Schwäbisch Gmünd, 2018

Eugen Netzel. Goldschmied – Maler – Bildhauer

22. Juli – 30. September 2018

Schwäbisch Gmünd, 2018

Stillleben mit Kanne und Becher, 1931, Tempera auf Papier, 50 x 35 cm

Schwäbisch Gmünd, 2018

Hühner, 1932, Tempera auf Papier, 32,2 x 42 cm

Schwäbisch Gmünd, 2018

Tänzer, 1932, Öl auf Leinwand, 74,5 x 50 cm

»Was von seinem Schaffen geblieben ist, steht vor uns als eine erloschene Verheißung, die das Größere noch hätte erwarten lassen.« (Emil Gemeinder, 1970)

Das künstlerische Schaffen von Eugen Netzel, geboren 1903 in Schwäbisch Gmünd, verhieß Größeres. Doch mit nur 41 Jahren starb der Goldschmied, Maler und Bildhauer 1944 in russischer Kriegsgefangenschaft. So blieb nicht nur sein Werk unvollendet. Auch das im Jahrzehnt bis zum Zweiten Weltkrieg Geschaffene ist in seinem Umfang bis heute noch weitgehend unbekannt. 

Die Ausstellung im Museum seiner Geburtsstadt bietet die Gelegenheit, das Werk des lange vergessenen Künstlers kennenzulernen. Zu sehen sind rund 60 Arbeiten, darunter Gemälde, Zeichnungen, Reliefs sowie Silbergerät und Schmuck. Sie geben einen umfassenden Einblick in Eugen Netzels Schaffen. Die Arbeiten stammen aus dem Nachlass, der dank einer umfangreichen Schenkung seit 2017 im Gmünder Museum verwahrt wird.

Die Ausstellung wird am Sonntag, 22. Juli 2018, um 11 Uhr eröffnet. Svenja Müller (Querflöte) und Cornelia Felber (Klavier), Preisträgerinnen im Bundeswettbewerb »Jugend musiziert« und Schülerinnen der
Städtischen Musikschule Schwäbisch Gmünd, musizieren.

Eugen Netzel wurde am 28. September 1903 in Schwäbisch Gmünd geboren. In seiner Geburtsstadt absolvierte er zunächst eine Lehre im Edelmetallgewerbe. In der Folgezeit besuchte er die Staatliche Kunstgewerbeschule in Stuttgart, arbeitete zwischenzeitlich als Goldschmied und selbstständiger Kunstgewerbler, bevor er von 1927 bis 1928 zum Studium ans Bauhaus in Dessau ging. Neben der Arbeit in den Werkstätten für Metall und Wandmalerei studierte er in den neu eingerichteten freien Malklassen und erhielt Anregungen von Wassily Kandinsky, Lyonel Feininger, Oskar Schlemmer und Paul Klee. Deren Ideen verarbeitete er in eigenständiger Manier und entwickelte sie in seiner Kunst selbständig schöpferisch weiter.
Nach der Rückkehr aus Dessau nahm er von Oktober 1928 bis März 1929 in Stuttgart am 10. Gewerbelehrerkurs teil. In den folgenden zehn Jahren bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkriegs arbeitete Eugen Netzel selbstständig als Kunstgewerbler. Kontinuierlich entwickelte er sein künstlerisches Werk weiter. Es entstanden zahlreiche Metallarbeiten, Schmuckstücke und Plastiken sowie Zeichnungen und malerische Arbeiten, darunter Landschaften, Blumenstillleben und Porträts. Stilistisch sind die Anregungen des Bauhauses spürbar. Dem Studium der Natur maß er große Bedeutung zu. In der Offenheit für die Abstraktion blieb die Gegenständlichkeit stets erhalten.
Im Jahr 1935 heiratet Eugen Netzel und zog nach Gingen an der Fils, dem Heimatort seiner Frau. Zwischen 1935 und 1937 bildete er sich an der Staatlichen Kunstgewerbeschule in Stuttgart weiter. Im September 1939 wurde er zum Kriegsdienst eingezogen. Von 1940 bis 1944 war er Soldat im Frankreichfeldzug, in Serbien, der Ukraine und im Kaukasus. Im August 1944 geriet Eugen Netzel in russische Kriegsgefangenschaft, in der er am 16. November 1944 verstarb.

  Informationsflyer zur Ausstellung zum Herunterladen  (PDF-Datei, 0,43MB)
 

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