Jubiläum Feuerwehr Wetzgau Jahre 125 1897 - 2022 Feuerwehr Wetzgau seit Generationen für Bürgersinn und Nächstenhilfe
Impressum Herausgeber Stadt Schwäbisch Gmünd Feuerwehr Schwäbisch Gmünd Abteilung Wetzgau/Rehnenhof vertreten durch: Oberbürgermeister Richard Arnold Pressesprecher Markus Herrmann Rathaus, Marktplatz 1 73525 Schwäbisch Gmünd Telefon 07171 / 603 - 0 Telefax 07171 / 603 - 1019 E-Mail [email protected] Redaktion und Texte Heino Schütte Hubert Hiller Christian Dolle Carmen Maile Pauline Glania Layout & Satz Christian Sauer Fotos Heino Schütte Feuerwehr Schwäbisch Gmünd Jana Lenner Auflage 5.000 Stück Druck Friedel Beschriftungen & Werbetechnik GmbH Fischer Druck GmbH & Co. KG
1 Inhalt Grußworte Seite 2 -5 Chronik Seite 7 - 24 Unser Stadtteil Rehnenhof/Wetzgau Seite 28 Einsätze Seite 30 – 35 Mannschaftsfoto Seite 38 – 39 Der Angriffstrupp Seite 42 – 43 Brandschutzerziehung Seite 48 – 49 Festprogramm Seite 55 Die Jugendfeuerwehr Seite 58 – 59 Mitglied der Feuerwehr sein Seite 62 - 64 Die Altersabteilung Seite 68 Klang-Memory Seite 73 Totengedenken Seite 76 – 77
2 Grußworte Grußwort des Oberbürgermeisters Liebe Feuerwehrkameradinnen, liebe Feuerwehrkameraden, sehr geehrte Damen und Herren, die Freiwillige Feuerwehr Wetzgau/Rehnenhof kann wahrlich auf spannende Jahre zurückschauen: Seit der Gründung im Jahr 1897 als Abteilung der Feuerwehr Großdeinbach, sind 125 Jahre vergangen. Nicht nur die Organisation hat sich im Laufe der Jahre geändert, sondern besonders auch die Anforderungen und Aufgaben. Neben der rasanten Entwicklung im Wohnbau, die Wetzgau/Rehnenhof genommen hat, stellen mehrere Seniorenwohnanlagen, das Christliche Gästezentrum Schönblick, das Erlebniszentrum der Weleda, landwirtschaftliche Anwesen sowie mehrere Handwerks- und Industriebetriebe die Feuerwehr immer wieder vor neue Herausforderungen. Ihr ist es dabei gelungen – auch mit der steten Anpassung der Ausrüstung und durch die Unterstützung der Stadt – sich weiterzuentwickeln und am Puls der Zeit zu bleiben. Solch ein Jubiläum ist deshalb ein besonderer Anlass um zu feiern, aber auch um innezuhalten, mit Stolz zurückzublicken und von Herzen dankzusagen für den Einsatz jeder und jedes Einzelnen in den vergangenen Jahrzehnten: Danke für das vorbildliche Engagement zum Wohle der Bürgerinnen und Bürger in dem Ortsteil Wetzgau/Rehnenhof und darüber hinaus. Danke für die Arbeit, die freiwillig, in der Freizeit und „rund um die Uhr“ geleistet wurde und wird. Danke für die Tätigkeit in der Feuerwehr, bei der die eigene Gesundheit und gar das Leben auf dem Spiel steht. Danke für die Bereitschaft, sich immer weiterzubilden und weiterzuentwickeln. Danke aber auch für die vielen Beiträge zur dörflichen Gemeinschaft und Brauchtumspflege, die weit über den reinen Feuerwehrdienst hinausgehen. All dieses große und beispielgebende Engagement ist keine Selbstverständlichkeit; es ist wertvoll und jeder und jedem Einzelnen hoch anzurechnen. Mein Dank gilt auch den Abteilungskommandanten, Stellvertretern, der Jugendfeuerwehr, den Feuerwehrsenioren sowie auch den Familien und Freunden unserer Feuerwehrleute für die unermüdliche Arbeit in den letzten 125 Jahren. Ich gratuliere mit großer Freude zum Jubiläum, wünsche den Feierlichkeiten einen gelingenden Verlauf und für die Zukunft weiterhin eine kameradschaftliche Gemeinschaft, die zusammensteht und zusammenhält. Ihr Richard Arnold Oberbürgermeister
3 Grußworte Grußwort des Ortsvorstehers Herzlichen Glückwunsch unseren Frauen und Männern der Feuerwehrabteilung Wetzgau, die in diesem Jahr ihr 125-jähriges Jubiläum zusammen mit allen Bürgerinnen und Bürgern unseres Stadtteils Rehnenhof/Wetzgau feiern dürfen. Mutige Männer haben damals im Jahr 1897, als Wetzgau noch zur Gemeinde Großdeinbach gehörte, erkannt, wie wichtig es ist Löschgeräte beim Bauer und Wirt Karl Übele zu deponieren, um den Brandschutz auch hier zu verbessern. In diesen 125 Jahren hat sich natürlich einiges für die Feuerwehr verändert. Die Anforderungen haben sich vom Brandschutz über technische Hilfe- leistungen bis hin zu Umwelteinsätzen geändert. Dafür ist unsere Feuerwehr mit einem funktionellen Gerätehaus und hochmodernen Fahrzeugen mit der aktuellsten Technik ausgestattet. Es sind aber immer noch die Menschen, Frauen und Männer, die sich für alle Mitbürger mit ganzer Kraft einsetzen um Gefahren abzuwenden, Brände zu löschen, Menschen und Tiere zu retten und unsere Umwelt vor Schaden zu bewahren. Dafür ein herzliches „Vergelts Gott“ auch im Namen des Ortschaftsrats und der gesamten Bürgerschaft unsers Stadtteils. Für die Festtage vom 5. bis 7. August 2022 wünschen wir unserer Feuerwehr ein gutes Gelingen und viele schöne Begegnungen bei gutem Sommerwetter. Mit kameradschaftlichen Grüßen Johannes Weiß Ortsvorsteher
4 Grußworte Grußwort des Feuerwehrkommandanten Liebe Feuerwehrkameradinnen, liebe Feuerwehrkameraden, seit nunmehr 125 Jahren gibt es die Feuerwehr zum Schutz der Bevölkerung im schönen Stadtteil Rehnenhof-Wetzgau. Seit 1897 hat sich in Sachen Feuerwehr und Katastrophenschutz viel verändert und weiterentwickelt und es sind zahlreiche Aufgaben dazugekommen. Doch der einstige Leitgedanke „Schutz und Hilfe“ für die Mitmenschen im Stadtteil und drüber hinaus ist bis heute geblieben. Der Fuhrpark wurde erst 2021 mit einem neuen LF 20 KatS und einem GW-L2 aufgerüstet und auch die feuerwehrtechnische Ausrüstung sowie die Dienst- und Schutzkleidung für die Angehörigen der Abteilung sind modernisiert und angepasst. Um mit den technischen Ansprüchen mitzuhalten ist eine ständige Weiterbildung und großes Engagement nötig. Für diese großartige Einsatzbereitschaft möchte ich mich bei jedem einzelnen Angehörigen der Abteilung Wetzgau sowie den Abteilungskommandanten und Stellvertretern von Herzen bedanken. Ihr alle opfert eure Freizeit und übernehmt täglich eine große Verantwortung für die Allgemeinheit. Vielen Dank dafür. Ich möchte auch an die Altersabteilung und an die Jugendfeuerwehr ein großes Lob und meine Anerkennung aussprechen. Ihr gehört zur Vergangenheit und zur Zukunft der Abteilung und seid Zeitzeugen einer 125-jährigen Geschichte. Die Feuerwehr ist aus dem kulturellen sowie sozialen Teil des Stadtteils nicht mehr wegzudenken und fest mit den Bürgern verbunden. Dies soll auch für die nächsten 125 Jahre so bleiben. Ich wünsche der Abteilung zum Jubiläum alles Gute, weiterhin einen guten Zusammenhalt und ein harmonisches Fest. Uwe Schubert Feuerwehrkommandant
