Geschichte der Feuerwehr Schwäbisch Gmünd

vor 1800

  • Schon im Jahre 1517 erließ die Stadt Gmünd die erste Verordnung über das Feuer- und Kriegslaufen. Sie verpflichtete die Bewohner Gerätschaften wie Harnisch, Wehr, Waffen und große Schapfen mit Wasser vorzuhalten. Diese Verordnung wurde im Laufe der Jahrhunderte mehrmals erneuert.

1800 - 1900

  • 1831 brachte eine grundlegende Wende. Die Gmünder Bürger Kaufmann Buhl, Stadtrat Röll und Stadtbaumeister Fritz sammelten etwa 50 Bürger um sich und gründeten die „Rettungsgesellschaft in Feuersgefahr”. Wenn hier auch noch nicht der Name Freiwillige Feuerwehr auftauchte, so kann dieser Zusammenschluss als die Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Schwäbisch Gmünd angesehen werden. Erste Teile der „Uniform” waren eine Armbinde und ein Schulterriemen. So wurden bereits im Gründungsjahr 45 Hakenleitern, Brechwerkzeuge, Tragbahren und Seile beschafft.
  • 1856 wurde beschlossen, die Zwangsfeuerwehr in eine freiwillige Feuerwehr zu verwandeln.
  • 1865 wurde die Gmünder Wehr zur Löschung eines Großbrandes nach Aalen gebeten. 400 Mann waren eingesetzt.
  • 1881 50jähriges Jubiläum. Kommandant Buhl und 3 Hauptleute wurden vom König für langjähriges und verdienstvolles Wirken mit der Verdienstmedaille ausgezeichnet. 1906 75jähriges Jubiläum mit einer Hauptübung am „Klösterle” und großem Festzug.

1900 - 2000

  • 1908 Gründung des Weckerlinienlöschzuges. Bereits 1911 wird ein Mannschaftswagen beschafft.
  • 1914 wird die Hälfte der Feuerwehrmannschaft einberufen. Nach Ende des 1. Weltkrieges wurde im Jahre
  • 1920 eine Unfallversicherung für die Feuerwehrmänner abgeschlossen und die Automobil-Kraftfahrspritze in Betrieb genommen. Das alte Werkhaus in der Sebaldstraße wird zum Feuerwehrhaus umgebaut.
  • Zum 100jährigen Jubiläum 1931 beschließt der Gemeinderat die Einrichtung einer automatischen Feuermeldeanlage. Mit einer großen Hauptübung am Rathaus und einem großen Festzug durch die Innenstadt wurde das Jubiläum gefeiert.
  • Gleich darauf im Jahre 1932 wurde die Kraftfahrspritze LF 25 von der Fa. Magirus in Dienst gestellt.
  • Mit Jahresbeginn 1937 brach ein Großbrand in der Lorcher Straße aus. Erst nach 1 Woche war der Brand völlig gelöscht.
  • Zu Beginn des 2. Weltkrieges 1939 wurden zahlreiche Feuerwehrmänner zur Wehrmacht eingezogen. Um den Schutz der Stadt und des Kreisgebietes zu sichern wurde eine große Zahl Gmünder Bürger für den Dienst in der Feuerwehr dienstverpflichtet. Da die Feuerwehr im Dritten Reich der Polizei unterstellt war, wurde sie nach dem Einmarsch der Amerikaner aufgelöst. Rudolf Weissler wurde kommisarisch mit dem Neuaufbau als „Freiwillige Feuerwehr” beauftragt und anschließend von den Feuerwehrmännern auch gewählt. 3 Feuerwehrfahrzeuge konnten über die Kriegswirren gerettet werden.
  • 1950 wurde dann das dringend benötigte Feuerwehrhaus mit einem 1. Bauabschnitt seiner Bestimmung übergeben. Mit großer Fahrzeughalle, Ankleideraum, Sanitätsraum und sanitäre Anlagen sowie 7 Wohnungen für Feuerwehrmänner war es eine große Errungenschaft.
  • 1956 wurde dann der 2. Bauabschnitt mit weiteren Fahrzeughallen, einem Schulungssaal und Werkstätten seiner Bestimmung übergeben. Mit der Übergabe verbunden war das 125jährige Jubiläum mit der ordentlichen Landesversammlung des Landesverbandes Württemberg und Hohenzollern. Während des Festabends nahm Branddirektor Fleck im Auftrage des baden-württembergischen Innenministers die Ehrung von 16 Gmünder Feuerwehrmännern vor, die seit 25 und mehr Jahren in der Gmünder Wehr Dienst leisten. Als besondere Auszeichnung erhielten sie das erst vor einem Vierteljahr gestiftete Feuerwehr-Ehrenzeichen. Die sechzehn Gmünder sind die ersten Feuerwehrleute in Baden-Württemberg, denen das Ehrenzeichen an die Brust geheftet wurde. Im Laufe der folgenden Jahre wurde die Feuerwehr mit immer modernerem Gerät und Fahrzeugen ausgestattet. Im Jahre 1963 wurde die Zentrale Schlauchwerkstätte im „Florian” in Betrieb genommen.
  • 1964 wurde die Feuerwehr GD von einem tragischen Unglücksfall betroffen. Auf einer Einsatzfahrt des TLF 16 kam ein Feuerwehrmann ums Leben. Die folgenden Jahre waren mit der Eingemeindung der umliegenden Gemeinden und der Integration der ehemals selbständigen Feuerwehren gekennzeichnet. Hier hatte unser damaliger Kommandanten Edmund Pflieger großen Anteil. So vergrößerte sich die Gmünder Feuerwehr aus bisher 4 Abteilungen im Laufe der Jahre auf 13 Abteilungen.
  • Im Jahre 1970 rief Kommandant Edmund Pflieger zur Gründung einer Jugendfeuerwehr auf. Eine schon damals weitsichtige Entscheidung. Durch die immer größer werdenden Anforderungen an die Feuerwehrmitglieder wuchs der Fahrzeugpark um die entsprechenden Fahrzeuge.
  • 1978 Eine bestimmt einmalige Angelegenheit war die von Kommandant Edmund Pflieger in 1 1/2 jähriger Bauzeit geschaffene Jugendfreizeitstätte „Hohenreute” bei Waldstetten. In gemeinsamer Arbeit haben Kameraden der beiden Innenstadtabteilungen und die Jugendfeuerwehr eine Jugendfreizeitstätte geschaffen die seinesgleichen sucht.
  • 1981 fand mit einem großartigen Kreisfeuerwehrtag das 150jährige Jubiläum der Gmünder Feuerwehr statt.
  • 1982 wird Otto Fritsch jun. Nachfolger von Edmund Pflieger als Kommandant.
  • 1992 Die Organisation der Feuerwehr wurde auf EDV umgestellt.
  • Im Jahre 1993 konnte der erweiterte und neu konzipierte Florian seiner Bestimmung übergeben werden.
  • 1994 Manfred Haag wird als Nachfolger von Otto Fritsch jun. zum Kommandant der Gesamtfeuerwehr und Abteilungskommandant der Innenstadtabteilung gewählt. Otto Fritsch wird vom Gemeinderat zum Ehrenkommandanten ernannt. Der „Zugführer vom Dienst”, ZvD, wurde eingeführt und der Dienstbetrieb nach Themenschwerpunkten unter den Zug- und Gruppenführern aufgeteilt. Im Mai erschien das Informationsblatt „Florian” durch Peter Haag wieder neu.
  • 1995 die Jugendfeuerwehr kann auf 25 Jahre erfolgreiche Arbeit zurückblicken.
  • 1996 Schlüsselübergabe des neuen Feuerwehrhauses in Bargau. L F 16 TS kommt aus dem Landesmuseum Mannheim wieder nach Gmünd zurück.
  • 1999 Manfred Haag und Franz Luksch werden bei der Hauptversammlung in ihren Funktionen bestätigt. Die Innenstadtabteilung erhält einen neuen RW 2. Im April fand auf dem Rechberg eine große Kathastrophenübung mit den anderen Hilfsorganisationen statt.

