Münsterplatz 15
73525 Schwäbisch Gmünd
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Werte erscheinen oft wie Ideale aus dem Himmel der schönen Ideen. Tatsächlich aber sind sie Früchte des gelebten Alltags – und zugleich Richtlinien, die diesen Alltag prägen und ordnen. Wir leiten sie aus konkreten Erfahrungen ab: aus dem, was uns guttut und was sich im Zusammenleben bewährt. Wenn also Prediger oder Philosophen über Werte sprechen, reden sie über Werkzeuge eines gut organisierten Lebens. Und zu diesem Werkzeugkasten gehören auch Normen, Tugenden und Prinzipien. Verschiedene Kulturen kann man in diesem Sinne als Experimente der Menschheit verstehen – mit jeweils eigenen Wertsystemen, um ein gutes Zusammenleben zu gestalten. Das gelingt mal besser, mal weniger gut. Dennoch zeigt sich: Einige Werte, Normen und Tugenden haben sich über Zeiten und kulturelle Grenzen hinweg offenbar besonders bewährt – darunter Menschlichkeit, Gegenseitigkeit, Gerechtigkeit, Wahrhaftigkeit und Gewaltlosigkeit. Der Ethiker Dr. Christopher Gohl vom Weltethos-Institut an der Universität Tübingen bespricht in seinem Vortrag folgende Fragen:
• Wie entstehen und wirken Werte im Alltag?
• Wie lassen sich Werte, Normen, Tugenden und Prinzipien als Instrumente friedlicher Kooperation nutzen?
• Gibt es wirklich universale Werte – oder sind Werte immer relativ?
• Und: Wo und wie können die Weltethos-Werte heute einen Unterschied machen?
Dr. Christopher Gohl ist seit 2025 Geschäftsführer des Weltethos-Instituts der Universität Tübingen. Seit 2012 forscht er dort zur Entstehung und Wirkung von Werten, Tugenden, Normen und Rechten, besonders Menschenrechten; zur Ethik in Unternehmen und Wirtschaft und zur lernenden Demokratie. Zwischen 2005 bis 2010 arbeitete der ausgebildete Mediator als Projektleiter für das Regionale Dialogforum Flughafen Frankfurt, Deutschlands größter Infrastruktur-Mediation und andere organisierte Dialoge, u.a. für die Initiative „Wissenschaft im Dialog“. Nach einem Studium der Politikwissenschaften, Amerikanistik und Jüdischen Studien promovierte Gohl 2011 im Fachbereich Politischer Theorie der Uni Potsdam zur professionellen Gestaltung von politischen Beteiligungsverfahren, wofür er den Stiftungspreis der Demokratie-Stiftung der Universität zu Köln erhielt. Er ist Mitglied des Verwaltungsrates der Reinhold-Maier-Stiftung.
Eine Kooperation mit der Reinhold-Maier-Stiftung.
Veranstaltungsort: GD, Münsterplatz, Saal B 0.2
Der Vortrag ist kostenlos, eine Anmeldung erforderlich.