Kommunale Entwicklungspolitik

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Die Stadt Schwäbisch Gmünd pflegt schon seit vielen Jahren weitreichende internationale Beziehungen. Daraus entwickelten sich im Laufe der Jahre drei zentrale Schwerpunkte: Städtepartnerschaft, Internationalisierung und kommunale Entwicklungspolitik. Bereits in der Nachkriegszeit hat sich gezeigt, dass Städtepartnerschaften einen wichtigen Beitrag zur internationalen Völkerverständigung leisten und auch Kommunen in den internationalen Beziehungen auf bürgerschaftliche Ebene eine Schlüsselrolle einnehmen. Nicht nur in den Beziehungen zu anderen Ländern, sondern auch innerhalb der Stadtbevölkerung macht sich die Globalisierung bemerkbar. Die Zusammensetzung der hier lebenden Bevölkerung wird immer internationaler.

Kommunale Entwicklungspolitik

Häufig werden im Kontext der kommunalen Entwicklungspolitik die Begriffe „Entwicklungszusammenarbeit“ und „Entwicklungspolitik“ synonym verwendet. Allerdings bezieht sich „Entwicklungszusammenarbeit“ lediglich auf den Transfer von materiellen Gütern oder Know-how. Die kommunale Entwicklungspolitik jedoch wird durch die spezifische Kombination von Inlands- und Auslandsarbeit wirksam – nach innen und nach außen. Dieses immense Potenzial der kommunalen Entwicklungspolitik wird unter anderem durch die Bürgernähe, Fachwissen im Bereich Stadtentwicklung und kommunale Nachfragemacht sichtbar.

Die Entstehung der kommunalen Entwicklungspolitik geht zurück auf den Weltgipfel der Vereinten Nationen 1992 in Rio de Janeiro mit den Themen Umwelt, Nachhaltigkeit und globale Entwicklungsprobleme. Daraus entstand die Agenda 21 und darauf folgend im Jahr 2000 die Verabschiedung der Millenniums-Entwicklungsziele. Um an die Millenniums-Entwicklungsziele anzuknüpfen, wurden 2015 die nachhaltigen Entwicklungsziele (SDGs – Sustainable Development Goals) im Rahmen der Agenda 2030 verabschiedet. Das Neue ist hier der stärkere Fokus auf Nachhaltigkeit in dem Bereich der Entwicklungspolitik. Am Entstehungsprozess der Agenda waren Kommunen maßgeblich beteiligt. Das ernannte Ziel ist es, die 17 zentralen SDGs bis zum Jahr 2030 partnerschaftlich umzusetzen.

Beachtlich ist, dass sowohl Entwicklungs- und Schwellenländer, als auch die Industrienationen im Zuge der Agenda 2030 in die Pflicht genommen werden ihre Volkswirtschaften und die damit verbundenen Konsum- und Produktionsmuster gemeinschaftlich umzugestalten. Dabei soll niemanden zurückzulassen werden und unsere Welt „enkeltauglich“, also nachhaltig, für alle und mit uns allen gestalten werden.

Warum gibt es kommunale Entwicklungspolitik in Schwäbisch Gmünd?

Einem Beschluss des Gemeinderates folgend unterzeichnete die Stadt Schwäbisch Gmünd am 01. Oktober 2018 die Resolution „2030 – Agenda für Nachhaltige Entwicklung: Nachhaltigkeit auf kommunaler Ebene gestalten“ des Deutschen Städtetags. Das Ziel dieser Resolution ist es, Städte und Kommunen als Akteure der kommunalen Entwicklungspolitik stärker zu berücksichtigen. Unter dem Begriff „kommunale Entwicklungspolitik“ versteht die Stadt Schwäbisch Gmünd die Gesamtheit aller Maßnahmen und Mittel, die die Kommune im In- und Ausland ergreift um die wirtschaftliche, ökologische und soziale Entwicklung der Entwicklungsländer zu fördern. Die Stadt Schwäbisch Gmünd hat den Willen sich im Rahmen der eigenen Möglichkeiten für nachhaltige Entwicklung zu engagieren. Um diesen Vorsatz zu erreichen, wurde die Strategie für eine kommunale Entwicklungspolitik der Stadt Schwäbisch Gmünd erarbeitet und die Koordination für kommunale Entwicklungspolitik eingerichtet.

