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Drei Projekte mit 160.000 Euro vom Ministerium genehmigt

Der Erste Bürgermeister Dr. Joachim Bläse, Hauptamtsleiter Helmut Ott und Integrationsbeauftragter Hermann Gaugele stellten am Mittwoch, 8. Januar, die vom Ministerium für Integration geförderten Projekte im Rathaus vor

Schwäbisch Gmünd (sv). Der Erste Bürgermeister Dr. Joachim Bläse, Hauptamtsleiter Helmut Ott und Integrationsbeauftragter Hermann Gaugele stellten am Mittwoch, 8. Januar, die vom Ministerium für Integration geförderten Projekte im Rathaus vor. Ein Projekt ist eine Anlaufstelle für alle Menschen unterschiedlichster Herkunft, so Bürgermeister Bläse. So soll im Rathaus ein „Willkommenscenter“ entstehen, so Hermann Gaugele. Neue Wege zur Integration gehen derzeit 24 Flüchtlinge. Seit Dezember findet ganztägig von Montag bis Freitag ein Sprachkurs für die Flüchtlinge der Gemeinschaftsunterkunft in der Volkshochschule Schwäbisch Gmünd statt. In Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung, dem Landratsamt sowie der Volkshochschule wurde das Sprachangebot auf den Weg gebracht und wird von den Flüchtlingen sehr gewissenhaft und gerne in Anspruch genommen, so Helmut Ott.

Das Ministerium für Integration hat im vergangenen Jahr ein Förderprogramm zur gesellschaftlichen Teilhabe und Integration aufgelegt. Damit sollen nachhaltige Strukturen im Integrationsbereich auf kommunaler Ebene entwickelt und gestärkt werden. Die Integrationsarbeit in den Stadt- und Landkreisen, Städten und Gemeinden soll stärker und nachhaltiger gesteuert, koordiniert und strukturiert sowie weiterentwickelt werden. Die Stadtverwaltung hat 2013 Anträge zu fünf verschiedenen Projekten gestellt. Drei Projekte wurden von der Bewertungskommission befürwortet und vom Ministerium genehmigt. Das erste Projekt sieht die Einrichtung eines Willkommenscenters im Rathaus als Anlaufstelle für Einwanderer vor. Zusätzlich soll eine Willkommensmappe erstellt werden, die Einwanderern alle für sie notwendigen Informationen und Ansprechpartner zur Verfügung stellt. Im zweiten Projekt soll ein Runder Tisch zur Steuerung der Integrationsmaßnahmen aufgebaut werden zur Koordinierung weiterer Maßnahmen.

Ein weiterer Schwerpunkt betrifft die Integration der derzeit 250 Flüchtlingen aus der Gemeinschaftsunterkunft auf dem Hardt. Bestandteil dieses Projektes ist ein Sprachkurs für Flüchtlinge, der Basiskenntnisse in Deutsch (Niveau A2 des gemeinsamen europäischen Referenzrahmens) vermitteln soll um eine grundlegende kommunikative Handlungsfähigkeit bei den Flüchtlingen zu ermöglichen. Mit dem Antrag zur Sprachförderung von Kriegsflüchtlingen wollen wir einen Ansatz finden um den Menschen, die in den Flüchtlingsunterkünften leben eine Grundlage zu gesellschaftlicher Teilhabe zu bieten. Diese ist ein integraler Bestandteil eines würdevollen Lebens, besonders in einer neuen Umgebung. Diese Projekte dienen dazu eine tragfähige Struktur bei den Integrationsbemühungen in Schwäbisch Gmünd aufzubauen, bereits bestehende Angebote wirksamer zu vernetzen und die bereits erfolgreiche Integrationspolitik in Schwäbisch Gmünd fortzusetzen. Der Schwerpunkt der künftigen Integrationspolitik Schwäbisch Gmünds wird der Auf- und Ausbau einer Willkommenskultur sein. Zentrale Bausteine sind, die Einrichtung eines Willkommenscenters und die Einrichtung eines Runden Tisches zur Steuerung des Integrationsprozesses.

