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12. Juni 2026
Lesung im Generationentreff Spitalmühle
Schwäbisch Gmünd (sv). Am Samstag, 20. Juni um 18 Uhr werden im Café Spitalmühle Hans Frieder Dietz und dessen Nichte Dorothee Dietz aus dem Buch „Auf dem Kalten Feld“ lesen. Das Buch handelt von dem Leben, der in Schwäbisch Gmünd als Krippenkünstlerin bekannten Dore Dietz. Hinter dieser künstlerisch tätigen Frau steht jedoch eine Biografie, die zum genauen Hinsehen verpflichtet: In den 1930er- und 1940er-Jahren war Dietz überzeugte Nationalsozialistin. In den 1980er-Jahren setzte die Künstlerin sich, im Interview mit ihrem jüngsten Sohn Hans Frieder, entschlossen und kritisch mit eigener Schuld auseinander. Die Frage „Warum waren wir so blind?“ ließ Dore Dietz bis zuletzt nicht los.
Dore Dietz (1909–1998) war eine der Millionen deutscher Frauen, die sich von den Zukunftsversprechen der Nazis beeindrucken ließen und in der Nazi-Partei beziehungsweise ihren Unterorganisationen aktiv mitarbeiteten. Nach dem 2. Weltkrieg standen viele, wie Dore Dietz, unter Schock, weil endgültig erkannt werden mussten, dass man Teil eines zutiefst verbrecherischen Systems gewesen war. Während die meisten schwiegen, gab Dore Dietz 1986/1987 dem jüngsten Sohn Hans Frieder ein Interview. Die Künstlerin setzt sich darin auch mit der eigenen Verantwortung in der NS-Zeit auseinander.
Neben Auszügen aus dem Interview dokumentiert Dore Dietz Sohn ihren Lebensweg – und damit ein deutsches Frauenleben in der Kriegs- und Nachkriegszeit. Später engagierte die Künstlerin sich in der Friedensbewegung und beteiligte sich noch im hohen Alter an den Senioren-Blockaden gegen die stationierten Pershing-Atomraketen. Mit einer eindrücklichen Verteidigungsrede setzte sich Dore Dietz mit ihrer Vergangenheit auseinander.
Eine Anmeldung bis Donnerstag, 18. Juni unter der Rufnummer: 07171/603-5080 oder per Mail an: renate.wahl@schwaebisch-gmuend.de ist erforderlich.