Der Konzertpianist am Klavier.
Michael Nuber

Klavierabend Michael Nuber

So., 8.2.2026 19 Uhr St. Michael, Gemeindesaal, Eutighoferstr.55
Russische Klaviermusik der Romantik
von Tschaikowski, Glasunow, Blumenfeld, Liadow und Rachmaninow

Tschaikowski: Nocturne cis-moll, Juni und Oktober aus „Jahreszeiten“
Glasunow: Prélude Des-Dur op.25/1
Blumenfeld, Nocturne es-moll op.6/2, aus „Moments lyriques“ op.27
Liadow: Préludes
Rachmaninow: Préludes, Polichinelle op.3/4, Lieder (in der Bearbeitung für Klavier solo von Michael Nuber), Romanze a-moll für Vl+Kl (in der Bearbeitung für Klavier solo von Michael Nuber)


Sergej Rachmaninow: Der Name des russischen Komponisten steht für höchste Klavier-Virtuosität, für schwelgerische Spätromantik. Aber er war auch ein Meister des intimen Kunstliedes, das diesen Klischees nicht unbedingt entspricht.

Schwärmerisch, schwelgerisch, schmachtend und stets ein bisschen verzweifelt: Man würde dem russischen Komponisten Sergej Rachmaninow Unrecht tun, reduzierte man ihn auf dieses häufig bemühte Bild.
Rachmaninow war mehr, konnte mehr – jene rund 80 Lieder, die er zwischen 1893 und 1916 komponierte, sind eindeutiger Beleg. Die Palette der darin verhandelten Themen und Temperamente, deren Repertoire sich von den Jugendliedern ohne Opuszahl über die schwermütigen Lieder op. 14 und 21 bis hin zu den reifen, philosophisch angewehten Stücken aus op. 38 erstreckt.
Im Schutz der Nacht
Aber was heißt hier Lied? Seit jeher und mit gutem Grund werden Kunstlieder im Russischen als „Romanzen“ bezeichnet – was sie auch meist sind: unverblümte, emotional aufgeschäumte, vor allem direkt zu Herz gehende Äußerungen einer verwundeten und entblößten Seele; kaum zufällig singen etliche jener lebensuntauglichen Menschen, die uns Anton Tschechow in seinen meisterhaften Novellen nahebringt, diese Romanzen – insbesondere im Schutz der Nacht, ganz allein.
Rachmaninow war einer dieser Menschen: leicht entflammbar, von Sehnsucht getrieben, von Wehmut durchströmt, kurz: ein echter Romantiker. Aber auch ein außerordentlich belesener Mensch, der wusste, wessen Verse er da in Musik setzte, und warum.

Unter den von Rachmaninow vertonten Texten finden sich Gedichte vieler bedeutender russischer Schriftsteller des 19. Jahrhunderts. Sie zeigen seinen Hang zur Melancholie und bezeugen zugleich die melodische Eleganz, über die er gebot, und die vom Wesen wie vom Klang der Dichtung inspiriert wurde.
Darüber hinaus gab es noch zwei weitere Einflüsse, die auf prägenden Erinnerungen an seine Kindheit fußen und ihn sein Leben lang begleiteten: einmal die mächtigen a-cappella-Chöre in den orthodoxen Kirchen von Sankt Petersburg und dann die Altstimme seiner Schwester Elena.



Presse:

Südkurier (Konstanz) vom 26.9.2022 zu Nubers Auftritt im Konzilsaal in Konstanz mit Beethovens 3. Klavierkonzert:
„Er präsentierte ein kantiges, durchdachtes Spiel mit virtuos gepfefferter Tonkaskaden-Akrobatik, tief in die Klaviatur versenkt bei pianissimo herausmodelliertem Klang und dem Sinn für dramatische Steigerungen in Episoden und gewaltigen, von Nuber komponierten Solokadenzen. Daraus ergab sich eine Beethoven-Interpretation, die begeisterte und in der Zugabe von Debussys „Feux d’artifice noch einmal artistisch eskalierte.“

„Man möchte den hochbegabten Künstler bald wieder, vielleicht sogar in einem der großen Konzertsäle, wiedersehen. Denn sein Klavierabend war ohne Zweifel ein Ereignis und vermittelte die Bekanntschaft mit einem bisher unbekannten Pianisten, der nicht nur eine ungewöhnliche Persönlichkeit ist, sondern bei einer kontinuierlichen Entwicklung bald zur Pianistenelite zählen könnte. ... Man hat bei seinem Spiel immer das Gefühl des Hineinhorchens bei gleichzeitiger kritischer Auseinandersetzung mit der Partitur. Seine Spieltechnik ist nahezu perfekt und erlaubt ihm den Zugang zu den technisch schwierigsten Werken der Klavierliteratur. ...“ Allg. Deutsche Zeitung für Rumänien 1994

Adavanul de Cluj (Klausenburg) Dez. 1994: Über Nubers Auftritt beim Mozart-Festival in Klausenburg/Rumänien: „... das ungewöhnliche des Festivals wurde erreicht durch die Anwesenheit des deutschen Pianisten Michael Nuber. Von einer ganz außergewöhnlichen Sensibilität, mit seiner extrem expressiven Hand (...) von einer inneren Tiefe, hat Michael Nuber uns À la Chapelle Sixtine und Reminiscenses de Don Juan dargeboten mit dem Pathos und der Bewunderung eines der Welt Entrückten am Rande der Extase.“