Integrationsarbeit hat in Schwäbisch Gmünd eine lange Tradition und steht an oberster Stelle der Prioritätenliste. Die Bedeutung des Themas wird in unserer Stadt in den nächsten Jahren noch mehr zu nehmen. Bereits Mitte der 1980er Jahre wurde die Stelle eines Ausländerbeauftragten geschaffen. Seit 2005 gibt es einen Integrationsbeirat, der den früheren Ausländerbeirat abgelöst hat. Im Jahr 2008 wurde mit Unterstützung des Europäischen Forums für Migrationsstudien (EFM) ein Integrationskonzept entwickelt, das die Leitlinien der Integrationsarbeit in Schwäbisch Gmünd festlegt. Dieses Konzept wurde unter Anleitung des EFM mit großer Bürgerbeteiligung erarbeitet. Mit dem Integrationskonzept konnten die Weichen für eine strategisch ausgerichtete städtische Integrationspolitik gestellt wurden. In sechs Handlungsfeldern wird zu den Themen Sprache und Bildung, Wirtschaft und Arbeit, Wohnen und Stadtentwicklung, Soziales, Gesundheit und Sport, aktives Zusammenleben und interkulturelle Öffnung der Institutionen Ziele und Maßnahmen er-arbeitet, um die Teilha-bemöglichkeiten von Migranten zu verbessern. In den Handlungsfeldern arbeiten engagierte Bürgerinnen und Bürger und Experten aus ganz unterschiedlichen Bereichen zusammen. Die daraus resultierenden Maßnahmen sind deshalb am Bedarf der jeweiligen Zielgruppen aus-gerichtet und deren Umsetzung ist aufgrund der direk-ten Anbindung an die Verwaltung gewährleistet. Im vergangenen Jahr hat Schwäbisch Gmünd mit dem Forschungs-Praxis-Projekt „Integrationspotentiale ländlicher Regionen im Strukturwandel“ der Schader Stiftung eine sehr positive Bewertung der bereits bestehenden Integrationsarbeit erhalten und motiviert den begonnenen Weg fortzusetzen beziehungsweise die Bemühungen zu verstärken um Integration weiterhin als Querschnittsthema über die Kernbereiche der Verwaltung hinaus zu veran-kern und die Anschlussstellen zu weiteren gesellschaft-lichen Bereichen auszubauen. Das bestehende Integrationskonzept wird zu einer Konzeption für Einwanderer/Zuwanderer weiter entwickelt, auch hier soll der Runde Tisch entscheidende Beiträge leisten. Dies deshalb, weil wir uns in Schwäbisch Gmünd künftig nicht nur um die Personen mit Migrationshintergrund kümmern wollen, die bereits da sind, sondern auch um die (inklusive der Flüchtlinge), die neu ankommen. Der Aufbau und die Weiterentwicklung einer Willkommenskultur wird von der Stadtverwaltung als eine der wichtigsten Aufgaben der kommenden Jahre gewertet. Unter diesem Dach sollen die Integrationsbemühungen in in Zukunft weiter entwickelt werden. Zentrale Punkte sind in diesem Zusammenhang die Einrichtung eines „Runden Tisches“ zum Aufbau und Weiterentwicklung einer Willkommenskultur und die „Erstellung einer Willkommensmappe“. Die Maßnahme „Deutsch und Landeskunde für Flüchtlinge“ ergänzt die bereits vorhandenen Angebote in der Sprachförderbereich für Flüchtlinge. Ehrenamtliche Lehrerinnen und Lehrer bieten bereits jetzt freiwilligen Sprachunterricht in der Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge bis zum Zielniveau Stufe A1 an. Die beantragte Maßnahme beginnt mit Basiskenntnissen der Stufe A1, so dass nur engagierte Personen mit entsprechenden Vorkenntnissen davon profitieren und die Abbrecherquote entsprechend gering ist. Viele Flüchtlinge engagieren sich bereits in der vorläufigen Unterbringung ehrenamtlich in Vereinen und Organisationen in der Stadt oder sind in gemeinnützigen Arbeitsgelegenheiten beschäftigt, hier sind Sprach- und Landeskenntnisse von größter Wichtigkeit.

Aus der Praxis wissen wir, dass der Integrationsprozess einer ständigen Weiterentwicklung unterworfen ist und sich aus der praktischen Arbeit weiterer Bedarf ergeben wird. In der zweiten Staffel ab 2014 wollen wir, aufbauend auf dieser Struktur, in die Tiefe gehen und dafür sorgen, dass die Maßnahmen im vollen Umfang bei den Menschen im Quartier ankommen. Wir wollen Aktionen und Angebote in den Mittelpunkt stellen, die Menschen und Hilfsangebote zuverlässig zusammenbringen. Mit unseren Anträgen soll eine stabile Grundstruktur aufgebaut werden, um die verschiedenen Angebote zu bündeln und so den Erfolg und die Nachhaltigkeit sicher zu stellen. Die Anträge für 2014 wurden in Absprache mit den Akteuren vor Ort gestellt um sicher zu stellen, dass sie aufeinander abgestimmt sind. Die Entscheidung über diese Projektanträge wird erst im März fallen.

Bildunterschrift von links:
Helmut Ott (Hauptamtsleiter), der Erste Bürgermeister Dr. Joachim Bläse, Hermann Gaugele (Stabsstelle Integrationsbeauftragter).

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