Einblicke in das vielgestaltige Schaffen des Malers und Grafikers.
Otto Eberle hat vielfältig gewirkt: als Werbegrafiker mit eigenem Büro, als freischaffender Künstler, als Illustrator und Zeichner, als Gestalter von Kirchenfenstern und als Fachlehrer für Zeichnen und Kunsterziehung an Schulen. So breigefächert wie sein Tätigkeitsfeld ist die Palette seiner Arbeiten: sie reicht von der Malerei und Zeichnung über Illustrationen und Linolschnitte bis zu Sgraffitos und Bleiverglasungen.
Geboren am 12. April 1909, absolviert Otto Eberle zunächst eine Lehre als Porzellanmaler und Zeichner in einer Gmünder Silberwarenfabrik, besucht dann die Gewerbeschule, war aber auch im Malerhandwerk tätig. Er arbeitet als Gebrauchsgrafiker für Gmünder Firmen und gründet 1937 ein eigenes Atelier für Graphik. 1944 zum Kriegsdienst eingezogen, verbringt er eineinhalb Jahre in französischer Kriegsgefangenschaft, wo er durc
Vermittlung der Kriegsgefangenenhilfe als Maler tätig sein kann.
Die Ausgestaltung der Lagerkapelle in Montpellier steht am Beginn einer umfangreichen Tätigkeit als Kirchenmaler, mit Arbeiten unter anderem in Weiler i. d. B., Burgstall, Kirchberg a. d. M., Alfdorf, Harrow bei London, Urbach und Esslingen-Sirnau. Ab 1947 hat er einen Lehrauftrag an der Gewerbeschule inne und ist auch am Pädagogischen Institut sowie an der Kaufmännischen Berufsschule tätig. Unabhängig davon arbeitet er weiter als freischaffender Maler und Zeichner. Zahlreiche Ausstellungen würdigen sein Werk, zuletzt noch 1979 zu seinem 70. Geburtstag. Im Jahr 2009 erinnert eine Ausstellung an seinen 100. Geburtstag.

Eröffnung: Sonntag, 10. März 2019, 11 Uhr

 

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