5 Grußworte Grußwort des Abteilungskommandanten Unsere Abteilung Wetzgau/Rehnenhof der Feuerwehr Schwäbisch Gmünd feiert dieses Jahr ihr 125-jähriges Jubiläum. Hierzu heiße ich alle Gäste herzlich willkommen und freue mich mit meinen Kameradinnen und Kameraden auf drei vergnügliche Festtage. 125 Jahre sind vergangen, seit mutige Männer Verantwortung übernommen haben und die damalige Gemeinde Großdeinbach im Dorf Wetzgau erstmals eine Feuerwehr aufstellte. Seit dieser Zeit hat sich viel verändert. Zwei Mal ist die Feuerwehr umgezogen – 1971 in den Holderweg, 2005 in die Deinbacher Straße – dem heutigen Standort. Erstmals 1971 erhielt die Feuerwehr ein Löschfahrzeug, 50 Jahre später wurde der Fuhrpark grundlegend erneuert und ein Löschgruppenfahrzeug 20 KatS und ein Gerätewagen Logistik 2 übernommen. Einst gegründet als spärlich ausgestattete Selbsthilfegruppe, ist unsere Feuerwehr eine moderne, leistungsfähige Einheit geworden, die zusammen mit den Kameradinnen und Kameraden der anderen Abteilungen der Feuerwehr Schwäbisch Gmünd und der Nachbarwehren gemeinsam hilft, wo Bürgerinnen und Bürger unsere Hilfe benötigen. Darüber hinaus engagieren wir uns bürgerschaftlich, sei es beim Landschaftsputz, dem Aufstellen des Maibaums sowie Festen und Veranstaltungen. Auf die Feuerwehr ist immer Verlass! Zwischenzeitlich fühlen sich 7 Frauen und 31 Männer dem Dienst in der Abteilung Wetzgau/Rehnenhof als Teil der Feuerwehr Schwäbisch Gmünd verpflichtet. Rund ein Dutzend Kinder und Jugendliche engagieren sich in der Jugendfeuerwehr. Eine wichtige Stütze bildet die Altersabteilung, die die Einsatzabteilung tatkräftig unterstützt. Viel hat sich verändert, jedoch ist unser Motto immer dasselbe geblieben: Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr! Getreu diesem Motto möchten wir mit Ihnen unser Jubiläum feiern und freuen uns auf Ihren Besuch auf dem Festgelände am Himmelsgarten. Ihr Mathias Weiß Abteilungskommandant
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7 Chronik Chronik der Feuerwehr Wetzgau (heute Abteilung Wetzgau/Rehnenhof der Feuerwehr Schwäbisch Gmünd) 125 Jahre im freiwilligen Dienst der tätigen Nächstenhilfe Seit 125 Jahren sind im Dorf Wetzgau und heute im Stadtteil Rehnenhof- Wetzgau Frauen und Männer im freiwilligen Dienst Feuer und Flamme, wenn es um den Schutz der Bevölkerung vor Gefahren durch Brände, Naturgewalten und anderen Unglücken geht. Bei dieser tätigen und ehrenamtlichen Nächstenhilfe werden oft auch selbstlos Gesundheit oder sogar das Leben aufs Spiel gesetzt, um in Not geratenen Mitbürgern zu helfen und deren Existenz oder Leben zu retten. Diese auch zutiefst christliche Mission durchzieht alle 125 Jahre, auf welche die Wetzgauer Feuerwehrfamilie nun im Jahr 2022 stolz und dankbar zurückschaut. Mit kleiner Ausrüstung haben schon die Gründerväter der Wetzgauer Feuerwehr Großes geleistet sowie Geist und Grundlage für die heute technischhochmodern ausgerüsteteAbteilungWetzgau/Rehnenhof der Feuerwehr Schwäbisch Gmünd geschaffen. Erstes Feuerwehrhaus in der Deinbacher Straße
8 Chronik 1897 Gründungsjahr in Wetzgau Die Urgeschichte der Wetzgauer Feuerwehr reicht zurück ins Ende des 19. Jahrhunderts: Im März 1891 bedrohte ein Großbrand das Dorf Wetzgau. Nur mit viel Mühe konnten die aus umliegenden Orten mit Pferdegespannen herbei geeilten Spritzenmannschaften das Feuer auf das Anwesen des Bauern Georg Müller begrenzen. Wetzgau war damals Ortsteil der weitläufigen Flächengemeinde Großdeinbach. Der Vorfall in Wetzgau beschäftigte das „Schultheißenamt“ sehr, weil es hier im kleinen Ortsteil mit einer bereits beachtlichen Zahl von Bauernhöfen, Gasthäusern und kleinen Handwerksbetrieben noch keine organisierten Mittel, geschweige denn eine geschulte Mannschaft für die Brandbekämpfung gab. Aus einem Großdeinbacher Ratsprotokoll vom 9. August 1897 geht schließlich hervor: Der Wetzgauer Gastwirt Karl Übele erhält für Aufbewahrung und Pflege von Feuerlöschgeräten pro Jahr eine Entschädigung von 1,50 Mark. Und es ist die Rede von „zwei Zügen“, die nun im Dorf als Feuerlöschmannschaft zur Verfügung stehen. So kann also 1897 als das Gründungsjahr der Feuerwehr Wetzgau recht genau dokumentiert werden. „Rettungsgesellschaft in Feuersgefahr” bereits ab 1831 in Gmünd Bedingt durch Verwaltungsreformen und ganz besonders durch die Zwangs- eingliederung Wetzgaus durch die nationalsozialistischen Machthaber zur Stadt Gmünd im Jahre 1938 sind viele Dokumente verloren gegangen, so dass eine Nachverfolgung der Wetzgauer Feuerwehrgeschichte zwischen den Welt- kriegen nur lückenhaft möglich ist. Zunächst war die einstige Staufergründung mit der stolzen Kolomankirche im Laufe der 125 Jahre sozusagen ein „Anhängsel” Großdeinbachs, dann Gmünds. Doch man weiß aus verschiedenen Quellen und Erzählungen, dass die Wetzgauer eine gute und vertraute Dorfgemeinschaft mit eigenständigem Sinn pflegten. Das traf gewiss auch auf die Feuerwehr zu. Aus dem nahen Gmünd färbte der Gemeinschaftsgeist unter dem Leitspruch „Gott zu Ehr, dem Nächsten zur Wehr” ab. Denn schon 1831 hatten dort engagierte Bürger die „Rettungsgesellschaft in Feuersgefahr” aus der Taufe gehoben. Diese bald 200 Jahre alte „Gmünder Bürgerinitiative” um Kaufmann Johannes Buhl und den Fabrikanten und Stadtrat Karl Röll gehört damit zu den ältesten Freiwilligen Feuerwehren Deutschlands, worauf heute alle ihre 13 Abteilungen gemeinsam stolz sein dürfen. 1933 erstes Feuerwehrhaus am Wetzgauer Feuerlöschteich Doch zurück nach Wetzgau: Verbrieft ist, dass der Gemeinderat Großdeinbach 1912 Geldmittel genehmigte, um am „Waaghaus“ in Wetzgau einen Anbau für die Unterbringung von Feuerlöschgeräten zu errichten. Wie in anderen Orten war es auch in Wetzgau Ehrensache für gesunde und kräftige Bauern, Handwerker und auch Gastwirte, dass sie sich zu Übungen trafen und im Brandfall unter dem
