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28. Januar 2026
Sammlung Osten
Schwäbisch Gmünd (sv). Die „Sammlung Osten“ ist zum 1. Januar 2026 offiziell in die Bestände des Stadtarchivs Schwäbisch Gmünd übergegangen. Damit sichert sich die Stadt dauerhaft den Fortbestand eines umfangreichen Konvoluts aus Quellen, Dokumenten und Literatur zur Geschichte der nach 1945 aus Ostmittel-, Ost- und Südosteuropa geflohenen und vertriebenen Deutschen in Schwäbisch Gmünd.
Mit der offiziellen Übernahme am Freitag, 23. Januar, im Barockzimmer des Rathauses, bedankte sich Oberbürgermeister Richard Arnold und Dr. Niklas Konzen, Leiter des Stadtarchives, ausdrücklich bei allen ehrenamtlich Engagierten – insbesondere bei Klaus Rollny und Wilhelm Lienert – für ihren langjährigen Einsatz. Die Sammlung Osten bleibt damit dauerhaft gesichert und steht auch künftigen Generationen als wertvolle Quelle zur Stadtgeschichte zur Verfügung.
Vor rund 80 Jahren erreichten die ersten Vertriebenen die Stadt, der erste Transport kam am 28. Oktober 1945 an, die große Mehrheit folgte 1946. Viele stammten aus den sudetendeutschen Gebieten, andere aus den Regionen jenseits von Oder und Neiße oder aus Ungarn. Ende 1949 machten die Vertriebenen fast ein Drittel der Gmünder Stadtbevölkerung aus. Ihre Ankunft, ihre Integration und ihre Lebenswege sind bis heute ein prägender Teil der Stadtgeschichte und vieler Familienbiografien. Die Sammlung geht auf ein ehrenamtliches Projekt zurück, das 2005 von engagierten Bürgerinnen und Bürgern ins Leben gerufen wurde. Aus der damaligen „Arbeitsgemeinschaft Osten“ entstand 2016 der Verein „Brücke nach Osten“, der seither Träger der Sammlung ist. Ein öffentlicher Aufruf zur Abgabe von Dokumenten, Erinnerungsstücken und Büchern bildete den Grundstein des Bestands, der inzwischen auf rund 105 Regalmeter angewachsen ist. In den vergangenen 16 Jahren hat Klaus Rollny die Sammlung mit großem persönlichem Einsatz geordnet, erfasst und betreut.
Die Stadt stellte frühzeitig Räume im Unipark zur Verfügung und begleitete das Projekt fachlich durch das Stadtarchiv. Die Übernahme der Sammlung wurde 2022 vertraglich vereinbart und ist nun wirksam geworden. In den kommenden Monaten wird die Sammlung in das neue Außenmagazin des Stadtarchivs am Münsterplatz 19 überführt. Die Betreuung begleitet der Vorsitzende des Vereins „Brücke nach Osten“, Wilhelm Lienert. Der Abschluss des Umzugs ist für das Frühjahr geplant.
Bildunterschrift:
Schlüsselübergabe: Die Verantwortung für die „Sammlung Osten“ geht jetzt vom Verein „Brücke nach Osten“ in die Hände des Stadtarchivs über. Von links: Dieter Mitrenga, Dr. Franz Seidl, Wilhelm Lienert, Oberbürgermeister Richard Arnold, Dr. Niklas Konzen und Dirk Schmidt.