Stadtgeschichte

Stadtarchiv Schwäbisch Gmünd, Reichsstadt, 1378 Dezember 2
Foto: Stadtarchiv Schwäbisch Gmünd

Die in Esslingen versammelten Städte des Schwäbischen Bundes beurkunden, dass sie Streitigkeiten zwischen den Bewohnern wegen der „inneren“ (staufischen) und „äußeren“ Stadtmauer geschlichtet haben.

Schwäbisch Gmünd und die Staufer

Stadtarchiv Schwäbisch Gmünd
Foto: Prade

Der Glockenturm des heutigen Münsters: In seinem unteren Teil ein staufisches Steinhaus aus der Zeit um 1220

Das Gebiet um Schwäbisch Gmünd gehört mit zu den ältesten Teilen des Stauferlandes. Zu Beginn des 11. Jahrhunderts bauen sie die wahrscheinlich schon bestehende Siedlung Schwäbisch Gmünd um einen Freihof an der Mündung verschiedener Bäche in die Rems zu einer größeren Ortschaft aus. Nach neueren Forschungen erhielt Schwäbisch Gmünd sein Stadtrecht unter König Konrad III. (1138 -1152).

Im Jahr 1162 zählt eine Traditionsnotiz bereits eine Reihe von namentlich genannten Stadbürgern auf. Die Reichssteuerliste von 1241 erwähnt für die Stadt die verhältnismäßig hohe Summe von 160 Mark als Abgabe. Auch die dort verzeichnete Judensteuer lässt auf eine gesteigerte wirtschaftliche Aktivität schließen.

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Der Glockenturm des heutigen Münsters: In seinem unteren Teil ein staufisches Steinhaus aus der Zeit um 1220

Stadtarchiv Schwäbisch Gmünd
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Die spätromanische Johanniskirche, erbaut zwischen 1220 und 1250, ist das bedeutendste Bauwerk aus staufischer Zeit in der Stadt.

Der Marktplatz als Gesamtanlage selbst stammt ebenfalls aus staufischer Zeit und gehört zu einem Typus, der im Allgemeinen für Stauferstädte kennzeichnend wird: Ein langer axialer Straßenmarkt mit rippenförmig abzweigenden Straßen. Weitere erhaltene Zeugnisse aus der Stauferzeit sind die Johanniskirche, Teile der Grät und der Fuggerei und des Glockenturms am Münster.

Schriftlich bezeugte Aufenthalte der Staufer in ihrer Stadt Gmünd haben sich nur wenige erhalten: Wohl am 29. September 1168 hält sich Friedrich Barbarossa apud Mundam auf, am 20. Juni 1192 besucht Kaiser Heinrich VI. die Stadt, im Juni 1240 und Ostermontag 1246 ist König Konrad IV. nachweisbar und Konradin fertigt am 28. Dezember 1266 in der Stadt eine Urkunde aus.

(Klaus Jürgen Herrmann, 850 Jahre Stadtgeschichte Schwäbisch Gmünd, 2012)

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Die spätromanische Johanniskirche, erbaut zwischen 1220 und 1250, ist das bedeutendste Bauwerk aus staufischer Zeit in der Stadt.

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