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28. Februar 2020
Ein Hospiz für 23 Kommunen
Schwäbisch Gmünd (sv). Der Erste Bürgermeister Dr. Joachim Bläse begrüßte zum Projektauftakt am Donnerstag, 27. Februar, Schwester M. Benedicta Ewald, Projektleiterin Klosterhospiz, Manfred Welzel, Geschäftsführer des Klosters der Franziskanerinnen, Dr. Angelika Daiker, Projektkoordinatorin, Klosterhospiz und Dieter Lehmann, Leiter des Amtes für Familie und Soziales, im Rathaus in Schwäbisch Gmünd.
Am Freitag, 6. November, hat der Verwaltungsausschuss des Gmünder Gemeinderats beschlossen, dass sich die Stadt Schwäbisch Gmünd gemeinsam mit den 23 Kommunen der Raumschaft Schwäbisch Gmünd und den Franziskanerinnen der ewigen Anbetung von Schwäbisch Gmünd e.V. am Förderprogramm Quartiersimpulse des Ministeriums für Soziales und Integration Baden-Württemberg, umgesetzt durch die Initiative Allianz für Beteiligung e.V., beteiligt.
Dabei ist die Stadt Schwäbisch Gmünd der Projektträger, welcher dieses Projekt mit dem Dienstleister, nämlich den Franziskanerinnen der ewigen Anbetung von Schwäbisch Gmünd, umsetzt und sich eben auch die 23 Kommunen der Raumschaft Schwäbisch Gmünd plus der Gemeinde Alfdorf mit einem finanziellen Eigenanteil an der Umsetzung, dieses für die ganze Region Schwäbisch Gmünd wichtigen Projektes, beteiligt.
Ziel dieses Projektes ist, den Palliativ- und Hospizgedanken bereits während der derzeitigen Bauphase vor Ort in die 23 Kommunen zu tragen. Das Hospiz im Kloster soll im Frühjahr 2021 in Betrieb genommen werden und dann acht Plätze umfassen. Dieses Projekt mit seinem Fördervolumen von insgesamt 127.000 Euro und seiner Fördersumme von 100.000 Euro hat am 12. Dezember 2019 den Förderbescheid erhalten und wird vor allem in zwei Phasen bis 31. Mai 2021, sprich in 18 Monaten, umgesetzt.
Die erste Phase, die sogenannte Komm-Phase wird bis Sommer diesen Jahres andauern. Sie umfasst die Begegnung und die Einbeziehung von Bürgerinnen und Bürgern von Schwäbisch Gmünd in umliegenden Kommunen, deren Informationsbedürfnis, aber auch die Einbeziehung der künftigen Kooperationspartner des Palliativnetzwerkes. Hier geht es vor allem um die Einladung in das Kloster. Herausragend in dieser Phase sind die Veranstaltungen der Mantelausstellung in Hülle und Fülle mit der Ausstellung von künstlerischen Mänteln mit Beginn und Vernissage am Sonntag, 1. März, 10.45 Uhr, im Kloster. Sie wird bis Ende Mai mit vielen begleitenden Veranstaltungen zu sehen sein. Da es sich auch für den Sozialminister Manfred Lucha um ein herausragendes Projekt handelt, wird er am 30. März um 19 Uhr zu den an diesem Termin eingeladenen Bürgermeistern, Gemeinderäten, Ortsvorstehern und Ortschaftsräten der 23 Kommunen im Kloster sprechen.
Bei dieser Veranstaltung, mit geladenem Publikum, geht es vor allem darum, die große zweite Phase des Projektes, beginnend nach den Sommerferien, vorzubereiten. In dieser großen Geh-Phase stehen vor allem die Begegnungen und Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger aus der Stadt Schwäbisch Gmünd und den übrigen 22 Kommunen, deren ehrenamtlichen sowie auch zukünftigen Kooperationspartnern in den Kommunen im Fokus. Bei der Geh-Phase finden alle Veranstaltungen vor Ort in den 23 Kommunen in Zusammenarbeit mit den jeweiligen Kommunalverwaltungen statt. So sagt der Bürgermeister Michael Rembold aus Waldstetten, der gleichzeitig der Sprecher aller Raumschaftsbürgermeister ist, „Leben und Sterben gehören zueinander. Damit ein gutes und selbstbestimmtes Leben beginnen kann, bedarf es stationärer Hospizeinrichtungen. Damit soll gewährleistet werden, dass Menschen in besonderen Lebenssituationen sich in einen guten letzten Lebensabschnitt begeben können. Dies ist auch Aufgabe einer sorgenden Gemeinschaft in den jeweiligen Kommunen, die den Menschen in den Mittelpunkt stellt. So hat sich die Raumschaft um Schwäbisch Gmünd zusammengeschlossen, um gemeinsam mit der Stadt Schwäbisch Gmünd und dem Kloster der Franziskanerinnen ein wichtiges Projekt gemeinsam auf den Weg zu bringen. Für die Umlandgemeinden ist es eine echte Herzensangelegenheit.“
Die sorgende Gemeinschaft oder die Caring community, wie sie oftmals mit ihrer englischen Begrifflichkeit genannt wird, sagt, dass Sorge und Pflege der Bürgerinnen und Bürger einer Kommune, eben nicht allein die Sache von professionellen Pflegediensten, Pflegeheimen, Krankenhäusern und Ärzten ist, sondern dass es dazu dringend der Sorge und Unterstützung auch der Bürgerschaft und der Zivilgesellschaft bedarf. Nur so kann ein gutes Altwerden und ein in Würde Sterben in der eigenen Kommune gelingen. So ist es ein großer Glücksfall, dass in Schwäbisch Gmünd bei diesem gemeinsamen Projekt kommunale Partner und ein zivilgesellschaftlicher Partner durch das Kloster zusammentreffen, die von dieser gemeinsamen Vision der sorgenden Gemeinschaft geleitet werden. Dieses Vorhaben ist in dieser Intensität sicherlich einmalig und herausragend in der Hospizszene Deutschlands.
Bildunterschrift von links:
Manfred Welzel, Geschäftsführer des Klosters der Franziskanerinnen, der Erste Bürgermeister, Dr. Joachim Bläse, Schwester M. Benedicta Ewald, Projektleiterin Klosterhospiz, Dr. Angelika Daiker, Projektkoordinatorin, Klosterhospiz und Dieter Lehmann, Leiter des Amtes für Familie und Soziales.