Über das Haus

Rudolf Wachter. Woodhenge“ (2000). Foto: Museum im Prediger

Seit 1994 ist die städtische Galerie im Prediger ein Forum für überregionale wie auch internationale Gegenwartskunst. Hervorgegangen ist die Galerie aus einer Mitte des 14. Jahrhunderts errichteten Klosterkirche der Dominikaner. Nach dem Übergang der Freien Reichsstadt Schwäbisch Gmünd an Württemberg 1802 wurden Kirche und Konvent säkularisiert. Württemberg benutzte das Kloster als Kaserne und richtete in der Klosterkirche zunächst ein Holzmagazin, ab 1821 einen Pferdestall ein. Das riesige Deckengemälde der Kirche, das die Verherrlichung des Hl. Dominikus darstellte und von dem renommierten Freskanten Johann Anwander (1715-1770) stammte, wurde zerstört. 1919 wurde die „Alte Kaserne“ von der Stadt übernommen. Nach unterschiedlichen Nutzungen wurde der Komplex Anfang der 1970er Jahre gravierend modernisiert und bis 1973 zum Kulturzentrum der Stadt umgebaut. Im Zuge des Umbaus ist zunächst ein kleiner, 1994 schließlich ein rund 370 Quadratmeter großer, durch fünf Säulenpaare dreischiffig gegliederter Ausstellungsraum entstanden.

Seither hat die Galerie im Prediger mit wechselnden Ausstellungen und zahlreichen Publikationen ein breites Spektrum künstlerischer Ansätze und aktueller Tendenzen der Gegenwartskunst vorgestellt: Neben namhaften Künstlern wie Franz Bernhard, David Nash, Günther Uecker, Rudolf Wachter, Erwin Wortelkamp, Peter Rösel oder Martin Schwenk galt das Augenmerk immer wieder der zeitgenössischen süddeutschen Bildhauerszene, darunter Daniel Bräg, Madeleine Dietz, Angela M. Flaig, Dietrich Klinge, Willi Siber, Manuela Tirler und Daniel Wagenblast. Um die Jahreswende stellt der Gmünder Kunstverein die jüngsten Arbeiten seiner Mitglieder vor.

Das Ausstellungskonzept der Galerie im Prediger ist im weitesten Sinne den Themen Natur und Landschaft verbunden. Als Gattungen setzten die Skulptur und das Relief besondere Akzente. Beides findet seine historische Entsprechung in den Sammlungen des Museums. Die Fülle der bislang ausgeloteten künstlerischen Ansätze ist weit. Sie reicht von der motivischen Betrachtung der Natur bis zur künstlerischen Arbeit mit den Materialen der Natur selbst.

Rudolf Wachter. Woodhenge“ (2000). Foto: Museum im Prediger
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