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23. Januar 2024
Jahrespressegespräch Museum und Galerie im Prediger
Rückblick 2023
Schwäbisch Gmünd (sv). Im abgelaufenen Jahr 2023 haben rund 36.300 Menschen das Museum und die Galerie im Prediger sowie das Silberwarenmuseum Ott-Pausersche Fabrik besucht. „Diese Zahl stimmt uns sehr freudig und zuversichtlich, bedeutet sie doch einen kraftvollen Zuwachs von rund 16.700 Besuchen (Plus 85 Prozent) gegenüber dem Vorjahr, das noch sehr unter den Nachwirkungen der Corona-Pandemie stand“, so Museumsleiter Dr. Max Tillmann. Den stärksten Zuwachs an Besucherinnen und Besucher verzeichnete die Galerie, in die rund 19.200 Menschen den Weg fanden – gegenüber dem Vorjahr (6.700) stellt dies fast eine Verdreifachung dar. In die Sonderausstellungen und die Schausammlungen des Museums kamen rund 13.100 Menschen (Plus 2.700), in das Silberwarenmuseum Ott-Pausersche Fabrik rund 4.000 (Plus 1.500). Als Besuchermagnete erwiesen sich zwei Ausstellungen in der Galerie im Prediger: zum einen die Werkschau zum 80. Geburtstag von Karl Ulrich Nuss, in welcher der Bildhauer Mensch-Tier-Mischwesen präsentierte (4.200 Besuche) und zum anderen die Ausstellung „Nature on my Mind“ mit Charlotte Eschenlohr und Maureen Jeram, die eigens für die Ausstellung zwei Gemeinschaftswerke schufen (3.100 Besuche). Mit 270 Führungen und Veranstaltungen für Kinder, Jugendliche und Schulen konnte das Bildungs- und Vermittlungsprogramm gegenüber dem Vorjahr (150) fast verdoppelt und neues Besucherinteresse geweckt werden.
Projekte und Ausstellungen 2024
Museum im Prediger digital
Das Museum im Prediger ist nicht nur ein analoger Ort. Über die räumlichen Grenzen hinaus werden 2024 die digitalen Bestrebungen vorangetrieben. Im Frühjahr wird das Museum einen großen Teil seiner Sammlungen im open access kostenfrei online stellen, sodass viele der im Magazin gelagerten Objekte erstmals und weltweit zugänglich sind. Die Digitalisierungskampagne umfasst in einem zweiten Schritt auch eine neue Webseite, um die Präsenz in der digitalen Landschaft zu verstärken.
Noch bis 12. Mai, Museum im Prediger
Druckstarkes von A(ntes) bis Z(ippel). Grafik-Highlights der 60er- und 70er-Jahre
In den 60er- und 70er-Jahren war der Wunsch nach Neuem überall spürbar – auch in der Kunst. Neue Strömungen und Formensprachen entwickelten sich. Die bis in unsere Zeit hineinwirkende Aktualität und Modernität dieser künstlerischen Ansätze lässt sich bestens in der aktuellen Ausstellung „Druckstarkes von A(ntes) bis Z(ippel)“ ablesen, die noch bis zum 12. Mai zu sehen ist. Die Schau zeigt 50 Druckgrafiken der 60er- und 70er-Jahre von heute berühmten Künstlerpersönlichkeiten, darunter Horst Antes, Willi Baumeister, Joseph Beuys, Günter Fruhtrunk, Heinz Mack, Georg Karl Pfahler, Günther Uecker und Ben Willikens.
Ab 13. April, Silberwarenmuseum Ott-Pausersche Fabrik
Neueinrichtung Musterzimmer und Direktorenbüro
Die Neueinrichtung rekonstruiert die historische Ausstattung von Musterzimmer und Direktorenbüro in der Ott-Pauserschen Fabrik. Dadurch ist es im musealen Rundgang zukünftig möglich, neben der Thematik der Produktion auch die Themen Design und Vertrieb mit zu vermitteln. Dazu werden die originalen Möbel, wie die Mustertheke im Musterzimmer oder der Schreibtisch, sowie das Buffet zur Präsentation von Silberprodukten im Direktorenbüro restauriert und neu aufgestellt. In Verbindung mit zeitgenössischer Ausstellungsdidaktik werden diese Räume also ihrer früheren Nutzung und Erscheinung angenähert, zugleich aber modern aufbereitet.
Eröffnung: Freitag, 12. April, 17.30 Uhr
14. April bis 13. Oktober, Kreuzgang Prediger
Mike Kraus. Unverblümt
Der in Wien geborene und in München lebende Künstler Mike Kraus ist seit Ende der 1990er-Jahre international erfolgreich als Fotograf und Regisseur tätig. In seiner Fotoserie „Unverblümt“ porträtiert er sechs Stars des deutschen Kinos in stechend scharfer Präzision – und doch durch die Blume. Die Porträtierten sind geschmückt mit opulenten Blumenarrangements, die die Farben des Regenbogens aufgreifen: Rot, Orange, Gelb, Grün, Blau und Violett. Für jede Farbe ein Bild. Jedes Bild besteht dabei ausschließlich aus Komplementärfarben. Kraftvoll und zugleich unverblümt strahlen die Bilder eine ausgewogene Inszenierung aus: verführerisch in ihrer Schönheit, aber auch mit Humor.