9 Chronik Kommando von Hauptleuten versammelten, um im Dorf selbst oder auch in der Nachbarschaft Hilfe zu leisten. Die Alarmierung erfolgte in den Anfangsjahren über Kirchenglocken und Hornsignale. Aus dem Jahre 1927 wird von einem weiteren Gerätewachstum berichtet: Bei Feuerwehrkamerad Max Steeb wird weitere Ausrüstung deponiert, bei Hermann Fritz sogar ein Löschkarren. Persönliche Schutzausrüstung (PSA), wie sie heute selbstverständlich ist? Fehlanzeige. Nur die Hauptleute hatten in jener Zeit echte Uniformen. Helme mit Feder- und Buschwerk dienten weniger als Schutz, sondern vielmehr als Kennzeichnung für die Rangordnung. Für die Mannschaften gab es überwiegend lediglich Armbinden als Uniformierung. 1933 bekam Wetzgau mit Großdeinbacher Zustimmung endlich so etwas wie einen eigenständigen Feuerwehrhausneubau. Es war ein Schuppen, der direkt am Feuersee an der Deinbacher Straße errichtet wurde. Der Standort ist heute noch zu sehen, weil der Feuersee dort als betonierter, unterirdischer Löschwasserbehälter als Reserve für größere Brandeinsätze erhalten geblieben ist. Unsere Kameraden der Altersabteilung erinnern sich noch lebhaft an dieses erste Wetzgauer „Feuerwehrhaus“, weil dieser Platz auch beliebter Treffpunkt der Kinder wurde. Zwei Löschkarren und ein Leiterwagen 1935 im „Fuhrpark” Der „Fuhrpark” konnte sich mittlerweile sehen lassen. Er umfasste zwei Löschkarren mit Handruckspritzen und Schlauchmaterial sowie einen Leiterwagen. Als Beleuchtungsgeräte dienten Laternen. Wichtig waren Äxte und Einreißhaken, um Brandbreschen zu schlagen. Sportliche Kameraden waren mit Hakenleitern vertraut, mit denen man abenteuerlich jede Fensterfront eines Gebäudes erklimmen konnte. Angesichts der Frömmigkeit und Anständigkeit der Wetzgauer darf bezweifelt werden, ob auch Waffen zur Ausrüstung gehörten. Andernorts war es üblich, dass zur Feuerwehr auch eine bewaffnete Wachmannschaft gehörte, um Brandstellen gegen Plünderer abzusichern. 1937 Bewährungsprobe bei Großbrand im Dorf Eine Bewährungsprobe erlebte die Feuerwehr Wetzgau 1937: In der Landwirtschaft mit Schuhmacherwerkstatt von Johann Baptist Kolb brach ein Großbrand aus. Die achtjährige Tochter des Mesners Hörner wurde in die Kolomankirche geschickt, um mit den Kirchenglocken Alarm zu schlagen. Gemeinsam mit dem motorisierten Weckerlinienlöschzug aus Gmünd konnte das Dorf gerettet werden. Johann Baptist Kolb, dessen Anwesen niedergebrannt war, soll - so zumindest die Erzählung von damals - schockiert heimgekommen sein. Sein Gang soll in den noch erhaltenen Mostkeller geführt haben, um sodann in einem nahen Gartenhäuschen zunächst seinen Durst reichlich zu löschen und das schlimme Unglück zunächst mit einem ordentlich Rausch zu verarbeiten.
10 Chronik Durch Zwangseingliederung ab 1938 Abteilung der Gmünder Feuerwehr Mit der Zwangseingliederung Wetzgaus wurde die örtliche Feuerwehr als Abteilung den Gmünder Brandschützern beziehungsweise der sogenannten Feuerschutzpolizei zugeordnet. Die Machthaber verordneten damals den Löschfahr- zeugen statt der angestammten roten nun eine grüne Lackierung. Bedingt auch durch die Kriegsereignisse schrumpfte die Personalstärke der Feuerwehr Wetzgau auf nur noch 20 Aktive. Die Feuerwehr wurde auch Teil des millitärisch strukturierten Luftschutzes. Aufzeichnungen oder Fotos über kriegsbedingte Einsätze beispielsweise bei Bombenangriffen auf den Gmünder Bahnhof waren damals von der Propagandamaschinerie untersagt. Von der Feuerwehr Gmünd ist bekannt, dass sie mehrmals auch nach Stuttgart gerufen wurde, um nach Bombenangriffen bei Lösch- und Rettungsarbeiten zu helfen. Neuorganisation ab 1945 und die erste Motorpumpe Kurz nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Wetzgauer Feuerwehr erstmals motorisiert. Und zwar in Gestalt einer Spritze mit Benzinmotor eines französischen Herstellers. Der frühere und unvergessene erste hauptamtliche Gmünder Gerätewart Hermann Haag berichtete noch schmunzelnd von Rätselraten und manchen Kunststücken im Umgang und bei der Ersatzteilbeschaffung für die ausländische Motorspritze der Abteilung Wetzgau.
11 Chronik Ab 1959 Feuermelder und Sirenenalarm Mit der Rehnenhofsiedlung, wo viele Vertriebene eine neue Heimat fanden, sowie mit Siedlungsgebieten im Nordwesten von Wetzgau verzeichnete der Stadtteil in den 50er- und 60er-Jahren ein stürmisches Wachstum. Auch Gewerbebetriebe siedelten sich an. Die Friedensschule wuchs gleichfalls rasant. Die Stadtväter sorgten daher auch für eine zeitgemäße Aufrüstung der neugruppierten „Freiwilligen Feuerwehr Schwäbisch Gmünd Abteilung III Wetzgau/Rehnenhof“, wie sich nun die Mannschaft unter ihrem ersten Nachkriegskommandanten Alfred Rieger betiteln durfte. Die Abteilungsziffer „III“ resultierte damals aus dem Umstand, dass es in der Feuerwehrstruktur der Innenstadt seinerzeit zwei Abteilungen (West und Ost) gab. 1959 wurden nach städtischem Vorbild auch im Stadtteil an Plätzen und an den wichtigsten Straßen Feuermelder angebracht. Weil ja nur die wenigsten Bürger bereits ein Telefon besaßen, konnte an diesen roten Kästen nach Einschlagen einer Scheibe per Knopfdruck die auf der Friedensschule montierte Sirene und gleichzeitig auch die automatisch-mechanische Weckerlinie der Gmünder Feuerwehr ausgelöst werden. Die ersten Funkwecker, die damals noch das Aussehen eines großen Kofferradios hatten, für die sogenannte „stille Alarmierung“ hielten erst ab 1979 Einzug in die Wohnungen der Feuerwehrleute im Stadtteil. Gustav Sekinger war von 1959 bis 1969 Abteilungskommandant. Er und sein Nachfolger Manfred Nesper (1969 bis 1979) stellten zusammen mit der Gmünder Feuerwehr wichtige Weichen für die Stadtteil-Feuerwehr. 1971 Freude übers erste Wetzgauer Feuerwehrauto mit Gerätehausneubau Ein Meilenstein in der Geschichte der Feuerwehr Wetzgau nahm dann im Frühjahr 1971 Gestalt an: Der 1. Mai war ein großer Tag für den Stadtteil, als im Holderweg gleichzeitig mit einem für damalige Verhältnisse großzügige Feuerwehrhaus auch das erste Löschfahrzeug in der Geschichte der Feuerwehr Wetzgau übergeben wurde. Stolz berichteten die Gmünder Lokalzeitungen, dass die Feuerwehr Wetzgau/Rehnenhof jetzt nicht mehr auf einen Traktor angewiesen sei, um mit ihrer Tragkraftspritze zum Brandort zu eilen, sondern nun im Besitz eines modernen Feuerwehrautos sei. Das Löschgruppenfahrzeug LF 8/TS besaß neben einer eingeschobenen Tragkraftspritze sogar eine festangebaute Vorbaupumpe, beide jeweils mit einer Leistung von 800 Liter/Minute. Das war eine damals neue und ganz enorme Schlagkraft. Immer häufiger wurde die Abteilung bei größeren Bränden fortan auch als Unterstützung für die Gmünder Feuerwehr ins Stadtgebiet gerufen. Die moderne Technik weckte auch das Interesse bei jungen Männern, so dass die Mannschaftsstärke auf erfreuliche 30 Aktive anwuchs. Der ab 1979 amtierende Kommandant Herbert Weiß wusste mit seiner freundlichen und begeisterten Art auch viele Nachwuchskräfte für die Sache der Feuerwehr zu motivieren.
