Ausstellung im Rathaus

Wiederverzauberung der Welt

Die Bilder von Sabina Wörner vermitteln Leichtigkeit, Trost und Freude an kleinen Dingen

Zum Frühlingsbeginn gibt es wieder eine Farbexplosion mit den Bildern von Sabina Wörner im Schwäbisch Gmünder Rathaus. Dieses Mal sind die Bilder erzählerischer. Es tummeln sich Tiere und Menschen zwischen den Blüten und Stilleben. Es geht um das Wilde, Natürliche, um Blühen und Verglühen. Schon im Eingang, im barocken Lichthof, sieht man beinahe in einem Blick nach oben vier grossformatige Bilder übereinander mit Blütenthemen. Peng! Man ist im Garten! Die Bilder scheinen durch ihre barocke Üppigkeit wie gemacht für die Einrahmung durch die barocken Säulen und goldenen Ornamente des Lichthofs.

Man geht die Treppe hoch und dann:

Das Leben mit all seinen Facetten hält Eintritt!. Das Selbstporträt von Masaccio schaut aus dem Bild zwischen Mosaiken aus Ravenna und üppiger Laszivität. “Past Beauty Now”(Schönheit aus der Vergangenheit Jetzt) heisst das Bild und verweist damit auf die ewige und unmittelbare Präsenz und Schönheit von tief empfundenen Porträts

Ein besonderes Bild ist das Porträt ihrer Mutter nach mehreren Schlaganfällen und eingepackt in Schals, die man ihr zum 89. Geburtstag schenkte. Ihr Blick ist nicht mehr so richtig von dieser Welt; sie ist hier und schon nicht mehr hier. Ihre Hände lassen los, und sie ist umgeben von Herbstblättern und Trauben, die auch schon locker hängen.. “Ageless Beauty (Zeitlose Schönheit)” heisst das Bild. Der Titel spricht für sich..

Vor der Pubertät sind Mädchen oft noch so direkt und erfrischend gnadenlos. Mathilda im gleichnamigen Film kann zaubern, wenn sie wütend ist, und die Blüten und Früchte wuchern!

Man wandelt durch die Gänge:

Ein Rotkehlchen in einem Baum aus Äpfeln und Beeren führt die Kinder in Sabina’s Lieblingsbuch “The Secret Garden” in den verlassenen, überwucherten Garten. Ein orange glühendes Eichhörnchen, umgeben von Blutmonden, findet mitten in der Nacht einen Schatz.

Und dann gibt’s noch die üppigen leuchtendenden Stilleben, die den Frühling ankündigen und die Farben des Sommers ahnen lassen..Man kann darin schwelgen, wie Sabina das beim Malen tut.. Glücksmomente in ihrer lebensbejahenden Direktheit!

In diesen Tagen ist der Titel “Wiederverzauberung der Welt” beinahe zum Programm geworden.

Das grosse Vorbild von Sabina Wörner , der Maler Henri Matisse, war ein Maler des Trostes und der Leichtigkeit in den schweren Zeiten rund um den ersten und zweiten Weltkrieg. Die Bilder von Sabina haben einen ähnlichen Effekt. Sie erinnern einen an die Schönheit der kleinen Dinge, an den Zauber der Welt, der zu allen Zeiten für jeden zu entdecken ist und tragen zur Wiederverzauberung bei.

Die Ausstellung ist dem Lehrer von Sabina Wörner gewidmet. Sie selbst sagt dazu:

“In 2019 ist mein geliebter Lehrer und Freund, der geniale Maler Bernd Schwering, der Caspar David Friedrich der Moderne, an ALS verstorben. Diese Ausstellung ist ihm gewidmet. Er hat mir und all seinen Schülern beigebracht, wie wichtig es ist, den Zauber in der Welt wahrzunehmen und mit unserer Malerei an der Wiedeverzauberung beizutragen. Danke Bernd!” Sabina Wörner, Arnheim 14.01. 2020

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