Geschichte

Das Museum im Prediger Schwäbisch Gmünd wurde im Jahr 1876 von Gmünder Bürgern und prominenten Kulturinteressierten auf der Basis eines Vereins gegründet und zählt damit zu den ältesten und traditionsreichsten Museen in Baden-Württemberg. Überregionale Landes- bzw. Kunstgewerbemuseen in Leipzig, Nürnberg, Dresden und Stuttgart waren angesichts der kunstgewerblichen Schmuck- und Silberwarentradition Gmünds vorbildhaft. Die Sammlungsgeschichte ist im gesamten Ostalbkreis einzigartig und gehört innerhalb Baden-Württembergs zur traditionsreichsten überhaupt. Als Museumsgründung des ausgehenden 19. Jahrhunderts ist das Museum im Prediger damit selbst ein Stück Geschichte des bürgerlichen Jahrhunderts.

Den Grundstein für das Museum legte die 1876 eröffnete "Vorbildersammlung", bald Gewerbemuseum genannt. Zu ihren Gründern zählten voran die Gmünder Fabrikanten Hermann Bauer (1833-1919) und Julius Erhard (1820-1898), die auf der Wiener Weltausstellung 1873 „die Beobachtung machen mußten, daß die deutsche Kunstindustrie im Vergleich mit anderen Staaten sehr zurückstand". Eine großzügige Schenkung der Privatsammlung des Fabrikanten Julius Erhard mit zahlreichen Skulpturen, Malereien, Silbergerät und Schmuck aus dem regionalen und internationalen Umfeld erweiterte die Sammlung im Jahre 1890 erheblich. Erhard knüpfte an die Schenkung nur die Bedingung, „daß dieser Sammlung eine ihrem Wert entsprechende Aufstellung und Pflege gesichert bleibt und daß der Allgemeinheit regelmäßig Besuchsmöglichkeit geboten wird". 1900 kam die mehr als 1.000 Blätter umfassende „Bilderchronik" hinzu; sie ergänzt den grafischen Bestand der Sammlung mit mittelalterlichen Büchern und Holzschnitten (u.a. von Hans Baldung Grien), Plänen und Zeichnungen des 18. Jahrhunderts, Aquarellen und Stichen des 19. Jahrhunderts sowie frühen Fotografien. Hinzu kamen Schenkungen und Übergaben von Nachlässen, und bereits um das Jahr 1900 waren die wichtigsten Sammlungsschwerpunkte für ein kommunales Kunstgewerbemuseum fixiert.

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