Ausstellung im Rathaus

"Porträtgeschichten" von Rolf Thuma

Ausstellung vom 26. Juli bis 16. September

"Porträtgeschichten"

Was passt besser in eine Rathausausstellung als Bilder von Politikern?

Ausgestellt wird eine Porträtreihe sämtlicher Bundeskanzler der BRD, eine Serie mit Fortsetzungscharakter. Es werden typische Gesten und Symbole von Politikern als Geschichten in den Bildern erzählt, die nonverbale Kommunikation dargestellt.

Wir wissen alle, Politiker lieben große Gesten. Aus gutem Grund: Wir erinnern uns besser, wie jemand aussieht, was er anzieht oder sich verhält, weniger an seine Worte. So funktioniert eben unser Gehirn. Es speichert leichter visuelle als verbale Informationen. Körpersprache ist daher für Politiker ein entscheidender Erfolgsfaktor.Unsere Gesten haben dabei eine enorme Macht. Manche Studien schreiben ihnen bis zu 80% der kommunikativen Wirkung zu – noch vor den Worten. Unsere Körpersprache dabei ist jedoch meist eine unbewusste.

Zusätzlich zu diesen neun Kanzlerbildern werden noch drei weitere Politikerporträts als Überraschung ausgestellt: Winfried K., R. A. und J. B.

Im Treppenaufgang zum 1. OG können Sie die „Mädchen mit der Perlenkette“, eine Werkgruppe mit vier Bildern betrachten.
Louise Brooks wurde 1906 in Kansas/USA geboren. „Brooksie“ oder „Lulu“ wie die nur 1,57 m große Schauspielerin und Tänzerin liebevoll genannt wurde, war in der Stummfilmzeit eine der bekanntesten und schillerndsten Persönlichkeiten. Visuell wurde Louise Brooks auch durch ihren Bubikopf, den sie angeblich erfunden hat, bekannt. Mit dem deutschen Regisseur Georg Wilhelm Papst filmte sie 1929 „Die Büchse der Pandora“, ein expressionistisches Drama. Millionen von Frauen kopierten ihre Haarfrisur, die zu ihrem Markenzeichen und zum Ausdruck des neuen Freiheitsgefühls der 1920er Jahre wurde.

Im Treppenaufgang zum 2. OG sowie auf den Stellwänden im 2. OG zeigt Rolf Thuma seine Modigliani-Serie:
Amadeo Clemente Modigliani wurde am 12. Juli 1884 in Livorno geboren. Er starb am 24. Januar 1920 in Paris, lungenkrank und verarmt. Obwohl an Tuberkulose erkrankt, konsumierte er Haschisch, Opium, trank sehr viel – ein exzessives Leben.

Seine Bilder haben eine gewisse Signalwirkung. Eine starke Kontur, überlängte Köpfe, volle Lippen, mandelförmige, teilweise blinde Augen sind das Markenzeichen in Modiglianis Bildern. Die Darstellung ist stark reduziert, in seinen Porträts und Akten ist sie auf die Person fokussiert, so dass der Raum in den Hintergrund tritt und damit keine Rückschlüsse auf das soziale Umfeld zu erkennen sind.

Thuma hat je drei Bilder von der Verlobten Modiglianis, Jeanne Hébuterne, und von Hanka Zborowski (die Ehefrau seines letzten Kunsthändlers) gemalt, auf seine Art. Die Bildhintergründe wurden auf einfache geometrische Formen reduziert.

Übrigens: Modiglianis Bilder sind mittlerweile unerschwinglich, die von Thuma dagegen schon!

Auszeichnen konnte sich Rolf Thuma als Finalist verschiedener internationaler Kunstwettbewerbe, unter anderem in Leverkusen beim 6. Europäischen Künstlerwettbewerb „Künstler entdecken Europa“. Von seiner Ausstellung „Kunst im Kofferraum“ berichtete der Südwestrundfunk in der Landesschau Baden-Württemberg.

Insgesamt werden 23 Unikate/Originale ausgestellt.