Vernissage: Sonntag, 14. April, 11 Uhr.
26. April bis Oktober, Galerie im Prediger
Peter Jacobi. Bildhauer und Fotograf
Peter Jacobi, 1935 in Rumänien geboren, hat in über fünfzig Schaffensjahren ein großes und facettenreiches Werk hervorgebracht. Sein beeindruckendes und reichhaltiges Œuvre erscheint als kontinuierliches und vielschichtiges Nachdenken über Identität und Erinnerung, über vergangene, vergehende und verbleibende Zeit in einer reduzierten, abstrahierten Formensprache. Mit ausgesuchten, auf den Galerieraum abgestimmten Arbeiten gibt die Ausstellung exemplarisch Einblicke in sein künstlerisches Schaffen. Peter Jacobi studierte von 1955 bis 1961 Bildhauerei an der Kunstakademie Bukarest. 1970 emigrierte der schon international erfolgreiche Künstler in die Bundesrepublik Deutschland. Von 1971 bis 1998 war er Professor für Gestaltung an der Hochschule Pforzheim. Seine Werke finden sich weltweit in renommierten Museumssammlungen und im öffentlichen Raum.
Eröffnung: Donnerstag, 25. April, 19 Uhr.
23. Juni bis 6. Oktober, Museum im Prediger
„Guten Morgen, Vielliebchen“. Emanuel Leutzes Freundschaftsbilder
Emanuel Leutze, 1816 in Schwäbisch Gmünd geboren und 1868 in Washington verstorben, widmete sich mit besonderer Freude der Darstellung von Freunden, Bekannten, Malerkollegen und Familienmitgliedern. Der Aufhänger für die Ausstellung ist eine hochkarätige Neuerwerbung für die Museumssammlung: Das Porträt des in Südamerika zu Vermögen gekommenen Kaufmanns Friedrich Wilhelm Hütz von 1863. Die Ausstellung „Guten Morgen, Vielliebchen“ vermittelt ein Zeitporträt aus Leutzes künstlerischem Blickwinkel, eine Geschichte über Freundschaft, Liebe und die Freiheit des Geistes in Deutschland nach der 1848er Revolution. Gezeigt werden rund 40 Werke, darunter in Schwäbisch Gmünd noch nie gezeigte Gemälde von Leutzes Hand.
Eröffnung: Samstag, 22. Juni, 15 Uhr.
November 2024 bis 21. April 2025, Museum im Prediger
Moderne Gefühle. Fotografien von Ingolf Thiel 1975–1985
Unter dem Titel „Moderne Gefühle“ zeigt die Schau Fotografien der Jahre 1975 bis 1985 von Ingolf Thiel. 1943 in Danzig geboren und 1985 in Stuttgart verstorben, zählte Thiel um 1980 zu den innovativsten Fotografen in Deutschland. Die Freude am genreübergreifenden Arbeiten, die jene Jahre kennzeichnet, trieb auch Thiel beständig an. Mit Neugier und Enthusiasmus probierte er verschiedenes aus und machte es für seine fotografische Arbeit nutzbar. Er arbeitete für Industrie- und Modeunternehmen wie Daimler-Benz, Kodak, Bleyle, Breuninger oder Mustang. Seine Fotografien erschienen in Magazinen wie Elle, Gala, Linea Italiana, Nora und Playboy. Parallel dazu und mit zunehmendem Erfolg entstanden immer auch freie Arbeiten. Die Ausstellung entsteht in Kooperation mit der Deutschen Fotothek in Dresden.
Eröffnung: Freitag, 29. November, 19 Uhr.
Weitere Informationen
Museum und Galerie im Prediger, Telefon: 07171/603-4130, E-Mail: museum@schwaebisch-gmuend.de, Internet: www.museum-galerie-fabrik.de.
Pressebilder
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Mike Kraus, Unverblümt, Orange: Natalia Avelon, 2023, Leuchtkasten, FineArt Druck auf Back-Light, signiert, datiert und nummeriert, 80 x 120 cm / Edition von 6. © Künstler. -
Peter Jacobi, Männlicher Torso, 1965, Bronze, 40 × 12 × 85 cm , Auflage 3, 2 e. a. (Die erste Edition befindet sich in der Sammlung des mumok – Museum moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien, Ankauf 1967). © Künstler -
Emanuel Leutze (1816–1868), Mutter mit zwei Kindern, 1844, Öl auf Leinwand. 103,7 × 83 cm. © Dr. Axe Stiftung, Bonn. -
Ingolf Thiel, Skyscraper, 1979, Serie: Heimweh nach dem Traurigsein. © Deutsche Fotothek / Thiel, Ingolf