12 Chronik Die Führung der Feuerwehr blieb 1991 in den Händen der Familie Weiß: Johannes Weiß, der heutige Ortsvorsteher, übernahm mit dem Elan eines jungen Unternehmers die Abteilung. Für deren technische Aufrüstung war es erneut an der Zeit. Der Oldtimer LF 8/TS blickte auf ein erfülltes Fahrzeugleben zurück, hatte bei einer Vielzahl von Einsätzen größere Schäden und auch menschliches Leid vom Stadtteil abgewendet. Schmunzelnd erinnern sich ältere Kameraden an die bescheidene Motorleistung des betagten Mercedes-Benz 408. Spätestens an der Haselbach-Auffahrt war es für die Löschgruppe ein Ritual, das Auto zu verlassen, um ihm die Chance zu geben, die Steigung zu bewältigen. Aber bitte dieses Gefährt nicht vergessen oder gar verspotten: Bei einer ganzen Serie von Großbränden in den 80er-Jahren war das LF 8/TS das Erstangriffsfahrzeug, ehe über den „Mutlanger Berg“ Verstärkung aus Gmünd anrückte. In jener Zeit erinnern sich Absolventen von Lehrgängen an der Landesfeuerwehrschule auch an die Parole: Es komme in erster Linie auf eine gutes und eingespieltes Einsatzteam an, das auch mit einem kleinen Löschfahrzeug Großes leisten könne. 16 Jahre lang führte „Hannes“ Weiß die Abteilung, ehe 2007 die Verantwortung in die Hände von Mathias Weiß gelegt wurde, der weitere enorme Entwicklungen der StadtteilFeuerwehr zu meistern hatte. Sensation 1992: Die erste Gmünder Feuerwehrfrau in Wetzgau 1992 „schockierten“ Pressemeldungen aus Wetzgau mit dieser „Sensation“, was bei älteren Kameraden in der Gesamtfeuerwehr Schwäbisch Gmünd für heftige Diskussionen sorgte. Bisweilen wurde bei manchen älteren Kameraden an Stammtischen schon ein „Weltuntergang“ beschworen: Mit Carmen Wick wurde in Wetzgau die erste Feuerwehrfrau der Freiwilligen Feuerwehr Schwäbisch Gmünd vorgestellt. Eilends war sie für den Pressetermin in eine viel zu große Uniform eines männlichen Kameraden „gesteckt“ worden, weil ein würdiger Dienstrock nicht rechtzeitig lieferbar war und erst noch angefertigt werden musste. Darüber dürfen die vielen Feuerwehrfrauen heute heftig schmunzeln, ihrer tapferen Pionierin jedoch auch dankbar sein. Die Wetzgauer Exotin hatte zunächst keinen leichten Stand in der bis dahin angestammten Männerdomäne.
13 Chronik Technischer Fortschritt 1993 mit LF 8/6 Das Jahr 1993 brachte einen enormen technischen (Fahrzeug-) Fortschritt: Nach 23 treuen Dienstjahren wurde das LF 8/TS gegen ein damals hochmodernes LF 8/6 eingetauscht. Dieses Löschfahrzeug hatte den Vorteil, endlich einen Wassertank mit sich zu führen, um die Zeit bis zur Herstellung einer Löschwasserversorgung über einen Hydranten, einen Teich oder Bach zu überbrücken. Und blitzschnell konnte ein Löschangriff auch innerhalb von Gebäuden gestartet werden, weil sofort Wasser zur Verfügung stand und bereits während der Anfahrt sich der Angriffstrupp bereits in der Fahrzeugkabine mit Atemschutzgeräten ausrüsten konnte. Unvergessen sind beispielsweise Menschenrettungen in buchstäblich letzter Sekunde bei einem Hochhausbrand in der Kolomanstraße oder aus einem brennenden Dachgeschoss eines Mehrfamilienhauses am Nelkenweg. In Ergänzung zu dieser Neubeschaffung erkannten engagierte Feuerwehrleute schon früh die Bedeutung und den vielfältigen Einsatzwert eines Mannschaftstransportwagens (MTW), wie er heute in fast allen Feuerwehren zur Standardausrüstung gehört. In Eigenarbeit wurde ein von der Stadt ausrangierter VW T3 mit Doppelkabine vor der Verschrottung gerettet, wenig später ersetzt durch einen beim Stadtmessungsamt ausgemusterten Mercedes-Benz MB 100D. Seit 1995 sichert die Jugendfeuerwehr den Nachwuchs Ein weiterer Meilenstein war die Gründung der Jugendfeuerwehr im Frühjahr 1995. Der Zulauf von interessierten Jungen und Mädchen war auf Anhieb riesengroß. Bis heute ist die Jugendfeuerwehr wichtigster Baustein, um einen gut ausgebildeten und motivierten Nachwuchs zu sichern. Auch bei spielerischen und anderen gemeinschaftlichen Unternehmungen wie Ausflügen und Zeltlagern lernen die Jugendlichen auch wichtige persönliche Fertigkeiten für den späteren aktiven Feuerwehrdienst: Teamgeist und für sich und andere Verantwortung tragen.
