Inhalte des Klimaschutzkonzeptes

Methodik

 Das Integrierte Klimaschutzkonzept hat den Anspruch, die vorhandenen Potenziale in Schwäbisch Gmünd für den Klimaschutz zu identifizieren und die betreffenden Hand-lungsfelder aufzuzeigen. Dabei soll das vorliegende Konzept mittel- und langfristige Handlungsstrategien erarbeiten, um so mit konkreten Handlungsoptionen eine Entscheidungshilfe für die lokale Politik darzustellen.

Unter Anlehnung an renommierte Trendstudien zu voraussichtlichen klimarelevanten Entwicklungen in Deutschland bzw. Baden-Württemberg galt es somit, robuste Entwicklungskorridore mit spezifischer Ausrichtung auf die Stadt Schwäbisch Gmünd zu identifizieren. Basierend auf der Annahme, dass die Kommune sich nicht von allgemei-nen Trends und Entwicklungen entkoppeln kann, werden hier Strategien entwickelt, wie trotz allem ambitionierte Klimaschutzziele erreicht werden können.

Deshalb galt es zu prüfen, wie die Besonderheiten der Stadt im klimaschutzspezifischen Rahmen hervorgehoben werden können. Dazu wurden die lokale (energetische) Situation analysiert und Handlungschancen, aber auch -grenzen und -barrieren identifiziert.

Bestandsanalyse

Schwäbisch Gmünd, 2014

Energiebilanz

Für das Jahr 2011 wurde in dem Stadtgebiet ein Gesamtenergieverbrauch von ca. 2.000.000 MWh ermittelt. Auf den Sektor Strom entfal-len 400.000 MWh, auf den Sektor Wärme entfallen 900.000 MWh und auf den Bereich Verkehr 700.000 MWh. Diese Mengen lassen noch nicht auf das Engagement einer Kommune in Richtung Klimaschutz schließen. Vielmehr bestimmt der Sektorenmix im gewerblichen Bereich maßgeblich die Verbrauchswerte.

CO2-Bilanz

Nach den Berechnungen wurden im Bilanzierungsgebiet von Schwäbisch Gmünd im Jahr 2011 ca. 670.000 t CO2-equivalent verursacht. Der CO2-Ausstoß wird hauptsächlich durch den Sektor Wärme erzeugt (268.000 t). Der Sektor Verkehr emittiert ca. 176.000 t CO2, der Sektor Strom ca. 227.000 t CO2.

 

Während im Jahr 1990 der Ausstoß pro Kopf noch bei insgesamt über 15 t lag, so reduzierte sich dieser deutlich bis 2010. Dadurch ergibt sich 2010 insgesamt ein CO2-Ausstoß pro Kopf von 11,2 t.

Potenzialanalysen und Szenarien

Schwäbisch Gmünd, 2013

Reduktion der Treibhausgase durch geplante Maßnahmen

Schwäbisch Gmünd, 2013

Mobilisierbares Potenzial bei der Stromerzeugung

Schwäbisch Gmünd, 2014

Mobilisierbares Potenzial bei der Wärmeversorgung

Ziel ist es, mittels geeigneter Instrumente den Energiebedarf (Konsum von Wärme, Strom, Mobilität) und die entsprechende Umwandlung und Verteilung (Produktion von Wärme, Strom, Mobilität) in einer integrierten Optimierungsrechnung (bezogen auf CO2, Energiemengen, Kosten) anzugleichen.

Das Referenzszenario stellt die Trendentwicklung ohne weitere Klimaschutzanstrengungen dar. Die Umsetzung einer konsequenten Klimaschutzpolitik wird in einem Innovationsszenario abgebildet. Einflussgrößen, wie Ausbauraten der erneuerbaren Energien, Sanierungszyklen bei Gebäuden und Anlagen oder die Entwicklung von Energiekosten sollen berücksichtigt und ihr Einfluss auf die Szenarien dargestellt werden.

Stromerzeugung: Die lokale Stromerzeugung kann maßgeblich über Sonnenergie erfolgen, für eine 100%-ige Versorgung ist jedoch auch Strom aus Anlagen außerhalb des Stadtgebietes erforderlich.

Wärmeerzeugung: Durch einen konsequenten Ausbau der regenerativen Energien kann Schwäbisch Gmünd sich bis 2050 vollständig mit regernativ erzeugter Wärme versorgen.

Verkehr: Schwäbisch Gmünd will das Ziel der Bundesregierung, bis 2020 eine Million Elektrofahrzeuge auf den Markt zu bringen, prozentual betrachtet noch übertreffen.

Treibhausgase: Die Treibhausgasemissionen sind bis 2030 um mindestens 25% absenkbar, wenn die entsprechenden Maßnahmen umgesetzt werden.

Maßnahmenkatalog

Es wurde ein konkreter Maßnahmenkatalog zur Reduktion von Klimagasemissionen entwickelt. Die Ideen zu Klimaschutzmaßnahmen greifen die Zusammenarbeit mit den Akteuren auf und wurden durch die Expertise des beauftragten Fachbüros verarbeitet und ergänzt.

Maßnahmenkatalog:

Handlungsfeld Vorbild Stadt-Verwaltung und Stadtwerke

Klimaschutzmanager
Ökostrom für Stadtverwaltung
Klimafreundliches Neubaugebiet
Beteiligung an Windparks außerhalb des Stadtgebietes
 
Handlungsfeld Energie-Erzeugung
PV-Zubau Dächer 
Errichtung eines Solarparks
Biogasanlage
Aufbau Nahwärmenetze
Bürgerwindrad
PV und Parken
Klein-WKAs in landwirtschaftliche Betrieben
 
Handlungsfeld Effizienz-Einsparung
Sanierung + Wärmedämmung von Gebäuden (Quartierskonzept)
Heizungsoptminierungsaktion
Energieeffiziente Straßenbeleuchtung
BHKW für Wohnungsbaugesellschaften
Offensive Mini-BHKW
 
Verkehr
Ausbau Elektromobilität
Carsharing
Parkraumkonzept Innenstadt
Fahrrad City Logistik
 
Bildung-Sonstiges
Betriebliches Mobilitätsmanagement
Bildung an Schulen und Kindergärten
Autarkes Musterhaus / Innovatives Energiehaus
Informationen zu klimafreundlichen Konsumverhalten
Modellprojekt Stromspeicherung

Controlling-Konzept

Den größten Nutzen hinsichtlich der Etablierung von Klimaschutzbestrebungen erwarten wir vom Aufbau des kommunalen Prozessmanagements. Es soll dauerhaft messbare Verbesserungen bewirken und durch einen offenen Dialog Transparenz nach innen und außen herstellen.

Die kontinuierliche Überprüfung von der Stadt sowie vom Klimabündnis festgelegten CO2-Minderungsziele und ihre langfristige Wirksamkeit soll in regelmäßigen Abständen erfolgen. Um dies zu erreichen und damit Zwischenstandsprüfungen, die Beobachtung der Energieverbrauchsentwicklung sowie Emissionstrends messen zu können, kann das Monitoringinstrument ECORegion genutzt werden. Diese Plattform vereint momentan über 1.600 Städten, Gemeinden und Landkreisen in ganz Europa.

 

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