EKM-Bilanz

25. Festival Europäische Kirchenmusik Schwäbisch Gmünd

Einen erfreulich hohen Besucherzuspruch, verbunden mit künstlerischen Spitzenleistungen verzeichnete das 25. Festival Europäische Kirchenmusik, das am Sonntag, 4. August, zu Ende ging. Das nahezu ausverkaufte und vom Publikum mit sehr herzlichem Beifall gefeierte Schlusskonzert mit dem Estnischen Philharmonischen Kammerchor unter der Leitung von Daniel Reuss verwies noch einmal eindrücklich auf das Jubiläumsthema „Feuer und Flamme“. Gemeinsam mit den Festivalmachern zog Oberbürgermeister Richard Arnold eine positive Bilanz der drei Festivalwochen: Mit rund 15.000 Besuchern konnte das landesweit einzigartige Festival seine Position weiter festigen

Schwäbisch Gmünd (sv). Einen erfreulich hohen Besucherzuspruch, verbunden mit künstlerischen Spitzenleistungen verzeichnete das 25. Festival Europäische Kirchenmusik, das am Sonntag, 4. August, zu Ende ging. Das nahezu ausverkaufte und vom Publikum mit sehr herzlichem Beifall gefeierte Schlusskonzert mit dem Estnischen Philharmonischen Kammerchor unter der Leitung von Daniel Reuss verwies noch einmal eindrücklich auf das Jubiläumsthema „Feuer und Flamme“. Gemeinsam mit den Festivalmachern zog Oberbürgermeister Richard Arnold eine positive Bilanz der drei Festivalwochen: Mit rund 15.000 Besuchern konnte das landesweit einzigartige Festival seine Position weiter festigen. Sieben der 23 Konzerte waren ausverkauft; mehrfach konnte die Kartennachfrage nur durch eine Zusatzbestuhlung zufriedengestellt werden. Die Auslastung bei lag bei 91 Prozent. Dabei konnte sich das Festival erneut auf ein äußerst treues Stammpublikum verlassen: 82 Prozent der Karten wurden bereits im Vorverkauf erworben.

„Dies ist wieder eine hervorragende Bilanz“, so Oberbürgermeister Richard Arnold. „Sie bekräftigt den Rang des Festivals Europäische Kirchenmusik Schwäbisch Gmünd als bedeutendes Musik-Ereignis im Bereich geistlicher Musik und bestätigt die Arbeit der Festivalorganisatoren, die dieses Erfolgsprodukt seit 25 Jahren mit Feuereifer umsetzen.“ Eine bilderreich gestaltete Festschrift zum Jubiläum, die auch außerhalb der Festivalwochen für eine Schutzgebühr von 10 Euro im i-Punkt Schwäbisch Gmünd zu erwerben ist, überbrückt die Zeit bis zum 26. Festival, das im Jahr der Landesgartenschau vom 16. Juli bis 10. August 2014 zum Thema „Paradies“ stattfindet.

