Wege in die Abstraktion.

Hermann Pleuer – Peter Jakob Schober – Paul Mahringer

18. November 2011 – 9. April 2012

Wege zur Abstraktion
Wege zur Abstraktion

Wege zur Abstraktion – unter diesem Titel führt dasMuseumim Prediger vom 18. November 2011 bis 9. April 2012 zum ersten Mal die Künstlerwerke von Hermann Pleuer (1863-1911), Peter Jakob Schober (1897-1983) und Paul Mahringer (1904-1969) zusammen. 80 ausgewählte Gemälde umspannen 100 Jahre Malerei. An der kunsthistorisch spannenden Schwelle zur Moderne stehend veranschaulichen die Werke des Dreigestirns Entwicklungstendenzen, die sowohl traditionsgebundene als auch innovative Merkmale beinhalten. Aspekte der Tradition zeigen sich bei allen drei in den klassischen Themen Porträt, Stillleben und Landschaft, solche der Innovation im allmählichen Fortbewegen vom Gegenstand hin zu dessen Abstraktion. Interessante Vergleiche ergeben sich darüber hinaus aus dem unterschiedlichen Umgang der drei mit Dunkelheit, Schatten und Licht sowie mit Farbe, Malduktus und Komposition. Anlass zu dem Ausstellungsdreiklang ist das 100.Todesjahr von Hermann Pleuer, zu dem erstmals alle 31 in derMuseumssammlung befindlichen Gemälde gezeigt werden.
Zur Ausstellung erscheint ein Katalog mit zahlreichen farbigen Abbildungen (88 Seiten, 18 Euro). Die Publikation kann im Museumsshop gekauft oder über das Internet bestellt werden: www.museum-galerie-fabrik.de » .

Wege zur Abstraktion
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Eröffnung

Die Werksschau wird am Freitag, 18. November um 19 Uhr im Prediger-Innenhof durch Oberbürgermeister Richard Arnold eröffnet. Zur Ausstellung spricht Museumsleiterin Dr. Gabriele Holthuis. Der Klarinettist Otto G. Horvath gestaltet die Eröffnung musikalisch.

Wege zur Abstraktion
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Zu den Werken

Hermann Pleuer, geboren 1863 in Schwäbisch Gmünd und 1911 im Alter von nur 47 Jahren verstorben, repräsentiert den ersten wichtigen Meilenstein im Umgang mit Abstrahierungen in der Zeit vor und um 1900. Seine Bilder zählen „zum Echtesten und Stärksten“ (O. Fischer), was der Impressionismus im Schwäbischen geschaffen hat. Pleuers Themenschwerpunkte sind die Natur als arkadischer Sehnsuchtsort und die Veränderung der Alltagswelt in der unmittelbaren Konsequenz der Industriellen Revolution. Für Pleuer sind das keine Widersprüche, im Gegenteil: Ungeachtet dessen, ob es elfenartige Wesen sind, ob Engel, Nymphen und Faune, die in symbolistisch märchenhafter Kulisse agieren, oder aber Bahnhöfe, Lokomotiven und Gleise – beide so offensichtlich gegensätzliche Motive taucht Pleuer in dasselbe impressionistisch romantische Licht. Nacht und Schatten sind diejenigen Stilmittel, mit denen Pleuer abstrahierende Akzente in seine Landschaften, Genreszenen und Eisenbahnmotive setzt. Licht und Farbe wiederum bilden häufig Elemente der Gegenständlichkeit. Gleichzeitig benutzt Pleuer sie als rein abstrakte Kompositionsmittel. In der Summe entsteht eine hoch emotionalisierte Malerei, die sowohl in der mythologischen als auch in der realen Welt zuhause ist.
Peter Jakob Schober wird 1897 in Gschwend geboren und stirbt 1983 im 86. Lebensjahr. Schober gehört zu den bedeutendsten Malern der Klassischen Moderne Südwestdeutschlands, die konsequent den Weg vom Gegenstand in die Abstraktion gegangen sind. Trotz aller formalen Auflösung widmet sich Schober mit der gleichen Aufmerksamkeit dem Detail, wie dies vor allem seine Blumenstillleben eindrucksvoll belegen. In diesen lässt sich auch eine weitere Besonderheit im Werk von Schober entdecken: die Farbe. Kraftvoll setzt sie der Maler in Szene, ganz gleich, ob es sich um Getreidefelder, blühende Gärten oder Dorfstraßen handelt. Verblüffend ist dabei immer wieder sein Umgang mit der Farbe Weiß, sei es in Winterlandschaften oder an blühenden Obstbäumen. Neben der Malerei entstehen zahlreiche Arbeiten für den öffentlichen Raum, vor allem Glasfenster, Fresken und Sgraffiti.
Paul Mahringer, der 1904 in Neuhausen auf den Fildern geboren wird und 1969 mit 64 Jahren in Schwäbisch Gmünd stirbt, konzentriert sich in ähnlicher Weise wie Hermann Pleuer und Peter Jakob Schober vornehmlich auf eine Vielfalt an Landschaften. Nur ist sein Schwerpunkt weder die Nacht oder der Schatten noch die reine Farbfläche, sondern das Licht und der Tag. Ähnlich wie Schober komponiert auch Mahringer zunächst seine Stillleben und dann auch seine späten Landschaften vorwiegend als übereinander gelegte Flächen. Seine Motive sind überwiegend hell, pastellfarben, von ätherisch sommerlicher Atmosphäre getränkt. Aber auch wenn seine späten Gemälde mehr und mehr rhythmisch durchdrungen sind und immer wieder den Titel „Komposition“ tragen – abstrakt sind sie dennoch nicht, denn trotz aller Schwierigkeiten, noch etwas zu erkennen, ist sein Ausgangspunkt stets die Welt des Gegenstandes.

 

Vielfältiges Rahmenprogramm


Ein umfangreiches Veranstaltungsprogramm ergänzt die Ausstellung. Es umfasst Führungen und zahlreiche Kinderangebote, darunter am Samstag, 31. März, 10-13 Uhr, einen Osterferien-Workshop.

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