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Durchleuchtet. Glaskunst aus der Sammlung

Schwäbisch Gmünd (sv). Ein bisher für das Publikum nicht gehobener Schatz ist die beachtliche Glassammlung, über die das Gmünder Museum verfügt. Das Spektrum reicht vom barocken Schnittglas mit Blumen- oder Blattornamenten über bemaltes Biedermeierglas bis zum Studioglas der Gegenwart. Ausgewählte Exponate beleuchten nun erstmals diesen Sammlungsbestand und zeigen den Facettenreichtum und die Faszination, die der das Licht brechende Werkstoff Glas auszuüben vermag.

Die Ausstellung wird am Sonntag, 18. November, 11 Uhr, durch Bürgermeister Julius Mihm eröffnet. Zur Ausstellung spricht Museumsleiterin Dr. Monika Boosen. Die Harfenistin und Harfenlehrerin an der Gmünder Musikschule Magdalena Walesch umrahmt die Veranstaltung musikalisch mit Werken von Claude Debussy und Alphonse Hasselmans.

Der über mehr als 100 Jahre gewachsene Bestand an Glasobjekten umfasst den Zeitraum von der Mitte des 18. bis ins 21. Jahrhundert. Die Wurzeln der Sammlung liegen einerseits in den Ankäufen des vormaligen Kunstgewerbemuseums, das zeitgenössisches Glas von besonderer technischer und künstlerischer Qualität zusammentrug. Andererseits im Fundus der Julius Erhard’schen Altertümersammlung, der vor allem historische Gläser mit Bezug zur Stadt- und Wirtschaftsgeschichte umfasste. Bis heute aktualisieren Erwerbungen diesen Bestand.

Das Spektrum reicht von der Glasperle über Schmuck und Accessoires bis zu Gefäßen aller Art sowie zu Objekten und Skulpturen. Hergestellt in Fabriken, Manufakturen, Werkstätten und Ateliers, repräsentieren sie die Stile und Moden ihrer Zeit ebenso wie die künstlerische Auseinandersetzung mit dem Werkstoff Glas. Die Bandbreite ist enorm und spannt sich vom barocken Glas mit eingeschliffenen Ornamenten und Mustern oder mit bunter Emailmalerei über bemaltes oder vergoldetes Biedermeierglas bis hin zu technisch aufwendig gestalteten Jugendstilvasen. Von hochwertigen, in großen Glashütten hergestellten Gläsern in traditionellem wie modernem Stil bis hin zum Studioglas und Objekten namhafter Glaskünstler der Gegenwart.

Zu den Glanzstücken der Schau zählt der Kaiserpokal, angefertigt von der Josephinenhütte in Schreiberhau für die Weltausstellung 1867 in Paris. Den Aufbruch der Glaskunst in der Zeit des Jugendstils dokumentiert eine Vase mit galvanischen Silberauflagen, die um 1905 vom Kunstgewerbemuseum in Murano für die Sammlungen erworben wurde. In bemerkenswerter Fülle und Qualität vertreten sind Gläser aus der Produktion der Wiesenthal- und Josephinenhütte, die beide nach dem Zweiten Weltkrieg in Schwäbisch Gmünd neu gegründet wurden. Die Bedeutung der Leistungen der neu aufgebauten Josephinenhütte dokumentieren hochwertige, oft mit aufwendigem Schliff und Vergoldungen ausgestattete Kristallgläser. Trinkglasserien in dünnwandigem Glas und schwere, dickwandige Vierkant-, Flaschen- und Kugelvasen in leuchtenden Farben zeigen beispielhaft die Bandbreite der Glasproduktion der Wiesenthalhütte. Ausgehend von den Ideen des Deutschen Werkbunds und des Bauhauses entwickelte sich die Wiesenthalhütte unter Klaus Breit (1926-2004) zu einer der führenden Hütten Westdeutschlands. Keiner anderen Glasmanufaktur des Landes ist dies annähernd gelungen und mit ähnlich ausgeprägten eigenen Profil und Design, das seine Wirkung dem weitgehenden Verzicht auf Dekor einzig der Form und Farbe verdankt.

Den freien künstlerischen Umgang mit dem Material in der zeitgenössischen Glaskunst der belegen schließlich Gestalter wie Gerhard Schechinger oder Jörg Zimmermann, deren Objekte sich von der Funktion emanzipieren.

Öffnungszeiten:
Di, Mi, Fr 14–17, Do 14–19, Sa, So und Feiertage 11–17 Uhr. Montags geschlossen, ebenso Heiligabend, Silvester und Neujahr.

Führungen:
Öffentliche (ohne Voranmeldung):
So, 2.12.18, 20.1. 19 und 17.2.19 (Finissage), jeweils 15 Uhr. Für Gruppen und Schulklassen nach Voranmeldung unter der Rufnummer: 07171/603-4130.

Für Kinder und Jugendliche: Kunstwerkstatt@Museum – Transparente Kunst ab sechs Jahren, in Kooperation mit der Jugendkunstschule am Sa, 8.12.18,11-13 Uhr, Anmeldung: Gmünder VHS, Telefon 07171 92515-0.  

Informationen:
Museum im Prediger, Johannisplatz 3, 73525 Schwäbisch Gmünd,
Telefon 07171 603-4130,
www.museum-galerie-fabrik.de.

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