Überwältigende Konzert-Erlebnisse
Mit einem spektakulären Feuerzauber des französischen Künstlers Denis Tricot wurde die 25. Festspielsaison am 12. Juli auf dem Münsterplatz eröffnet. Musikerinnen und Musiker aus den fünf Partnerstädten von Schwäbisch Gmünd untermalten bei diesem beeindruckenden Auftakt seine Performance „Musique du Feu“ mit einer eigens dafür entwickelten Musikcollage. Stets präsent war das Festivalthema „Feuer und Flamme“ auch im Eröffnungskonzert; voller Leidenschaft und mit hellen Stimmen musizierten die Regensburger Domspatzen und Concerto Köln Mozarts „Requiem“ und sorgten damit beim Publikum für Beifallsstürme, welche die Konzerte der folgenden Wochen immer wieder begleiten sollten.
Mehrfach stand großartige Vokalkunst im Mittelpunkt. Der Bogen vokaler Höhepunkte spannte sich von einstimmigen und mehrstimmigen Kunstwerken der frühen Renaissance, dargeboten vom französischen Ensemble Discantus, bis zu barocken Kostbarkeiten für Stimmen und Harfe des Ensembles Savadi, von einer ungewöhnlich fein besetzten Bachschen „Johannespassion“ der Chapelle de la Vigne bis zum gewaltigen Stimmspektrum der Sängerin Isabelle Siyou im Zusammenspiel mit Duo-Partner Hellmut Hattler am E-Bass. Begeistert zeigte sich das Publikum auch über die Aufführung von Bruckners 4. Sinfonie mit dem Radio-Sinfonieorchester Stuttgart des SWR unter Michael Sanderling und von Mendelssohns Oratorium „Elias“ mit dem Philharmonischen Chor Schwäbisch Gmünd und der Sinfonietta Tübingen unter Stephan Beck.
In Anerkennung seiner Verdienste um die geistliche Musik in der Gegenwart erhielt der britische Komponist Sir John Tavener den Preis der Europäischen Kirchenmusik 2013; unter Stephen Layton präsentierte der Chor des Trinity College Cambridge mit beinahe überirdischen Stimmen im Festkonzert Kompositionen des Preisträgers und weitere bedeutende Werke der englischen Vokalmusik.
Mit einer Reihe von Uraufführungen machte das Festival neugierig auf neue Wege geistlicher Musik. Im Eröffnungsgottesdienst erklang der diesjährige Kompositionsauftrag des Festivals: Ulrich Gassers Motette „Er ist gekommen, Feuer auf die Erde zu werfen“. Das Nachtkonzert „laut brennt“ mit DJ-Set und Orgel sorgte für neue Klangerlebnisse und Sinneseindrücke. Premiere erlebte außerdem das interdisziplinäre Musiktheater „die fette seele“ von Klaus Lang, das von Ensembles der Stuttgarter Musikhochschule erstmals aufgeführt wurde.

Talent- und Nachwuchsförderung
Ein fester Bestandteil des Festivals ist die Nachwuchsförderung. Das „Duo Enßle & Lamprecht“ begeisterte sein Publikum im ausverkauften Konzert mit Kompositionen für Flöten und Schlagzeug. Ebenfalls musikalisch auf sehr hohem Niveau präsentierten sich sechs junge Sängerinnen und Sänger, die den diesjährigen Meisterkurs zum Thema Liedgesang unter der Leitung des international renommierten Baritons Konrad Jarnot und des Pianisten Urs Liska belegten. Im 13. Internationalen Wettbewerb für Orgelimprovisation wetteiferten elf Teilnehmerinnen und Teilnehmer um die Preise von Jury und Publikum: David Cassan aus Paris wurde der 1. Preis („Hubert-Beck-Preis“), Peter Schleicher aus Stuttgart der 2. Preis sowie der Publikumspreis und Geerten Liefting aus Utrecht der 3. Preis verliehen.

Musikvermittlung und Medienresonanz
Einer sehr guten Resonanz erfreuten sich die Künstlergespräche und das „Musikforum Musiktheater“ zur Uraufführung „die fette seele“ von Klaus Lang. Sie vermittelten ein vertiefendes Verständnis musikalischer Inhalte und konzeptioneller Ideen. Vielfältig berichteten die Medien über das Festival. Der Südwestrundfunk zeichnete sieben Konzerte für das Hörfunkprogramm SWR2 auf. Jeweils von 19.05 bis 20 Uhr werden an den kommenden vier Samstagen (10., 17., 24. und 31. August) in der Reihe „Geistliche Musik“ auf SWR2 Mitschnitte ausgestrahlt. Erstmals zeichnete auch der Bayrische Rundfunk ein Konzert auf. Weitere Sendetermine werden im Internet unter www.kirchenmusik-festival.de und in den Tageszeitungen veröffentlicht.

Veranstalter / Finanzierung
Das Festival Europäische Kirchenmusik wird veranstaltet vom Kulturbüro der Stadt Schwäbisch Gmünd. Der Veranstaltungsetat beträgt seit Jahren konstant 400.000 Euro.

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