Führung durch das Silberwarenmuseum Ott-Pausersche Fabrik

einschließlich Sonderausstellung »Lechaim – Auf das Leben! Kiddusch-Becher und andere Judaica aus Gmünder Produktion«

mit Vorführung von Handwerkstechniken ab 15 Uhr

Maximal 10 Personen. Eine Anmelgung ist nicht eforderlich.
Es gelten die aktuellen Vorschriften des Landes Baden-Württemberg über infektionsschützende Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus (Corona-Verordnung).

OTT-PAUSERSCHE FABRIK, Arbeitsplatz des Stahlgraveurs. © Museum im Prediger Schwäbisch Gmünd, Foto: Elias Blumenzwerg.

Es wirkt, als seien die Arbeiter nur kurz zur Pause. Arbeitsgeräte liegen herum, halb fertiggestellte Silberwaren warten auf die Weiterverarbeitung. Am Comptoir, dem Büro, hängt ein handschriftliches Schild »Mittagspause – komme in ½ Stunde wieder«. Und in der Tat: Als Emil Pauser 1979 den Schlüssel herumdrehte, blieb alles, wie es war, als Schwäbisch Gmünd die Nummer eins in der Silberwarenverarbeitung in Deutschland war.

OTT-PAUSERSCHE FABRIK, Arbeitsplatz des Stahlgraveurs. © Museum im Prediger Schwäbisch Gmünd, Foto: Elias Blumenzwerg.
OTT-PAUSERSCHE FABRIK, Erdgeschoss, Fallhammer und Metalldrückbank. © Museum im Prediger Schwäbisch Gmünd, Foto: Elias Blumenzwerg.

Im 17. Jahrhundert entwickelte sich das Gold- und Silberhandwerk zum wichtigsten Gewerbe der damaligen Reichsstadt. Bis zur Industrialisierung. Diese verschlief Gmünd beinahe, wäre da nicht Nikolaus Ott gewesen, der 1845 die erste moderne Silberwarenfabrik der Stadt errichtete. Die Fabrik spezialisierte sich auf erschwingliche Alltagsgegenstände und exportierte diese bis nach Kuba. 1928 wird die Firma von Joseph Pauser übernommen, doch wenig später zwingt ihn die Weltwirtschaftskrise dazu, den Betrieb zu verkleinern. Bis 1979 wird die Produktion von Emil Pauser senior aufrechterhalten. Aber die Anlage ist inzwischen veraltet und nicht mehr rentabel. Als Emil Pauser den Schlüssel ein letztes Mal umdreht, fällt sie in einen Dornröschenschlaf, aus dem sie erst 20 Jahre später wiedererweckt wird, als sich eine Bürgerinitiative gemeinsam mit der Stadt darum bemüht, die Fabrik als Industriemuseum zu erhalten.

OTT-PAUSERSCHE FABRIK, Erdgeschoss, Fallhammer und Metalldrückbank. © Museum im Prediger Schwäbisch Gmünd, Foto: Elias Blumenzwerg.
OTT-PAUSERSCHE FABRIK, Obergeschoss mit Arbeitsplätzen. © Museum im Prediger Schwäbisch Gmünd. Foto: Elias Blumenzwerg

Die Ott-Pausersche Fabrik ist das älteste erhaltene Fabrikgebäude in Schwäbisch Gmünd und Zeugnis der Industrialisierungs- und Wirtschaftsgeschichte. Emil Pauser, der sich gegen weitere Modernisierungen sträubte, ist es zu verdanken, dass die Maschinen noch im Original erhalten sind. Und manchmal werden sie wieder ange¬worfen, die Friktionsspindelpressen, Fallhämmer und Walzwerke, und gewähren einen Einblick in den Arbeitsalltag eines Gmünder Gold- und Silberarbeiters zum Ende des 19. Jahrhunderts.

OTT-PAUSERSCHE FABRIK, Obergeschoss mit Arbeitsplätzen. © Museum im Prediger Schwäbisch Gmünd. Foto: Elias Blumenzwerg

Veranstaltungsort

Silberwarenmuseum Ott-Pausersche Fabrik
Stadtverwaltung Schwäbisch Gmünd
Milchgäßle 10
73525 Schwäbisch Gmünd

07171 38910
07171 603-4149

Veranstalter

Museum und Galerie im Prediger
Stadtverwaltung Schwäbisch Gmünd
Johannisplatz 3
73525 Schwäbisch Gmünd

07171 603-4130
07171 603-4129

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