Dienstag
09:00 - 12:00
Mittwoch
09:00 - 12:00
Donnerstag
14:00 - 18:00
Nur nach Voranmeldung
Zu beachten:
Öffnungszeiten an Fasching
Der diesjährige Rathaussturm findet am Donnerstag, 12.02.2026 um 16.16 Uhr statt. Die städtischen Dienststellen sind deshalb ab 16.00 Uhr für die Öffentlichkeit geschlossen.
Am Faschingsdienstag, 17.02.2026 sind die städtischen Dienststellen ab 12.00 Uhr geschlossen.
Auswanderung aus Schwäbisch Gmünd nach Amerika im 19. Jahrhundert
"Ein besseres Auskommen zu finden..."
Im 19. Jahrhundert wanderten viele Menschen aus der Oberamtsstadt Gmünd im Königreich Württemberg aus, manche nur einige Kilometer weiter, andere tausende. Als Grund wurde in den Bürgerrechts-Verzichtserklärungen angegeben: da „sie in Amerika ein besseres Auskommen zu finden hofft“, oder auch weil „er in Nordamerika eine vorteilhafte Existenz sich zu gründen hofft“.
Meist waren es also wirtschaftliche Gründe, die Hoffnung auf bessere Lebensbedingungen, weshalb Gmünder ihr Glück woanders suchten. Die Stadt unterstützte dies, indem sie arme Menschen direkt oder indirekt über die Hospitalpflege bei der Auswanderung unterstützte. So sollten die städtischen Sozialkassen entlastet werden – eine von vielen Maßnahmen zur Bekämpfung des sozialen Notstands.
Aber auch religiöse oder politische Motive spielten bei einzelnen Auswanderern eine Rolle.
„Inventuren und Teilungen“ als Quellen zur Auswanderung
Visitenkarte eines erfolgreichen Auswanderers, inzwischen Brezel-Bäcker in New York
Viele private Briefe von ausgewanderten Gmünderinnen und Gmündern sind in den sogenannten „Inventuren und Teilungen“ im Stadtarchiv überliefert: Das sind Vermögensbeschreibungen einzelner Bürgerinnen und Bürger, die bei Heirat oder Tod eines Einwohners angelegt wurden, um Streitigkeiten über das Erbe zu vermeiden. Da viele Erben durch Auswanderung nicht mehr vor Ort greifbar waren, musste oft im Ausland nach ihnen gesucht werden - und so gelangten auch private Briefe, die Hinweise auf den Aufenthaltsort enthielten, in diese amtliche Überlieferung der Freiwilligen Gerichtsbarkeit.
Der Bestand A3 (Inventuren und Teilungen) ist inzwischen im Lesesaal am Rechner recherchierbar. Johannes Schüle hat ihn außerdem in seinem Buch „Auswandern. Schwäbisch Gmünder Auswanderer und ihre Briefe in die Heimat“ (2010) ausgewertet, auf dem wesentliche Teile der Ausstellung im Stadtarchiv und auch die Transkriptionen auf den folgenden Seiten beruhen. Das Buch kann im Stadtarchiv erworben werden.
Visitenkarte eines erfolgreichen Auswanderers, inzwischen Brezel-Bäcker in New York