Gäubote 2011:… schließlich Chopins „Ballade g-moll“, in der sich Nuber von einem zum anderen Extrem fast bis zur Bipolarität aufspaltete, jede Nuance mit Bedeutung auflud. Kurze Momente der Euphorie wechselten sich ab mit Passagen zusammengebissener Zähne… Ein Triumph auf ganzer Linie für einen Musiker dessen emotionale Verfasstheit nicht nur komplett in seine Musik fließt, sondern sich auch auf beeindruckende Weise in seiner Mimik und Gestik widerspiegelt. Diese alles vereinnahmende Energie belässt nun mal kein Atom an seinem Platz.…“
RZ Februar 2023: Michael Nuber spielt meisterhaft
Der Konzertpianist Michael Nuber bietet alle paar Wochen in Schwäbisch Gmünd fesselnde Konzertprogramme. Sein Spiel ist in jeder Hinsicht auf Top-Niveau. seine Anschlagstechnik erlaubt ihm eine unglaubliche Spannbreite der Dynamik.
Nuber beherrscht alle Techniken für die klassisch-romantische Literatur aber auch weit darüber hinaus, sein polyphones und strukturelles Denken und Fühlen schließt die Werke kammermusikalisch auf und führt den Hörer durch schwierigste Materie.
Am vergangenen Sonntag konnte man der Darbietung einer Auswahl romantischer Werke lauschen von Mendelssohn, Schumann, Chopin und Brahms. Wieder war man vom dem beseelten und packenden Spiel fasziniert. (...)
Die vier ausgewählten Werke von Brahms bestachen durch Innerlichkeit und Leidenschaft, führten aber an vielen Stellen die Hörer zum Übersinnlichen. Michael Nuber spielt solche Werke niemals konventionell. Er analysiert und findet seine Interpretation zum Teil weit ab vom üblichen Weg, aber eben in den vom Komponisten vorgegebenen Strukturen. Er schafft es dabei zu fesseln, er führt seine Zuhörer in ungeahnte Welten.
Gleich beim Capriccio fis-moll aus op.76 stand die Welt manchmal still und Nuber blickte in nicht- irdische Welten und zeigte sie mit seinem Spiel seinen Hörern. Aber auch geballte Leidenschaft in der Rhapsodie h-moll oder im Capriccio g-moll op.116/3 war zu spüren und packte die Menschen im Saal. Interessant war, mit welch freiem Tempo der Pianist die Rhapsodie gestaltete und trotzdem oder gerade deshalb den Spannungsbogen nirgends reißen ließ. Selbst das kleine Intermezzo C-Dur op.119/3 fiel durch Freiheiten des Tempos auf, aber man spürte immer, dass Nuber den harmonischen Gehalt des Werkes im Auge hatte und seine Phrasierung dadurch natürlich atmete und Zusammenhänge freilegte. So polyphon wie bei Nuber wird man selten diese Stücke von Brahms hören. Aber gerade dies führt zu einer interpretatorischen Dichte und einer Farbigkeit im Klang. (...)

RZ zu Liszt-Abend 19.11.2023:
Im zweiten Teil erklangen Bearbeitungen romantischer Opern (aus „Tristan und Isolde“ und „Rigoletto“) und der berühmte Erste Mephisto-Walzer, allesamt Werke der Klasse „fast unspielbar“. Nuber zauberte mit technischen Finessen in der Rigoletto-Paraphrase, spielte atemberaubende Läufe und Dreiklangsbrechungen, Oktaven-Passagen, filigranste Verzierungen und gestaltete aus diesen technischen Elementen reinste romantische Musik. Isoldens Liebestod spielte Nuber in einer gemischten Fassung von Liszt und Moszkowski mit einigen eigenen Veränderungen. Hier zeigte sich die Kunst des langsamen Spannungsaufbaus und die Beherrschung des Orchestralen auf dem Klavier beim riesigen Höhepunkt. Nuber singt nicht nur auf und mit dem Klavier, er schattiert auch die Klangfarben nach den jeweiligen Harmonien.Beim Mephisto-Walzer wuchs der Gmünder Konzertpianist dann nochmal über sich hinaus. Was hier an technischen Raffinessen aller Art gefordert ist, ist unglaublich. Aber Nuber spielt hier nie um der Technik-Vorführung willen, er beleuchtet das Teuflische, den Irrsinn, die Wollust, die intensivsten Leidenschaften, die man sich vorstellen kann. Und das mit einer Sicherheit bei den heikelsten Sprüngen, den irrwitzigsten Läufen, bei den tollsten Kaskaden… Selten ist man dem Teufel und der Liebe so nahe in der Musik, wie in Michael Nubers Interpretation.
Langer Beifall belohnte den Musiker – er wollte eigentlich keine Zugabe spielen. Das Publikum blieb aber einfach sitzen und wurde dann doch noch mit der Romanze aus dem Jahre 1849 belohnt. Ein wunderbar melancholisches und gesangliches Klavierwerk.
Dieser Abend wird sicher lange in Erinnerung bleiben – es war Musik und Spannung pur – eine Sternstunde mit Michael Nuber und Franz Liszt.


„Michael Nuber ist ein Musik-“Entrückter“ am Klavier und man versteht, wenn man ihm lauscht, wie die vergangenen Fabelgestalten Liszt und Paganini ihr Publikum völlig verzaubern konnten, daß man ihnen sogar nichtirdische Kräfte zugeschrieben hatte.“ (RZ)


Veranstaltungsort

Katholische Kirche St. Michael
Eutighofer Straße 55
73525 Schwäbisch Gmünd

Veranstalter

Michael Nuber
Konzertpianist
Rechbergstraße 80
73529 Schwäbisch Gmünd

07171 61118

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