Handlungsfelder der kommunalen Entwicklungspolitik

Um die SDGs bis 2030 zu erfüllen bedarf es gemeinsamer Anstrengungen der Stadtverwaltung, der Bürgerinnen und Bürger, der Migrantinnen und Migranten und Akteuren der Zivilgesellschaft, wie den NROs oder dem Arbeitskreis Eine Welt. Die Handlungsfelder sind im Folgenden definiert.

Im Inland:

  • Entwicklungspolitische Bildungs-, Öffentlichkeits- und Informationsarbeit
  • Faire öffentliche Beschaffung
  • Fairer und nachhaltiger Handel
  • Kommunale Eine-Welt-Arbeit
  • Unterstützung entwicklungspolitisch aktiver Gruppen
  • Lokale Agenda 2030-Aktivitäten

Im Ausland:

  • Bilaterale Kommunale Auslandsbeziehungen
  • Teilnahme an internationalen Netzwerken zum Zwecke des Erfahrungsaustauschs
  • Die Stellung von Kommunen im Agenda 2030 Prozess weltweit im Allgemeinen

Möchten Sie aktiv werden? In Zukunft werden wir Sie hier auf unserer Internetseite über die Möglichkeiten, ein Teil der Agenda 2030-Bewegung zu werden, informieren.

Informationen über Nachhaltigkeitslabels für Ihren nächsten Einkauf finden Sie auf der Seite des Vereins Christliche Initiative Romero e.V.

>> PDF Strategie kommunale Entwicklungspolitik

Entwicklungspolitische Akteure

Arbeitskreis Asyl e. V. Schwäbisch Gmünd

Unsere Flüchtlingsinitiative besteht seit 1991. Alle Mitglieder arbeiten ehrenamtlich. Wir treffen uns einmal im Monat im Plenum, um die anstehenden Aktivitäten zu planen und um die Anfragen, die an uns gerichtet werden, zu entscheiden. Wir sind mit allen, die in Schwäbisch Gmünd an der Flüchtlingsarbeit beteiligt sind, eng vernetzt. Wir sind überregional Mitglied im Flüchtlingsrat Baden-Württemberg.

An uns wenden sich Asylbewerber aus den beiden Gemeinschaftsunterkünften für Flüchtlinge und kommunal untergebrachte Flüchtlinge in der Raumschaft Schwäbisch Gmünd. Wir geben beispielsweise Hilfestellung im Asylverfahren, begleiten zu Behörden, Ärzten ,Konsulaten und Rechtsanwälten,...

Außerdem vergeben wir finanzielle Beihilfen in zahlreichen Einzelfällen. Als eingetragener Verein freuen wir uns über Spenden, für die wir Spendenquittungen für das Finanzamt ausstellen können. Wir arbeiten eng mit dem Sozialdienst für Flüchtlinge des Landratsamtes zusammen.

Ein weiteres Aufgabengebiet ist die Öffentlichkeitsarbeit, um die Bevölkerung über die Situation der ausländischen Flüchtlinge zu informieren z.B. durch Veranstaltungen, Informationsstände, Fachgespräche und Zeitungsberichte.

Bei Rückfragen stehen wir Ihnen unter unserer Homepage "www.asyl-gd.de" oder unter unserer Vereinsmailadresse "info@asyl-gd.de" gerne zur Verfügung.

Arbeitskreis Eine Welt

Wahrung der Menschenrechte, Ächtung von Kinderarbeit, fairer Handel und vieles mehr – dies alles liegt einer Vielzahl von Vereinen und Gruppierungen in Schwäbisch Gmünd am Herzen. Dabei kann keine Organisation allein sich der „Siebzehn Nachhaltigkeitsziele“ (Sustainable Development Goals, SDGs) der Vereinten Nationen annehmen, sondern nur gemeinsam lassen sich erfolgreich Schritte zur Bekämpfung von Fluchtursachen, Gleichberechtigung der Frauen oder Armutsbekämpfung mit Beachtung von Sozialstandards in Entwicklungsländern durchführen.