Herr Thuma bietet am Samstag, den 6. August, 13. August und 10. September jeweils um 11 Uhr kostenlose Führungen in entspannter Atmosphäre an. Treffpunkt im 1. OG des Rathauses.

Vergangene Ausstellungen

Wiederverzauberung der Welt von Sabina Wörner

Wiederverzauberung der Welt

Die Bilder von Sabina Wörner vermitteln Leichtigkeit, Trost und Freude an kleinen Dingen

Zum Frühlingsbeginn gibt es wieder eine Farbexplosion mit den Bildern von Sabina Wörner im Schwäbisch Gmünder Rathaus. Dieses Mal sind die Bilder erzählerischer. Es tummeln sich Tiere und Menschen zwischen den Blüten und Stilleben. Es geht um das Wilde, Natürliche, um Blühen und Verglühen. Schon im Eingang, im barocken Lichthof, sieht man beinahe in einem Blick nach oben vier grossformatige Bilder übereinander mit Blütenthemen. Peng! Man ist im Garten! Die Bilder scheinen durch ihre barocke Üppigkeit wie gemacht für die Einrahmung durch die barocken Säulen und goldenen Ornamente des Lichthofs.

Man geht die Treppe hoch und dann:

Das Leben mit all seinen Facetten hält Eintritt!. Das Selbstporträt von Masaccio schaut aus dem Bild zwischen Mosaiken aus Ravenna und üppiger Laszivität. “Past Beauty Now”(Schönheit aus der Vergangenheit Jetzt) heisst das Bild und verweist damit auf die ewige und unmittelbare Präsenz und Schönheit von tief empfundenen Porträts

Ein besonderes Bild ist das Porträt ihrer Mutter nach mehreren Schlaganfällen und eingepackt in Schals, die man ihr zum 89. Geburtstag schenkte. Ihr Blick ist nicht mehr so richtig von dieser Welt; sie ist hier und schon nicht mehr hier. Ihre Hände lassen los, und sie ist umgeben von Herbstblättern und Trauben, die auch schon locker hängen.. “Ageless Beauty (Zeitlose Schönheit)” heisst das Bild. Der Titel spricht für sich..

Vor der Pubertät sind Mädchen oft noch so direkt und erfrischend gnadenlos. Mathilda im gleichnamigen Film kann zaubern, wenn sie wütend ist, und die Blüten und Früchte wuchern!

Man wandelt durch die Gänge:

Ein Rotkehlchen in einem Baum aus Äpfeln und Beeren führt die Kinder in Sabina’s Lieblingsbuch “The Secret Garden” in den verlassenen, überwucherten Garten. Ein orange glühendes Eichhörnchen, umgeben von Blutmonden, findet mitten in der Nacht einen Schatz.

Und dann gibt’s noch die üppigen leuchtendenden Stilleben, die den Frühling ankündigen und die Farben des Sommers ahnen lassen..Man kann darin schwelgen, wie Sabina das beim Malen tut.. Glücksmomente in ihrer lebensbejahenden Direktheit!

In diesen Tagen ist der Titel “Wiederverzauberung der Welt” beinahe zum Programm geworden.

Das grosse Vorbild von Sabina Wörner , der Maler Henri Matisse, war ein Maler des Trostes und der Leichtigkeit in den schweren Zeiten rund um den ersten und zweiten Weltkrieg. Die Bilder von Sabina haben einen ähnlichen Effekt. Sie erinnern einen an die Schönheit der kleinen Dinge, an den Zauber der Welt, der zu allen Zeiten für jeden zu entdecken ist und tragen zur Wiederverzauberung bei.

Die Ausstellung ist dem Lehrer von Sabina Wörner gewidmet. Sie selbst sagt dazu:

“In 2019 ist mein geliebter Lehrer und Freund, der geniale Maler Bernd Schwering, der Caspar David Friedrich der Moderne, an ALS verstorben. Diese Ausstellung ist ihm gewidmet. Er hat mir und all seinen Schülern beigebracht, wie wichtig es ist, den Zauber in der Welt wahrzunehmen und mit unserer Malerei an der Wiedeverzauberung beizutragen. Danke Bernd!” Sabina Wörner, Arnheim 14.01. 2020

ZUM BILD