Sehenswürdigkeiten

St. Cyriakus Straßdorf

Außenansicht Cyriakuskirche Straßdorf

Die alte Kirche war bereits in den 1880er Jahren als zu klein befunden worden. Beim Bahnhof vermutete man die Herausbildung eines neuen Ortszentrums und so bestimmte man dort den Platz für einen Kirchenneubau. „Unter dem Donner der Kanonen ertönt die Friedensglocke. Mitten in blutiger Kriegsarbeit wird ein Werk des Friedens vollbracht“, so kommentierte die Rems-Zeitung die Einweihung von St. Cyriakus im Mai 1915.

Der Patron der Kirche, Sankt Cyriakus (griech. „dem Herrn gehörend“), war Märtyrer, unter Kaiser Diokletian um 304 in Rom enthauptet.
Heute stellt dieser Kirchenbau ein einzigartiges Zeugnis dar: Zum einen fällt die Bauzeit in den Ersten Weltkrieg, zum anderen sind Kirchenbauten jener Zeit geprägt vom neugotischen Stil. Doch im Fall der neuen Straßdorfer Kirche wurde dem jungen talentierten Architekten, Hans Herkommer, freie Hand gelassen. Er verwirklichte bis in viele Details hinein Prinzipien des Jugendstils und Art Deco (Ausmalungen im Chor durch Alois Schenk) als die aktuelle, zeitgenössische Kunstform der damaligen Zeit.

Beim Eintritt in die Kirche fasziniert das großzügige Tonnengewölbe, das die Blickrichtung auf Altar und Apsis des Chorraumes lenkt. Der Hochaltar ist ein Werk von Hans Kaiser (Iggingen) mit einem wuchtigem doppelten Säulenaufbau mit prächtig verziertem Rundbogenportal: ein Meisterwerk des Jugendstils. Auch der Entwurf für das byzantinische Christus-Mosaik stammt von Hans Kaiser, der wunderschöne rundtempelartige Tabernakel wurde aus Metall mit Grubenschmelz und Emaileinlagen von Vincenz Hörner aus Schwäbisch Gmünd geformt. Darüber erhebt sich die Altarkuppel, ausgemalt mit paradiesischen Pflanzenornamenten, gipfelnd im Gotteslob der Cherubim. An den Wänden um den Hochaltar führen 16 Heilige „zu Christus und zur Kirche“, gemalt im Stil des Pointillismus von Alois Schenk.

Nicht alle Pläne des Architekten wurden auch ausgeführt. So sollte die Kirche ursprünglich zwei Türme bekommen, innen ganz bemalt werden und die Sitzbänke waren ursprünglich grün getönt.

Im Sommer 2006 erhielt die Kirche eine 18 cm starke Stahlplatte als neue Unterkonstruktion für den abgesunkenen Fußboden.

Alte Kirche - St. Cyriakus

Außenansicht Cyriakuskirche Straßdorf

Die Alte Kirche, die ihr charakteristisches Aussehen von einem im unteren Teil quadratischen Chorturmerhält, stammt aus dem Mittelalter. Dieser Teil ist romanisch, was am hohen und tonnengewölbten Chorraum im Inneren deutlich zu sehen ist. Ebenso stammt die Westwand mit den Rundbogenfenstern aus dieser Zeit. Ein genaues Baudatum ist nicht bekannt.

Genannt wurde eine Kirche erstmals im Jahr 1397. 1477/78 wurde ein Chor mit Sternrippengewölbe angebaut. Im Westportal findet sich die Jahreszahl 1478. Weiterhin fand man unter der Empore bei der Innenrestauration 1901 eine Inschrift, die darauf schließen lässt, dass sich die Herren von Hohenrechberg an der Restauration der Kirche als Patronatsherren beteiligt haben. Den wertvollsten Schatz, den die Kirche bietet, findet man links im Chorraum. Es ist das kunstreiche Renaissance-Sandsteingrab des 1572 verstorbenen Ulrichs III. von Hohenrechberg und seiner Frau Anastasia von Woellwarth.

  • (Quelle: Aus der Vergangenheit von Straßdorf, Reitprechts und Metlangen, Bernhard Blessing: „Zur Geschichte von Straßdorf“, S. 12-15)

Schon um 1880-er Jahren wurde die Kirche als zu klein befunden, aber es dauerte noch viele Jahre, bis 1915 die neue Kirche St. Cyrikaus an der Straße nach Rechberg eingeweiht wurde.

Heute ist die Alte Kirche vom Straßdorfer Friedhof umgeben.

Vom 1. Mai bis 31. Oktober ist sie täglich geöffnet.

Marienkapelle

Außenansicht Marienkapelle Straßdorf

Die Marienkapelle ist ein barocker Sakralbau und wurde 1718/1719 als kleeblattförmige Wendelinskapelle errichtet. 1755 wurde sie in Marienkapelle umbenannt.

Bei der Kapelle handelt es sich, vom ehemaligen Patrozinium St. Wendelin abgeleitet, um eine große Flurkapelle nach böhmischem oder bayrischem Vorbild. Der barocke Innenraum enthält Stuck, der Zentralbau ein Kreuzgewölbe. Der barocke Hochaltar in Nussbaum wurde 1897 durch Franz Müller teilweise neu bemalt, ebenso wie die Empore. Ebenfalls 1897 wurde die spätgotische Madonna entfernt und durch eine Marienfigur des 19. Jahrhunderts ersetzt.

Die Kapelle verfügt zudem über mehrere Figuren, so aus dem ersten Viertel des 17. Jahrhunderts eine heilige Barbara sowie einen heiligen Nikolaus, aus dem ersten Viertel des 18. Jahrhunderts einen heiligen Wendelin und Georg sowie aus der Mitte des 18. Jahrhunderts einen heiligen Franz Xaver und einen Johannes Nepomuk.

 

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