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16 Chronik Beim Jubiläum 1997 im internationalen Rampenlicht 27. bis 30. Juni 1997: Dieses Wochenende wird gewiss ewig in Erinnerung bleiben, als die Feuerwehr Wetzgau ihr 100-jähriges Jubiläum feierte. Ganz besonders unvergessen eine zunächst als sprichwörtliche „Schnapsidee“ entwickeltes Festformat unter dem Motto: „Die Feuerwehr löscht nicht nur Brände, sondern auch flammende Herzen“: Über die 1. Schwäbische Junggesellen-Versteigerung, die dann viele Nachahmer fand, berichteten Medien in ganz Deutschland und sogar in Großbritannien. Von dort kamen nach Ausschreibung in den Geburtsjahren des Internets plötzlich völlig überraschend Bewerber. Das war sozusagen ein Vorläufer der heutigen TV-Formate „Bauer sucht Frau“ oder „Der Bachelor“. Wegen des Ansturms auch von hunderten interessierten Jungesellinnen musste damals das Festzelt sogar nach Intervention des Ordnungsamtes wegen Überfüllung geschlossen werden. Etliche Fernsehsender berichteten über das „DatingSpektakel“, einschließlich des frivolen Auftritts von außergewöhnlich tanz- und zeigefreudigen Wetzgauer „Feuerwehr-Chippendales“. Das überfüllte Festzelt kochte von Begeisterung. Eine echte Legende. Riesenschritt 2005 mit Einweihung des heutigen Feuerwehrhauses Nach der Jahrtausendwende spürte die Wetzgauer Feuerwehr aufgrund ihrer Stadtnähe immer deutlicher, dass sie anerkannter und gefragter Teil des Brand- und Katastrophenschutzsystems der Gesamtstadt wurde. Ein Riesenschritt in die Zukunft war 2005 der Neubau des heutigen Feuerwehrhauses mit einer längst überfälligen Raumausstattung (drei Garagen, Lehrsaal, Lagerräume, Büro, Funkzentrale usw.) Die Unterkunft in Wetzgau Mitte mit einer einfachen Betongarage neben einem umgebauten Wohnhaus war längst viel zu klein geworden. Aber auch dorthin ranken sich noch die Erinnerungen, als bei Abteilungsversammlungen sogar Getränkekisten als Sitzgelegenheiten hereingetragen werden mussten, die jedoch bei ausführlichen Einsatznachbesprechungen und Nachtsitzungen auch flugs geleert waren. Und auch das ist Geschichte: Das alte Feuerwehrhaus im historischen Dorfzentrum wurde auch Gründungskonzertsaal und lange Zeit Probelokal der „Freiwilligen Guggenmusik Überdruck“. Mit Pauken und Trompeten brachte es diese außergewöhnliche schwäbische Feuerwehrkapelle sogar ins bundesweit erscheinende Feuerwehr-Magazin. Den Ideen aus den lebhaften Feuerwehr-Initiativen aus dem Norden Gmünds nicht genug: Die Wetzgauer Feuerwehr stellte in einer abenteuerlichen Nacht- und Nebelaktion erstmals einen Maibaum auf den Gmünder Marktplatz und direkt vor das Rathaus. Der damalige Gmünder Oberbürgermeister zeigte sich allerdings nicht so richtig begeistert, so dass es bei diesem Versuch blieb. Immerhin wurde die Wetzgauer Feuerwehr alljährlich vor dem Rathaus zum tatkräftigen und verlässlichen Paten des alljährlichen Narrenbaumstellens der Gmünder Fasnet.
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18 Ab 2009 gewaltige Steigerung der Aufgaben und Verantwortung Mit der Einweihung des neuen Feuerwehrhauses ging es Schlag auf Schlag: 2009 kam ein moderner Mannschaftstransportwagen (MTW) zur Feuerwehr Wetzgau. Ein Jahr später entschied sich die Gmünder Feuerwehr aus Personal- und Platzgründen, ihren Schlauchwagen SW 2000 Tr zur Abteilung Wetzgau/Rehnenhof organisatorisch und einsatztaktisch auszusiedeln. Chronik
19 Chronik Bei diesem SW 2000 Tr handelte es sich um ein Katastrophenschutz-Fahrzeug, das in der Lage ist, eine Löschwasserförderung auf einer Strecke von bis zu zwei Kilometern in kürzester Zeit aufzubauen, also in ländlichen Gegenden oder bei Großbränden, auch im städtischen Umfeld. Das war der Beginn einer völlig neuen Aufgabenära für die Feuerwehr Wetzgau. Neben dem bisherigen Auftrag für Sicherstellung des grundlegenden Brand- und Katastrophenschutzes im Einsatzgebiet Wetzgau, Rehnenhof, Wustenriet und Waldau sowie für die Unterstützung der Gesamtfeuerwehr bei Großschadensereignissen wurde unsere Feuerwehr nun im westlichen Kreisgebiet und auch im angrenzenden Rems-Murr-Kreis eine gefragte Fach- und Sondereinheit, wenn massive Löschwasserförderung auch auf langen Wegstrecken gefragt ist. Auch entwickelte sich eine sinnvolle, verstärkte Kooperation mit der Nachbarfeuerwehr Mutlangen: Bei Feueralarmen in der nahen Stauferklinik wird die Feuerwehrabteilung Wetzgau/Rehnenhof automatisch mitalalarmiert. Ein großes Stück Mitverantwortung kam 2013 auch mit zusätzlichen Übungen und Ausbildungen auf die Stadtteilfeuerwehr mit der Fertigstellung des Einhorntunnels zu: Bei einem Feueralarm mit eventueller Evakuierung des 2,5 Kilometer langen Straßentunnels besetzt die Feuerwehr Wetzgau einen Einsatzabschnitt im Bereich des östlichen Fluchttreppenhauses an der Pfitzerstraße. Zu den neuen und zeitgemäßen Strukturen gesellte sich auch ein verstärktes Miteinander mit der benachbarten Abteilung Großdeinbach der Feuerwehr Schwäbisch Gmünd: Bei entsprechenden Einsatzstichwörtern und Eskalationstufen der in der Rettungsleitstelle hinterlegten Alarm- und Ausrückeordnung (AAO) wie z.B „Wohnhausbrand“, „Brand Sonderbau“ oder „Menschenleben in Gefahr“ werden beide Abteilungen gleichzeitig alarmiert. Der Feuerwehr Wetzgau ist zudem laut AAO bei Brandeinsätzen in der Innenstadt ein fester Unterstützungsbereich zugeteilt. Mit diesem System der Feuerwehr Schwäbisch Gmünd ist gewährleistet, dass zu jeder Tages- und Nachtzeit immer eine ausreichende Zahl von Einsatzkräften schnell zur Verfügung steht.
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21 Chronik 2014 und 2016 Mitwirkung bei den Großereignissen Landesgartenschau und Ortsjubiläum Schwer mit ihrem technischen und organisatorischen Knowhow gefordert war die Feuerwehr im Stadtteil auch bei der Landesgartenschau 2014 und beim Ortsjubiläum „750 Jahre Wetzgau“ 2016. Für zahlreiche Dienste und Arbeitsleistungen im Rahmen dieser Großveranstaltungen zeichneten die Frauen und Männer der Feuerwehr verantwortlich. Sportliche Kameradinnen und Kameraden entschlossen sich 2010 eine Sportgruppe „Fit for Firefighting“ zu gründen. Bei regelmäßigen Treffen und Teilnahme am Stadtlauf und sogar am Alb-Marathon wird Gesundheit gepflegt und Kondition gefördert, was ganz direkt der Fitness im Einsatzgeschehen zugute kommt. Ein Atemschutzgeräteträger muss bei Lösch- und Rettungseinsätzen eine Zusatzgewicht von fast 30 Kilo am Körper tragen. Regelmäßig müssen sich diese Kameradinnen und Kameraden deshalb auch arbeitsmedizinischen Untersuchungen unterziehen.