ab 2000

  • 2000 Die Abteilung Bettringen erhält als Ersatz für das TLF 16/74 ein LF 20/12.
  • 2002 Bei der Abteilung Straßdorf wird das TLF 16/76 durch ein LF 20/12 ersetzt. Die Abteilung Großdeinbach feiert ihr 125-jähriges Jubiläum.
  • 2004 Manfred Haag wird auf weitere 5 Jahre zum Kommandant gewählt, Ralf Schamberger löst Franz Luksch als stellvetretenden Kommandanten ab. Die Feuerwehr bekämpft zum ersten mal Eichenprozessionsspinner. 10 Jahre Partnerschaft mit den Kameraden aus Szekesfehervar. 2005 Die Abteilung Bargau erhält ein LF 10/6. Einweihung des neuen Feuerwehrhauses in Wetzgau. Abteilung Lindach feiert ihr 125-jähriges Bestehen. Umbau der Brandmeldeanlage und Erneuerung der Telefonanlage im Florian.
  • 2006 Die Feuerwehr Schwäbisch Gmünd feiert mit verschiedenen Veranstaltungen ihr 175jähriges Jubiläum. Der beeindruckende Festgottesdienst im Münster eröffnete die Veranstaltungsreihe. Daran anschließend folgte das 1. Gmünder Oldtimertreffen in der historischen Innenstadt. Mit einer eindrucksvollen Totenehrung auf dem Leonhardsfriedhof, mit Besuch der Gräber unserer verstorbenen Ehrenkommandanten, wurde das Jubiläumsjahr fortgesetzt. Die Eröffnung einer Bilderausstellung war der Beginn des „Tag der Feuerwehr”. Verbunden mit den verschiedensten Vorführungen, stellten wir uns in der historischen Innenstadt der Bevölkerung vor. Im Congress Centrum Stadtgarten fand im Oktober unser Festabend statt. Die Festansprache hielt der Präsident des Landesfeuerwehrverbandes Dr. Frank Knödler. Zwei Großübungen, zusammen mit den Abteilungen, im Erholungsheim Schönblick in Wetzgau und auf dem Flugplatz in Hornberg rundeten die Jubiläumsveranstaltungen ab. Zur Erinnerung an 175 Jahre FFW Gmünd wurde eine limitierte Modellserie unseres Oldtimerlöschzuges aufgelegt. Eine Dokumentation „175 Jahre Feuer und Flamme” zeigte den Werdegang unserer Feuerwehr auf. Im Herbst konnten wir unseren neuen Einsatzleitwagen in Dienst stellen.
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