Führung durch das Silberwarenmuseum Ott-Pausersche Fabrik

ab 15 Uhr Vorführung von Handwerkstechniken

OTT-PAUSERSCHE FABRIK, Kehrwoche. © Museum im Prediger Schwäbisch Gmünd, Foto: Elias Blumenzwerg.

Es wirkt, als seien die Arbeiter nur kurz zur Pause. Arbeitsgeräte liegen herum, halb fertiggestellte Silberwaren warten auf die Weiterverarbeitung. Und fast wartet man darauf, dass die Arbeiterinnen und Arbeiter nach dem Ende ihrer Pause plötzlich zurück an ihre Plätze strömen, um die Werkstücke wieder zur Hand zu nehmen. Am Comptoir, dem Chefbüro, hängt ein handschriftliches Schild »Mittagspause – komme in ½ Stunde wieder«.

OTT-PAUSERSCHE FABRIK, Kehrwoche. © Museum im Prediger Schwäbisch Gmünd, Foto: Elias Blumenzwerg.
OTT-PAUSERSCHE FABRIK, Arbeitsplatz des Stahlgraveurs. © Museum im Prediger Schwäbisch Gmünd, Foto: Elias Blumenzwerg.

Und in der Tat: Als Emil Pauser, der letzte Besitzer der Silberwarenfabrik Ott-Pauser, 1979 den Schlüssel herumdrehte, hinterließ er eine vollständig erhaltene Fabrikanlage aus der Mitte des 19. Jahrhunderts mit Maschinenhalle, Werkhalle und Kontor, mit allem Inventar wie Maschinen, Mobiliar, Karteien, Geschäftsakten, Musterprodukten und vielem mehr aus einer über hundertjährigen Industrieepoche. Ein Glücksfall, bietet sich dem heutigen Museumsbesucher so doch ein einmaliger Einblick in den Arbeitsalltag eines Industriebetriebs des 19. Jahrhunderts.

OTT-PAUSERSCHE FABRIK, Arbeitsplatz des Stahlgraveurs. © Museum im Prediger Schwäbisch Gmünd, Foto: Elias Blumenzwerg.

Die Geschichte des Silberwarenmuseums Ott-Pausersche Fabrik reicht zurück in das Jahr 1820, als der Goldarbeiter Nikolaus Ott eine Werkstatt für „Bijouteriewaaren“ (d. h. Schmuckwaren) eröffnete. Das Geschäft lief gut, und 1844/45 war es Nikolaus Ott finanziell möglich, eine moderne »Gold- und Silberwaren-Fabrik« zu errichten, das heutige Silberwarenmuseum Ott-Pausersche Fabrik. Unternehmerisches Denken und Handeln machten die Firma Ott 1860 zum größten Steuerzahler Gmünds. Zwei Weltkriege, Wirtschafts- und Absatzkrisen führten 1979 zur Schließung der mittlerweile veralteten Fabrikanlage. Sie verfiel in einen Dornröschenschlaf. Und als 1984 der letzte Betreiber, Emil Pauser, starb, drohte der Abriss. Dank einer Bürgerinitiative und mittels Spenden, Geldern der Denkmalstiftung und der Stadt Schwäbisch Gmünd gelang die Restaurierung des Gebäudes. 1986 wurde die Farbik als erhaltenswertes Kulturdenkmal in das Denkmalbuch Baden-Württemberg eingetragen und 1992 als Museum eröffnet.


Veranstaltungsort

Silberwarenmuseum Ott-Pausersche Fabrik
Stadtverwaltung Schwäbisch Gmünd
Milchgäßle 10
73525 Schwäbisch Gmünd

07171 38910
07171 603-4149

Veranstalter

Museum und Galerie im Prediger
Stadtverwaltung Schwäbisch Gmünd
Johannisplatz 3
73525 Schwäbisch Gmünd

07171 603-4130
07171 603-4129

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