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23 Löschgruppenfahrzeug LF 20/KatS und Gerätwagen Logistik GW L2. KatS steht für Katastrophenschutz. Dieses LF 20 besitzt neben der Standardausstattung und einem 1600 Liter fassenden Wassertank viele zusätzliche Ausrüstungen und Merkmale, um auch bei großen Bränden oder Katastrophen schlagkräftig Hilfe zu leisten. Der Gerätewagen GW L2 kann flexibel mit fertig beladenen Rollwagen für Brandeinsätze oder beispielsweise auch für Unwettereinsätze (Hochwasser) blitzschnell aus- und umgerüstet werden. Dauerbeladung sind Schläuche, die beim Fahren ausgelegt werden können, um weiterhin wie mit dem Vorgängermodell SW 2000 Tr eine bis zu zwei Kilometer lange Löschwasserzuleitung mit mehreren Pumpstationen aufbauen zu können. Die Fahrzeugsegnung an jenem 1. Mai 2021 war denkwürdig: Wegen Corona durfte nur eine sehr kleine Anzahl von Akteuren und Ehrengästen präsent sein, umso größer war die Resonanz auf die meisterhaft wie aus einem Filmstudio organisierte Onlineübertragung. Zuvor waren an die Zuschauerinnen und Zuschauer sogar Getränke- und Vesperpakete vor die Türe geliefert worden, um auch in der Distanz zünftig miteinander feiern zu können, nachdem die beiden Geistlichen bei der ökumenischen Feier der zeitgemäßen neuen Fahrzeugausrüstung ihren Segen zugesprochen hatten. Corona zum Trotz wurde in den Krisenjahren zu keinem Zeitpunkt die Einsatzfähigkeit der Feuerwehr vernachlässigt. In Kleinstgruppen und wiederum online erfolgten Übungen und die Einarbeitung in die neue Ausrüstung, die sich zwischenzeitlich schon mehrfach bewährte. Chronik
24 Chronik 2022 Jubiläumsfest mit Hoffnung auf eine gesunde und friedliche Zukunft Corona bremste auch die Vorfreude in der Wetzgauer Feuerwehrfamilie nicht, um sich hoffnungsvoll auf das anstehende 125-jährige Jubiläum im August 2022 vorzubereiten. Glückseligkeit und das Aufatmen sind spürbar, dass nach der traurigen Zwangspause endlich wieder direkte Begegnungen von Mensch zu Mensch im großen kameradschaftlichen Kreis und auch mal wieder eine echte Festzeltparty stattfinden können, zumal die beliebten Wetzgauer FeuerwehrEvents wie Faschingsball, Gartenfest und Maibaumstellen zwei Jahre lang auch von der Bevölkerung schwer vermisst wurden. Alle hoffen nun unter dem nach wie vor und gewiss auch wieder hochaktuell gewordenen Leitgedanken der Gründerväter „Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr“ auf eine gesunde und friedliche Zukunft mit einem Wiedersehen beim 200-jährigen Jubiläum der Gmünder Feuerwehr im Jahre 2031.
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28 Unser Stadtteil und Haupteinsatzgebiet Rund 4000 Menschen leben im Stadtteil Rehnenhof/Wetzgau. Zum Haupteinsatzgebiet gehören aufgrund ihrer Nähe auch die eigentlich auf der Markung Großdeinbach liegenden Orts- und Siedlungsteile Wustenriet, Waldau und Laichle. Darüber hinaus ist die Abteilung in das gesamtstädtische und kreisweite Alarmierungs- und Einsatzsystem eingebunden, um bei größeren Schadensereignissen auch Unterstützung im gesamten Stadtgebiet und notfalls auch über die Kreisgrenze hinaus Hilfe zu leisten. Urkundlich wurde das Dorf Wetzgau (ehemals „Wegshain“) erstmals 1382 erwähnt. Historisch gehörte Wetzgau bis zur Zwangszuordnung durch die nationalsozialistische Regierung nach Gmünd zu Großdeinbach und damit auch zum früheren Oberamt Welzheim. Nach dem Zweiten Weltkrieg nahm der Stadtbezirk Rehnenhof/Wetzgau mit großen Siedlungs- und Gewerbeflächen eine stürmische Entwicklung. Besonders durch die Landesgartenschau 2014 mit der nachhaltigen Gestaltung des Familien- und Landschaftsparks Himmelsgarten und Ausbau des Christlichen Kongress- und Ferienzentrums Schönblick hat der naturnahe Stadtteil mit Erholungswald Taubental und Landschaftsschutzgebiet Haselbachtal nicht nur einen sehr hohen Wohnwert, sondern ist auch zu einem beliebten Freizeit-, Ausflugs- und Urlaubsort geworden. Rehnenhof/Wetzgau
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30 Rückblende auf die wichtigsten Einsätze der Wetzgauer Feuerwehr seit dem Zweiten Weltkrieg: 02.01.1956 Die Wetzgauer Feuerwehr unterstützt die Gmünder Feuerwehr beim Großbrand des Hauses Rettenmayr am oberen Marktplatz direkt am Rathaus. 03.03.1956 Hochwasser-Katastropheneinsatz im gesamten Stadtgebiet. 18.07.1962 Nach Unwetter erneut Hochwasser-Einsatz in Gmünd. 03.06.1972 Unterstützung bei einem verheerenden Großbrand im Fabrik- und Büroareal Binder in Gmünd (heute Parler-Markt). 13.09.1974 Wohnhausbrand „Am Schönblick“. 16.12.1982 Brand eines Viehstalls des Bauern Josef Weiß. 28.04.1983 Großbrand des landwirtschaftlichen Anwesens von Hugo Baur in Wetzgau Mitte mit Gefahr des Übergreifens auf andere Gehöfte. 18.08.1983 Das größte Schadenfeuer in der Wetzgauer Geschichte vernichtet das Lager der Firma Holzbau Hägele. Die Feuerwehr kann Nachbaranwesen schützen und ist noch tagelang mit Nachlöscharbeiten und Brandwachen beschäftigt. 11.11.1983 Ein Brand im Heizungskeller des Neubaus der Firma Hägele kann rechtzeitig eingedämmt werden. 18.12.1983 Wohnungsbrand in der „Kolomanstraße“. 10.09.1985 Unterstützung beim Großbrand des historischen Gasthauses Fuggerei in der Gmünder Innenstadt. 23.03.1986 Wohnungsbrand in der „Karlsbader Straße“. 17.06.1986 Hochwassereinsätze nach Unwetter. 26.06.1988 Menschenrettung aus einer verschlossenen Garage. 25.05.1989 UnterstützungderGmünderFeuerwehrsowiederWerkfeuerwehrbeim Industriebrand im Untergeschoss der weitläufigen Halle 10 der ZF im Schießtal (heute Bosch). 01.03.1990 Zahlreiche Einsätze nach dem Orkan Wiebke. 10.05.1991 Brand eine Scheune an der „Deinbacher Straße“. In letzter Minute kann die Wetzgauer Feuerwehr ein benachbartes Wohnhaus retten. Einsätze
