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Gewerbebefragung zum Starkregenereignis 2016
Für die Bildrechte: Amt für Medien und Kommunikation

Auswertung der Gewerbebefragung

Schwäbisch Gmünd (sv). Aktuell steht die Bekämpfung des Corona Virus im Mittelpunkt des Handelns der Stadt Schwäbisch Gmünd. „Dennoch dürfen weitere Risiken für die Bevölkerung nicht vernachlässigt werden“, betonte Joachim von Streit, Leiter des RESI-extrem Projekts im Amt für Stadtentwicklung. Deshalb wird in Schwäbisch Gmünd als Reallabor zum Schutz vor Starkregen geforscht. Dafür hat die Befragung der Gmünder Haushalte im Jahr 2018 bereits wichtige Erkenntnisse zur privaten Vorsorge ergeben. Jetzt wurde auch die Befragung der Gewerbetreibenden ausgewertet. Diese fand Ende des letzten Jahres statt. In Zusammenarbeit zwischen der Universität Stuttgart und dem Baudezernat wurden Gmünder Gewerbebetriebe befragt. Insgesamt haben sich 49 Gewerbebetriebe zurück gemeldet. Die Stadtverwaltung bedankt sich für die gewissenhafte Zusammenarbeit.

Zusammenfassung der wichtigen Ergebnisse
Durch den Starkregen am 29.05.2016 erlitten fast die Hälfte der befragten Betriebe Schäden. Die betroffenen Betriebe sind unterschiedlich groß und aus verschiedenen Branchen. Zudem sind sie in verschiedenen Stadtteilen ansässig. Die Gesamtschadenssumme der einzelnen Betriebe reichte von unter Tausend bis über eine Million Euro. Bei fast allen Betrieben (94 Prozent) verblieb ein Eigenanteil an der Gesamtschadenssumme. Der Haupteintrittsweg des Wassers ins Gebäude war Kanalrückstau (48 Prozent). Dies zeigt, wie essentiell eine Rückstausicherung ist. Als zweithäufigster Eintrittsweg des Wassers wurden Türen genannt. Überwiegend kam es zu Gebäudeschäden. Es traten aber auch Schäden an Waren, Produkten oder Lagerbeständen sowie Betriebseinrichtungen auf. Bei drei Viertel der Befragten bestehen Maßnahmen am Haus, die Schutz vor Überflutungen durch Starkregen bieten können. Die Mehrheit (72 Prozent) weiß, ob der eigene Betrieb in einem gefährdeten Bereich liegt. Dabei verlässt sich der Großteil der Gewerbetreibenden auf die eigene Abschätzung anhand von Erfahrungen durch vergangene Starkregenereignisse (82 Prozent). Erst wenige nutzen die Starkregengefahrenkarte auf der Homepage der Stadt Schwäbisch Gmünd (15,2 Prozent). Im Vergleich zu anderen Extremereignissen wird die Vorsorge gegenüber Starkregen von der Mehrheit der Befragten als am Wichtigsten betrachtet. Tendenziell wird der eigene Vorbereitungsgrad als gut eingeschätzt. Die meisten Gewerbebetriebe wählten die eigene Bauvorsorge als wichtigstes Handlungsfeld für die verbesserte Vorbereitung (37 Prozent). Darauf folgt die Einbeziehung der Starkregenthematik in die Stadtplanung und der Versicherungsschutz.

Die Vorsorge gegenüber Starkregen hat einen hohen Stellenwert bei den befragten Betrieben. Ein Viertel der betroffenen Betriebe hat nach dem Starkregen 2016 etwas geändert, um sich zukünftig besser zu schützen. Mehr als die Hälfte der Veränderungen waren bauliche Vorsorgemaßnahmen wie Rückstausicherungen, gefolgt vom Aufbau oder der Erweiterung des betrieblichen Krisenmanagements. Die Änderungen erfolgten zum Großteil auf Grund von Sachschäden im eigenen Betrieb (83 Prozent), aber zum Teil auch auf Empfehlung der städtischen Behörden. Baubürgermeister Julius Mihm hebt hervor: „Durch das RESI-extrem Projekt konnten wir erste wichtige Ergebnisse erzielen. Es gilt dennoch, die Sensibilität für Starkregen weiterhin zu erhöhen und Schutzmaßnahmen umzusetzen“. Weitere Informationen zum Projekt, die Starkregengefahrenkarten und über Möglichkeiten der Eigenvorsorge gibt es auf der städtischen Homepage unter: https://www.schwaebisch-gmuend.de/starkregen-und-hochwasser-vorsorge.html

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