Otto Eberle, Tamaris bei Sète (Südfrankreich), 1967, Aquarell, 31,5 × 42,5 cm, Sammlungen Museum im Prediger.

Ausstellung »Otto Eberle. Maler, Grafiker und Lehrer«

Otto Eberle, London, 1953/1983, Zeichchnung, auquarelliert, 29,8 × 39,9 cm. Museum im Prediger

Als Otto Eberle am 23. Dezember 1981 in seiner Geburtsstadt Schwäbisch Gmünd im 72. Lebensjahr stirbt, ist sein Name weithin zum Synonym geworden für hervorragende Gebrauchsgrafik, für Kirchenmalerei, aber auch für lehrende Tätigkeiten. Aus Anlass einer Schenkung aus dem Nachlass und zum 110. Geburtstag Otto Eberles rückt das im Museum im Prediger sein facettenreiches Werk nach langen Jahren wieder einmal in einer Ausstellung ins Licht. Zu sehen sind über 60 Arbeiten aus allen Schaffensphasen des Malers und Grafikers: Ölbilder, Aquarelle sowie Tusche- und Bleistiftzeichnungen vornehmlich mit Landschaften und Stadtansichten, dazu Studienentwürfe für Kirchenfenster sowie Mosaike, Bleiglasfenster und eine Kleinplastik zu kirchlichen Themen.

Eröffnung

Sonntag, 10. März 2019, 11 Uhr

Zur Ausstellung

Die Schau ist chronologisch, nicht thematisch aufgebaut. Den Auftakt bilden frühe Aquarelle und Zeichnungen aus den 1930er Jahren: Sie zeigen, dass bei Otto Eberle von Anfang an die Farbe eine wichtige Rolle spielt, aber auch die genaue Beobachtung und der präzise Strich.
In den vierziger und fünfziger Jahren bekommt die kirchliche Kunst besonderes Gewicht: das belegt die Ausstellung mit einigen Entwürfen für Fenster und Altäre. Aber auch landschaftliche und architektonische Eindrücke auf Reisen hält Otto Eberle in zartfarbigen Aquarellen oder klar komponierten Federzeichnungen fest. Einen besonderen Aspekt nicht nur der Kirchenkunst von Otto Eberle stellen die Mosaike und bleiverglasten Fenster dar, von denen Beispiele zu sehen sind.
Neben Orten der näheren und weiteren Umgebung hat sich Otto Eberle auch immer wieder mit seiner Heimatstadt beschäftigt, deren Topografie, Gassen und Gebäude er auf zarten und präzisen Federzeichnungen in reizvollen Ansichten und Details einfängt.
Zwei großformatige Aquarelle, entstanden 1979 und 1980, setzen den Schlusspunkt der Ausstellung und dokumentieren die Schaffenskraft des Künstlers auch noch in den letzten Lebensjahren. Sichtbar wird nicht zuletzt die Fähigkeit Otto Eberles im Umgang mit unterschiedlichen Materialien sowie verschiedensten Mal- und Gestaltungstechniken.

Biografie

Otto Eberle wird am 12. April 1909 in Schwäbisch Gmünd geboren. Er absolviert zunächst eine Lehre als Porzellan- und Glasmaler in der Silberwarenfabrik Gebr. Deyhle, besucht dabei die Gewerbeschule und, da die Zeichnungen des Lehrlings schon auf eine besondere Begabung hinwiesen, anschließend die Staatliche Höhere Fachschule. Im Weiteren arbeitet er im Malerhandwerk und als Gebrauchsgrafiker für verschiedene Gmünder Firmen. Mit 21 Jahren stellt er zum ersten Mal aus: Aquarelle, die Beachtung finden. 1937 gründet er ein eigenes Atelier für Gebrauchsgrafik.
1944 wird Otto Eberle zum Kriegsdienst eingezogen und noch Soldat. Nach Kriegsende 1945 verbringt er eineinhalb Jahre in französischer Gefangenschaft in Südfrankreich. Durch Vermittlung der Kriegsgefangenenhilfe kann er als Maler tätig sein. Der Bau und die künstlerische Ausgestaltung der Lagerkapelle in Montpellier steht am Beginn seiner umfangreichen Tätigkeit als Kirchenmaler und -gestalter.
Nach der Rückkehr aus der Kriegsgefangenschaft arbeitet Otto Eberle seit 1946 als freischaffender Maler und Grafiker. Von 1947 bis 1972 hat er einen Lehrauftrag an der Gmünder Gewerblichen Berufsschule als Fachlehrer für Zeichnen und Kunsterziehung inne; daneben ist er am Pädagogischen Institut sowie an der Kaufmännischen Berufsschule tätig.
Unabhängig davon arbeitet er weiter als freischaffender Künstler. Er entwirft und realisiert Kunst-am-Bau-Projekte sowohl im kirchlichen wie im öffentlichen Bereich. Auf dem Gebiet der kirchlichen Kunst fertigt er unter anderem Fresken für die Kirche St. Michael im Gmünder Stadtteil Weiler in den Bergen (1948), Kreuzweg-Bilder für die Kirche St. Clemens Maria Hofbauer in Alfdorf (1952), Sgraffitos für die St. Michael-Kirche in Urbach bei Schorndorf (1955) und die St. Michaelskapelle in Esslingen-Sirnau (1958), Hinterglasbilder für die Marienkirche in Kirchberg an der Murr (1956) sowie Altar und Ambo für die St. Cyriakus-Kirche in Schwäbisch Gmünd-Straßdorf (1979). Daneben macht er sich auch als Illustrator und Zeichner weithin einen Namen.
Zahlreiche Ausstellungen würdigen sein Werk, zuletzt 1979 zu seinem 70. Geburtstag.
Am 23. Dezember 1981 stirbt Otto Eberle in seiner Geburtsstadt.
Im Jahr 2009 erinnert eine Ausstellung an seinen 100. Geburtstag.
Otto Eberles Werke finden sich – ob als Fresken, Sgraffitos oder Hinterglasmalereien – in Kirchen und in oder an öffentlichen Gebäuden, seine graphischen Arbeiten in öffentlichen oder privaten Sammlungen.

Otto Eberle, London, 1953/1983, Zeichchnung, auquarelliert, 29,8 × 39,9 cm. Museum im Prediger

Veranstaltungsort

Museum im Prediger
Stadtverwaltung Schwäbisch Gmünd
Johannisplatz 3
73525 Schwäbisch Gmünd

07171 603-4130
07171 603-4129

Veranstalter

Museum und Galerie im Prediger
Stadtverwaltung Schwäbisch Gmünd
Johannisplatz 3
73525 Schwäbisch Gmünd

07171 603-4130
07171 603-4129

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