31 12.08.1991 Waldbrand im Laichle. 22.10.1991 Brand einer Feldscheune bei den Weleda-Heilpflanzengärten. 26.04.1991 Großbrand an der „Franz-Konrad-Straße“: Eine als Kfz-Werkstatt und Lager genutzte Scheune steht mit zahlreichen Fahrzeugen in Flammen. 26.04.1992 Großbrand der TSB-Gaststätte am Waldstadion im Laichle. Sie kann durch einen beherzten Innenangriff der Wetzgauer Feuerwehr gerettet werden. 29.04.1995 Hochwasserhilfe in Hussenhofen. 29.06.1995 Wohnhausbrand „An der Unteren Halde“. 03.12.1995 Brand eines Lagerraums in der Friedensschule. 10.03.1996 Wohnhausbrand „An der Oberen Halde“. 30.09.1996 Nachbarschaftshilfe bei der Feuerwehr Mutlangen beim Großbrand des Lagers der Firma Ospa. 26.12.1999 Der Jahrhundertorkan Lothar wütet auch im Raum Schwäbisch Gmünd. Neben mehreren sturmbedingten Einsätzen bleibt der Abteilung Wetzgau der Feuerwehr Schwäbisch Gmünd vor allem eine Personensuche in den Waldgebieten Tage danach in trauriger Erinnerung: Ein älterer und allseits bekannter Bürger aus dem Stadtteil wird vermisst. Er wird von der Feuerwehr gefunden. Für ihn kommt jede Hilfe zu spät. Auf Bitte der Polizei übernehmen Feuerwehrmitglieder so einfühlsam wie nur möglich die Überbringung der Todesnachricht an die Angehörigen. Einsätze
32 12.09.2001 Ein heftiges Großfeuer wütet um Mitternacht im Gmünder Güterbahnhof. In ihrem zugeteilten Einsatzabschnitt schützt die Feuerwehr Wetzgau einen am brennenden Gebäudeteil abgestellten Bauzug und rettet das Verwaltungsgebäude auf der Ostseite (heute Wissenswerksatt Eule). 02.05.2004 Unterstützung beim Großbrand einer Lagerhalle in Lindach. Die Löschwasserversorgung für die Gmünder Drehleiter wird aufgebaut, um die heftigen Flammen unter Kontrolle zu bringen. 11.12.2004 Brand eines Back- und Schlachthauses in Waldau. 13.08.2005 Zweitägiger Einsatz bei einem komplizierten Dehnfugenbrand in einem Reihenhauskomplex an der „Franz-Konrad-Straße“. 07.12.2005 Brand im Untergeschoss und Lagerraum eines Industrieunternehmens in Wetzgau. 15.07.2006 Unterstützung beim Großbrand eines Wohn- und Geschäftshauses an der „Sebaldstraße“ in Gmünd. 10.01.2007 Großbrand landwirtschaftliches Anwesen in Lindach. Die Feuerwehr Wetzgau hilft zunächst bei der Brandbekämpfung sowie mit sachkundigen Landwirten aus den eigenen Reihen bei der sehr schwierigen Bergung von zahlreichen verendeten Tieren. 04.03.2007 Bei einem Wohnungsbrand in Wetzgau rettet die Feuerwehr Wetzgau in letzter Sekunde einen Schwerverletzten aus dem brennenden Dachgeschoss des Mehrfamilienhauses. 20.05.2007 Brand einer Scheune mit Brennholzlager in „Wetzgau Mitte“. Die Feuerwehr kann mehrere Nachbargebäude retten. 23.06.2010 Ein Küchenbrand im Seniorenzentrum Wetzgauer Berg macht die Evakuierung einer ganzen Wohnanlage für betreutes Wohnen notwendig. Großeinsatz mehrerer Abteilungen und des Rettungsdienstes. Die örtliche Feuerwehr verhindert durch einen gezielten Innenangriff Schlimmeres und sorgt mit Hochdrucklüftern auch für eine schnelle Belüftung der verqualmten Räumlichkeiten. 04. + 05. Unterstützung gemeinsam mit mehreren Abteilungen beim 08.2010 Großbrand der Maria-Kahle-Schule (heute Klösterleschule) in Schwäbisch Gmünd. Einsätze
33 02.12.2010 Zwischen Wetzgau und Großdeinbach prallt ein Pkw gegen eine Linienbus mit tragischen Folgen. Ein Todesopfer muss aus den Trümmern geborgen werden. 07.05.2013 Unterstützung nach Explosion und Großbrand in einer Silberwarenfabrik in der Gmünder Innenstadt. 27.12.2014 Ein Hochhausbrand in Bettringen Nordwest fordert ein Todesopfer und rund 60 teils Schwerverletzte. Die Abteilung Wetzgau- Rehnenhof wird zur Unterstützung gerufen, um den Brand in meh- reren Wohnungen zu bekämpfen und Menschenleben zu retten. 12.05.2015 Unterstützung beim Großbrand einer Holzbaufirma im Stadtteil Bettringen im Zusammenhang mit einer ganzen Serie von Brandstiftungen dort. 24.06.2015 Kellerbrand in einem Reihenhaus in der Rehnenhofsiedlung. 02.11.2015 Verkehrsunfall mit eingeklemmter Person mitten in der Baumgruppe der Kolomanlinden. Die Feuerwehr rettet bei diesem denkwürdigen Einsatz die junge Frau aus den Trümmern und sichert auch das schwer beschädigte Feldkreuz mit der Jesus- Figur, das zu den historischen und wichtigen volksfrömmigen Wetzgauer Wahrzeichen (Kolomanritt) gehört. Einsätze
34 01.01.2016 In der Silvesternacht Überlandhilfe beim Großbrand des Jugendhilfe-Heims in Ruppertshofen mit Sicherstellung der Löschwasserversorgung zwischen Wasserturm und Ortszentrum. 29. + 30. Nach Unwetter Hochwasserkatastrophe in Schwäbisch Gmünd und 05.2016 Waldstetten: Teile der Innen- und Weststadt stehen nach einem verheerenden Starkregenereignis unter Wasser. Zwei Menschen ertrinken, darunter bei einem Rettungseinsatz auch ein Feuerwehrkamerad der Abteilung Hussenhofen. Dieses furchtbare Ereignis im Taubental - teils auch vor eigenen Augen - hat sich im Gedächtnis auch der Wetzgauer Feuerwehr tief eingebrannt. Trotz der enormen seelischen Belastung: Zwei Tage und Nächte lang wird der Hilfseinsatz auch von der Wetzgauer Feuerwehr gemeistert, um zusammen mit hunderten anderen Einsatzkräften den teils verzweifelten Hochwassergeschädigten in Schwäbisch Gmünd zu helfen. 11.08.2016 Unterstützung beim Großbrand Norma-Markt an der „Buchstraße“ in der Gmünder Oststadt. 19.11.2017 Überlandhilfe beim Brand eines landwirtschaftlichen Anwesens bei Gschwend. 08.04.2018 Großbrand Gasthaus „Waldeck“ an der „Willy-Schenk-Straße“, wo das Hauptgebäude trotz des heftigen Feuers im überdachten Biergartenbereich weitgehend gerettet werden kann. 20.04.2018 Unterstützung der Gmünder Feuerwehr beim Balkon-, Wohnungs- und schließlich auch Dachstuhlbrand eines Mehrfamilienhauses der VGW an der „Buchstraße“. Einsätze
35 Einsätze 20.06.2019 Überlandhilfe beim Großbrand eines 20.000 Quadratmeter großen Industrie- und Lagerhallenkomplexes in Durlangen. 18.08.2019 Gefahrguteinsatz an der „Reichenberger Straße“ nach Fund von gefährlichen Stoffen in einem Gartengrundstück. 29.08.2019 Schwerer Verkehrsunfall mit zwei Lastzügen und mehreren Personenwagen im Einhorntunnel. Alarmplangemäß übernimmt die Feuerwehr Wetzgau den Einsatzabschnitt „Fluchttreppenhaus Ost“. 29.08.2019 Überlandhilfe bei einem Wohnhausbrand in Täferrot. 10.02.2020 Orkan Sabine wütet auch im Raum Schwäbisch Gmünd. Die Wetzgauer Feuerwehr wird zu umgestürzten Bäumen gerufen, die Straßen blockieren. 17.02.2022 Erneut Einsatz während eines Sturm: An der „Franz-Konrad- Straße“ reißt ein umstürzender Baum eine Stromleitung auf die Straße und beschädigt auch zwei Wohnhäuser.
