Rundwanderweg am Limes

Limes Rundwanderweg

Mit einem 5 km langen Rundwanderweg erschließt sich dem Besucher die einmalige Situation am Limes in Schwäbisch Gmünd.

Der Weg führt vom Wanderparkplatz durch das Rotenbachtal zu jener Stelle, wo der Limes auf die Grenze der römischen Provinzen Obergermanien und Rätien trifft. Hier stößt der obergermanische Limes mit Wall und Graben auf die rätische Mauer. Es bietet sich somit die Gelegenheit beide Formen des römischen Grenzsystems an einem Ort in Augenschein zu nehmen.

Der Wanderweg folgt dem weiteren Verlauf der rätischen Mauer und führt mit insgesamt sieben Stationen zurück zum Wanderparkplatz. Dabei kann sich der Interessierte über Aufbau und Entwicklung des Limes, dessen Erhaltungszustand sowie das Kastell Freimühle informieren.

Zudem hat man eine gute Aussicht auf die andere Remstalseite und das Gelände des Kohorenkastells am Schirenhof. Die hier vor einigen Jahren aufgestellten Informationstafeln sowie die jüngst direkt über den Originalen nachgebildeten Grundmauern des Kastellbades werden in einer zweiten 1,5 km langen Wegeschleife mit 5 Stationen in den Rundwanderweg eingebunden. Neben den militärischen Anlagen selbst lässt sich hier auch das römische Alltagsleben an den Standorten von Zivilsiedlung, Kastellbad und Gräberfeld nachvollziehen.

Die Initiative zu diesem Projekt geht auf den lokalen Arbeitskreis Archäologie zurück, der auch die Verantwortung für den Unterhalt übernahm. Der Wanderweg kann mit dem Pkw über die B29 (Abfahrt Schwäbisch Gmünd-West) angefahren werden. Parkplätze befinden sich am Eingang des Rotenbachtales und am Kastellbad Schirenhof.

Die römischen Denkmäler am südlichen Wegabschnitt sind mit den Stadtbussen der Linie 5 (Richtung Stiftsgut), jene im Rotenbachtal mit Linie 5b (Richtung Alte-Lorcher-Straße) erreichbar.

Die Römer in Schwäbisch Gmünd

Römer in Gmünd

Das Remstal war rund hundert Jahre lang, von etwa 160 n. Chr. bis 260 n. Chr. die äußerste Grenzzone des Römischen Reiches. Das Gmünder Gebiet bewachten und kontrollierten über 1500 Soldaten, die in Kohorten formiert in Lorch, am Schirenhof und Böbingen sowie einigen kleineren Anlagen wie Freimühle, Kleindeinbach und Hintere Orthalde stationiert waren. Um die größeren Kastelle bildeten sich Lagerdörfer.

Auf den nördlichen Höhen des Remstales verlief der Limes - eine Kette von Turmposten in gegenseitiger Sichtweite. Am Westhang des Rotenbachtales an der Binnengrenze zwischen den beiden römischen Provinzen Obergermanien und Rätien ist ein bemerkenswerter Wechsel in der Konstruktion der Grenzanlage zu beobachten. Hier stießen die rätische Mauer sowie Wall und Palisade des obergermanischen Limes aufeinander.

Auf einer vorspringenden Geländezunge im Norden befand sich das Kastell Schirenhof, in dem rund 600 Auxiliarsoldaten der ersten Flavischen Kohorte von Rätern stationiert waren. Das Kastellbad wurde vorzüglich restauriert und sichtbar gemacht. Auch das große Brandgräberfeld und das Lagerdorf wurden archäologisch eingehend untersucht.

Am westlichen Stadtrand von Schwäbisch Gmünd zu beiden Seiten des Rotenbachtales wurde die innerrömische Provinzgrenze von ungewöhnlich dicht platzierten Kastellanlagen gesichert.

Auf der rätischen Seite kontrollierte die Besatzung des Kastells Freimühle die Provinzgrenze. Es handelt sich um den westlichsten Truppenstandort der Provinz Rätien.

Gegenüber, am östlichen Abschluss des von der Provinzhauptstadt Mainz aus befehligten obergermanischen Limes, lag das Kleinkastell von Kleindeinbach - etwa 50 m hinter der Limespalisade.

Der neue archäologische Rundwanderweg soll diese einzigartige Grenzsituation erschließen. In etwa drei Stunden können die Denkmäler beim rätischen Kohortenkastell am Schirenhof mit Kastellbad, Friedhof und Lagerdorf und im Rotenbachtal erkundet werden.

Das Signet mit dem Römerhelm markiert die Strecke und bezeichnet auch den Verbindungsweg zwischen dem Schirenhof und dem Rotenbachtal.

Vom Wanderparkplatz an der B 29, unmittelbar östlich der Abzweigung nach Kleindeinbach, führt der Wanderweg auf der Talsohle östlich des Rotenbachs zunächst zu den noch gut sichtbaren Anlagen an der Provinzgrenze. Dort trifft der Weg auf den vom Mittelrhein zur Donau verlaufenden "Deutschen Limeswanderweg".

Der obergermanisch-rätische Limes verläuft vom Kastell Rheinbrohl bei Bad Hönningen am Rhein bis an die Donau bei Regensburg. Ihm folgen auf der gesamten Strecke die Deutsche Limesstraße, der Deutsche Limes-Radweg und der Limeswanderweg. Sie alle führen durch unser Gebiet und berühren teilweise auch den lokalen Rundwanderweg.

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