Ausstellung »Monika Baumhauer. Landschaft, Figur, Stillleben«

Monika Baumhauer, Stillleben mit Philodendronblatt, 2005, Acryl- und Ölfarben auf Holz, 81 x 121 cm. © Künstlerin

Leuchtende, kraftvolle Farben, eine Reduktion der Formen auf das Wesentliche und eine leidenschaftliche Pinselführung verleihen der Malerei von Monika Baumhauer eine energetische Qualität. Dem ausdrucksstarken Schaffen der gebürtigen Gmünderin widmet das Museum im Prediger vom 10. November 2019 bis 9. Februar 2020 eine umfassende Werkschau zu den Themen ihrer Kunst: Figur, Landschaft und Stillleben. Zu sehen sind 75 Werke der letzten 35 Jahre, darunter rund 60 Gemälde und malerische Arbeiten auf Papier. Zusammen mit Bronzeskulpturen, Reliefs und Glasarbeiten vergegenwärtigen sie in konzentrierter Form das Spektrum im Schaffen der Künstlerin. Zur Ausstellung wird ein Katalog aufgelegt (138 Seiten, 20 Euro).

Monika Baumhauer, Stillleben mit Philodendronblatt, 2005, Acryl- und Ölfarben auf Holz, 81 x 121 cm. © Künstlerin
Monika Baumhauer, Das Mieder, 1994, Acryl, Eitempera auf Leinwand, 132 × 157cm. © Künstlerin, Foto: Joachim Haller

Monika Baumhauer knüpft in ihrer Malerei an traditionelle Sujets wie das Figurenbild, das Stillleben und die Landschafts- und Tiermalerei an. Eine wichtige Rolle in ihrem Schaffen spielt die menschliche Figur, die in ein- oder mehrfigurigen Kompositionen oder auch in Selbstporträts präsent ist. Doch schon Werktitel wie „Stillleben mit Figur“, „Stillleben mit Philodendronblatt“ oder „Die Vogelfrau“ zeigen an, dass sich in ihrer Malerei die Bildmotive immer wieder durchmischen: Figurenköpfen scheint Pflanzliches zu entwachsen, landschaftliche Elemente verzahnen sich mit Stilllebenmotiven und figurativ-animalische Formen mischen sich mit vegetabilen. Ihre primären malerischen Ausdrucksmittel sind die Farbe und eine dem Gegenständlichen verpflichtete Abstraktion. Dabei schafft sie es, die Figuration wie die Abstraktion gleichwertig im Bild zu integrieren. Auch wenn Monika Baumhauer immer vom Gegenständlichen ausgeht, ist ihre Malerei prinzipiell dem Farberlebnis zugewandt, das von der einengenden, umreißenden Form absieht und sich auf die selbst Form werdende Farbe konzentriert. Ein kraftvolles, üppiges Kolorit verbindet sie mit einer großzügigen Formgebung, alles gesetzt in einem leidenschaftlichen Malvorgang. Verwendung finden wenige, wenngleich umso kraftvollere Farben: vorrangig die Primärfarben Gelb, Rot und Blau, die mit dichtem Schwarz und durchmischtem Weiß kontrastieren. In dieser Farbstruktur bleiben Formzusammenhänge mal mehr, mal weniger klar erkennbar, wobei sich die Künstlerin die für die Malerei wichtige Seherfahrung zu eigen macht, dass die Dinge aus weiter Entfernung deutlich hervortreten und mit zunehmender Nähe zum strukturellen Detail sich wandeln.
Neben der Malerei umfasst das Œuvre von Monika Baumhauer überdies Skulpturen und Glasfenster. Beispielhaft für die Spannbreite ihres skulpturalen Werks stehen in der Ausstellung neun plastische Arbeiten, darunter die kleine Bronzefigur einer Reiterin aus dem Jahr 1986 und eine 2019 neu entstandene bronzene Madonna auf der Mondsichel. Wie das malerische Werk stehen auch die plastischen Arbeiten im Spannungsgefüge zwischen figurativem Ausdruck und abstraktem Experiment.
Im kirchlichen aber auch privaten Auftrag entwarf und gestaltete Monika Baumhauer nicht zuletzt immer wieder Glasfenster, darunter 2000/2001 fünf Chorfenster für die katholische Kirche St. Joseph in Schwäbisch Hall. In der Ausstellung geben vier Einzelstücke Einblicke in dieses Arbeitsfeld.

Biografie
Monika Baumhauer studierte von 1978 bis 1984 Kunst an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart und von 1982 bis 1984 begleitend Kunstgeschichte an der Universität Stuttgart. Seit 1986 ist sie Kunsterzieherin am Stuttgarter Hegel-Gymnasium. Sie lebt und arbeitet in Schwäbisch Gmünd und Stuttgart.

Monika Baumhauer, Das Mieder, 1994, Acryl, Eitempera auf Leinwand, 132 × 157cm. © Künstlerin, Foto: Joachim Haller

Veranstaltungsort

Museum im Prediger
Stadtverwaltung Schwäbisch Gmünd
Johannisplatz 3
73525 Schwäbisch Gmünd

07171 603-4130
07171 603-4129

Veranstalter

Museum und Galerie im Prediger
Stadtverwaltung Schwäbisch Gmünd
Johannisplatz 3
73525 Schwäbisch Gmünd

07171 603-4130
07171 603-4129

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