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Aktive Feuerwehrleute im Jubiläumsjahr 2022 (alphabetisch sortiert): Michael Arnholdt Joachim Bräutigam, Jana Brühl, Carmen Bundschuh, Christian Dolle, Bettina Fre Martin Hiller, Maximilian Hiller, Christian Hofmann, Felix Kalb, Thomas Kolb, Ca Jan Stegmaier, Jonas Stegmaier, Marius Stegmaier, Oliver Stegmaier, Alexander Trautmann, Karl125 Jahre Feuerwehr Wetzgau
t, Anne Berger, Matthias Bertsch, Florian Bofinger, Julian Bofinger, Leonie Bofinger, ei, Fabian Glania, Pauline Glania, Marco Grau, Alexander Hiller, Lukas Hiller, armen Maile, Benjamin Nagel, Vanessa Rudolph, Christian Sauer, Manfred Schmid, -Ludwig Vögele, Klaus Vögele, Maximilian Wagner, Lars Weiß, Mathias Weiß, Andreas Widmann 1897-2022
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42 Der Angriffstrupp Mit fast 30 Kilo zusätzlich Beim klassischen Brandeinsatz ist der Angriffstrupp die Speerspitze aller Maßnahmen, um ein Feuer zu bekämpfen oder um Menschen aus brennenden und verrauchten Räumen zu retten.Truppführer/-in und Truppmann/-frau tragen hier eine zusätzliche Ausrüstung mit einem Gewicht von fast 30 Kilo am Körper. Zur persönlichen Schutzausrüstung (PSA) gehört die flamm- und hitzebeständige Bekleidung (Jacke, Überhose, Stiefel, Handschuhe, Helm). Wichtigstes Gerät ist ein umluftunabhängiger Pressluftatmer (Schweres Atemschutzgerät), der in Hitze und Qualm eine Arbeitszeit von etwa 30 Minuten zulässt. Der Angriffstrupp geht natürlich auch mit einem Schlauchpaket plus Strahlrohr vor. Wichtigstes Ziel ist, einen Brand mit möglichst wenig Wasser- und auch Rauchschaden zu bekämpfen. Daher führt der Trupp auch einen Rauchschutzvorhang mit, der in einen Türrahmen eingeklemmt werden kann, um Treppenhaus oder andere Räume vor Verqualmung zu schützen. Brechwerkzeuge dienen dazu, verschlossene Türen zu öffnen, und Beleuchtungsgeräte, sich im dichten Rauch und in der Dunkelheit zurecht zu finden. Kommunikation mit dem Gruppenführer und mit der Einsatzleitung sind lebenswichtig, daher werden auch Funkgeräte mit Sprechsets am Körper getragen. Lebensrettend kann die Arbeits-, Sicherungs- und Rettungsleine sein, die gleichfalls jedes Truppmitglied mit sich führt.
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48 „Brandschutz kinderleicht“ Schon seit Jahren ist es üblich, dass die Feuerwehr in regelmäßigen Abständen die Kinder in den Kindertageseinrichtungen und der Schule besucht oder ins Feuerwehrgerätehaus einlädt. Dabei sollen die Kinder nicht nur Arbeit und Geräte der Feuerwehr kennenlernen, sondern durch Erklären und Üben bei den Kindern eine Notfallkompetenz angelegt und weiter ausgebaut werden. Im Jubiläumsjahr der Feuerwehrabteilung wurde diese wichtige Arbeit noch um einige Aktionen ergänzt. Zu Jahresbeginn durften sich alle Kindertagespflegeeinrichtungen im Zuständigkeitsgebiet über eine Spende von 125 Euro freuen – ein Euro für jedes Jahr des Bestehens. Auch wurde für die Erzieher und Erzieherinnen des KiFaZ St. Koloman, der KITA Kinderinsel, des Waldkindergartens Schönblick, des Kinderhaus Waldau und des KIGAWU im Frühjahr ein Informationstag organisiert. Feuerwehrkommandant Uwe Schubert informierte die Teilnehmenden über das richtige Verhalten im Brandfall und den vorbeugenden Brandschutz in den Einrichtungen. Anschließend wurde mit Abteilungskommandant Mathias Weiß das Absetzen eines Notrufs geübt. Auch erhielten die Teilnehmenden eine Unterweisung im Umgang mit Feuerlöschern. Zudem wurden sie über den Ablauf der Brandschutzerziehung informiert und konnten einige Experimente rund um die Themen Feuer und Feuer löschen ausprobieren und für die Arbeit in den Einrichtungen übernehmen. Brandschutzerziehung
49 Im Frühling und Sommer fand dann die Brandschutzerziehung in den fünf Einrichtungen statt. Jeweils fünf bis sechs Kameradinnen und Kameraden fuhren im neuen Löschfahrzeug zu den Kindern und übten mit ihnen das richtige Verhalten im Brandfall und das Absetzen eines Notrufs. Zudem durften sie bei der Erkundung des Löschfahrzeugs die Aufgaben der Feuerwehr kennenlernen. Besonderen Stellenwert bekam auch die persönliche Schutzausrüstung eines Feuerwehrangehörigen. So durften die Kinder beim Anlegen von Jacke, Helm, Handschuhen und Atemschutzgerät unterstützen. So soll das Vertrauen in die Feuerwehr und ihre Ausrüstung gestärkt werden und Angst vor dem etwas gruselig anmutenden Maskenträger abgebaut werden. Natürlich durfte auch jedes Kind beim Aufbau einer Schlauchleitung helfen und ein klein wenig selber „löschen“. Neben der Brandschutzerziehung für die Kinder fanden in den Einrichtungen während der Betreuungszeiten auch Räumungsübungen statt. Dabei wurde mit den Kindern nach Auslösen eines Übungsalarms das zügige Verlassen der Gebäude geübt und die Feuerwehrangehörigen machten sich durch den Aufbau eines Innenangriffs mit den Gegebenheiten der Einrichtungen vertraut. Für die Klasse 4 der Friedensschule wurde im Mai eine Brandschutzerziehung im Feuerwehrgerätehaus angeboten. Diese gemeinsame Aktion wurden von den Schülerinnen und Schülern in einer kleinen Ausstellung aufgearbeitet und im Rahmen des Schulfestes ausgestellt. Auch das Projekt einer Schülergruppe der Klassen 7 und 8 mit „Klängen der Feuerwehr“ wurde im Rahmen des Schulfestes im Mai vorgestellt. Zudem beteiligte sich die Jugendfeuerwehr mit großem Engagement bei der Gestaltung des Schulfestes. Schläuche verlegen, Standrohr setzen und „Wasser marsch!“ – flott und fehlerfrei zeigten die Jugendlichen ihr Können in einer Schauübung. Zudem konnten die Besucher im Atemschutzparcours und beim Spritzen mit der Kübelspritze Feuerwehr erleben. Großen Anklang fand auch die Ausstellung der Feuerwehrfahrzeuge. Brandschutzerziehung
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