Integrationsprozess

Die konzeptionelle und strukturelle Weiterentwicklung des Integrationsprozesses hat sich bewährt und sollte v.a. durch langfristige Projekte eine intensive Fortsetzung finden, um den Bereich Integration aktuellen Herausforderungen anzupassen und gleichzeitig eine gute und nachhaltige Grundlage für zukünftige Entwicklungen zu schaffen bzw. die Integrationsarbeit der Stadt für zukünftige Entwicklungen vorzubereiten.

Eine regelmäßige Überprüfung des Integrationsprozesses ist auch in Zukunft empfehlenswert um die Möglichkeiten der Anpassung und Weiterentwicklung zu gewährleisten. Dies sollte durch externe, unabhängige Gutachter erfolgen.

Strukturelle Maßnahmen sollten ebenfalls überprüft und ggfs. angepasst werden: z.B. die Fachgruppe Zuwanderung, der Runde Tisch Integration (bzw. Integrations- und Flüchtlingsforum als Nachfolgeprojekt), die Flüchtlingsbeauftragte, die Handlungsfelder etc. .

Um eine sinnvolle und nachhaltige Entwicklung zu gewährleisten, sollten auch die konzeptionellen Maßnahmen (Willkommensbehörde, Gmünder Weg, Gmünd 2020, Bildungspartnerschaften) regelmäßig angepasst werden.

Der Integrationsprozess in Schwäbisch Gmünd ist mittlerweile deutlich institutionalisierter als noch vor einigen Jahren, viele neue Aspekte/Komponenten sind hinzugekommen und man versucht derzeit verwaltungsintern eine gute Vernetzung und Abstimmung zwischen den Behörden zu erreichen (Einrichtung einer Willkommensbehörde).

Eine aktive Begleitung und Steuerung des Integrationsprozesses hat sich immer als hilfreich und unterstützend erwiesen. So wurde z.B. die Maßnahme Gmünd 2020 mit großem Aufwand und unter großer Beteiligung gestartet. Daraus sind über 200 Einzelmaßnahmen entstanden. Auch hier ist es wichtig regelmäßig über den aktuellen Stand der Umsetzung und die Entwicklungen innerhalb der Maßnahme zu berichten.

Schwäbisch Gmünd ist derzeit Lebensmittelpunkt für Menschen aus mehr als 140 verschiedenen Ländern. Ende 2017 haben 38 % der Gesamtbevölkerung internationale Wurzeln und bringen einen Großteil ihrer eigenen Kultur mit in die Stadtgesellschaft.

Der Integrationsprozess und die damit verbundenen Maßnahmen und Anstrengungen für ein gelingendes Miteinander setzen häufig an den Problemen der Zuwanderer an und versuchen diesen wirksam zu begegnen. Leichter und Gewinn bringender wäre es, wenn man beim Thema Integration den Fokus weg von den so genannten Belastungsfaktoren lenkt und künftig den Mehrwert und die Vielfalt, die aus einer Internationalität resultieren, in den Mittelpunkt rückt. In der Fachwelt spricht man davon den Blickwinkel zu wechseln, d.h. weg vom Defizitansatz hin zum Ressourcenansatz. Damit hätte man den notwendigen Schritt von der Integration zur Internationalität vollzogen.

Schwäbisch Gmünd ist hier auf einem guten Weg. Vielfalt und Internationalität werden schon in vielen Bereichen aktiv gelebt und als Stärke begriffen. Die Voraussetzungen hierfür sind gegeben: Weit mehr als ein Drittel der Stadtbevölkerung Schwäbisch Gmünds und jedes zweite Kind haben internationale Wurzeln. Über 60 Vereine, Institutionen, Organisationen, Religionsgemeinschaften, machen deutlich, welch’ breites Angebot es in Schwäbisch Gmünd rund um das Thema Internationalität gibt und auf welch vielfältige Art und Weise die Akteure und Akteurinnen in den unterschiedlichen interkulturellen Bereichen aktiv sind. Internationale Unternehmen sind keine Ausnahme mehr und setzen zunehmend auf Arbeitnehmer/innen mit internationalen Wurzeln in der Belegschaft. Auch in der Wissenschaft und Forschung der Hochschulen ist Interkulturalität ein Muss. Langjährige intensive Beziehungen zu den Partnerstädten, Antibes, Barnsley, Bethlehem, Faenza und Székesfehérvár und eine wachsende Zahl internationaler Touristinnen und Touristen zeugen davon, dass Schwäbisch Gmünd durchaus als internationale Stadt wahrgenommen wird.  

Um den positiven Umgang der Stadtgesellschaft mit der Internationalität ihrer Einwohnerschaft weiter zu fördern, sollte der neue Leitbegriff die „Internationale Stadt“ sein. Auf der Klausur des Gemeinderats im Januar 2016 war im Rahmen des Demografievortrags von Ivo Gönner, dem damaligen Oberbürgermeister von Ulm, die Internationalität einer Stadt ein wichtiger Faktor zur Gestaltung des demographischen Wandels. Eine Arbeitsgruppe mit dem Titel „Projektgruppe Internationalität“ beschäftigt sich derzeit mit der Ausgestaltung einer nachhaltigen und zielgerichteten Strategie der internationalen Stadt Schwäbisch Gmünd.

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