Durch Vernetzung interessierter Gruppierungen soll die Vision von der „Einen Welt“ in unserer Stadt sichtbar und konkret werden. Seit vielen Jahren wird daher der Tag der Menschenrechte durch eine gemeinsame Aktion in der Öffentlichkeit gewürdigt. Preisgekrönte Teilnahmen bei Wettbewerben der Stiftung Entwicklungs-Zusammenarbeit Baden-Württemberg bestätigen die Arbeit des Arbeitskreises. Die so erzielten Preisgelder fließen den teilnehmenden Organisationen zu.

Der Arbeitskreis ist ein loses Bündnis von Akteuren ohne formale Aufnahmekriterien, dem sich jederzeit weitere Interessierte anschließen können.

Beispielhaft seien genannt: der Weltladen Schwäbisch Gmünd e.V., Arbeitskreis Asyl, Friedenswerkstatt Mutlangen, Freie Waldorfschule, der Gmünder Weltgarten und die Kirchengemeinden in Schwäbisch Gmünd.

Gmünder Weltladen

Als Gmünder Weltladen handeln wir im doppelten Sinn lokal und international für mehr Gerechtigkeit in dieser Welt.

Wie die anderen Weltläden arbeiten wir schwerpunktmäßig in drei Bereichen:

  • Vermarktung fair gehandelter Produkte
  • Informations- und Bildungsarbeit
  • Politische Aktionen und Beteiligung an Kampagnen.

Im Zentrum unserer Arbeit steht unser Laden am Kalten Markt 29. Dort verkaufen wir vor allem Lebensmittel und Kunsthandwerk.

Durch den Verkauf attraktiver, entsprechend sozialer Standards produzierter und fair gehandelter Produkte, tragen wir dazu bei, die Existenz der Erzeuger*innen im Süden zu sichern. Sie erhalten existenzsichernde, von schwankenden Weltmarktpreisen unabhängige Erlöse, können sich auf langfristige Handelsbeziehungen verlassen, werden in Entwicklungsprozessen, Bildung, Interessenvertretung und Gewerkschaftsarbeit unterstützt. Viele Produkte stammen darüber hinaus aus ökologischer Produktion.

In unserer Informations- und Bildungsarbeit thematisieren wir Fragen des Welthandels und andere relevante Inhalte wie z.B. Ernährungssicherheit und Klimawandel.

Weltläden organisieren politische Aktionen oder beteiligen sich daran. Diese haben die Beeinflussung der öffentlichen Meinung, die Veränderung der politischen Rahmenbedingungen, die Mobilisierung kritischer Konsument*innen und eine Veränderung des Konsumverhaltens zum Ziel. Die Aktionen beziehen sich unter anderem auf bestimmte Produkte, die Bedingungen des Handels, die Verschuldung von sogenannten Entwicklungsländern oder auf Menschenrechtsverletzungen. Beispielsweise haben wir in Zusammenarbeit mit anderen Organisationen erreicht, dass Schwäbisch Gmünd mittlerweile Fairtrade-Town ist. Um dieses Siegel zu erhalten und auch weiterhin tragen zu dürfen, gibt es in Schwäbisch Gmünd unter anderem eine städtische Dienstanweisung zur fairen Beschaffung.
Träger des seit über dreißig Jahren bestehenden Gmünder Weltladens ist der gemeinnützige Verein Gmünder Weltladen e.V.
Als Teil der internationalen Weltladen-Bewegung sind wir Mitglied im Weltladen-Dachverband e.V. (Mainz) und im Dachverband Entwicklungspolitik Baden-Württemberg e.V. (Stuttgart).

Information finden Sie unter:
www.gmuenderweltladen.de
www.weltladen.de

Evangelische Kirchengemeinde Schwäbisch Gmünd

Die Evangelische Kirchengemeinde Schwäbisch Gmünd mit ihren vier Wohnbezirken

Augustinus-Martin-Luther (im Bereich der Innenstadt und Rehnenhof-Wetzgau)
Arche (im Bereich des Hardt und Oberbettringen)
Johannes (im Bereich der Oststadt und Hussenhofen und Herlikofen)
Brücke (im Bereich der Weststadt und der Südstadt)

engagiert sich auf vielfältige Weise für die Ziele der kommunalen Entwicklungspolitik und die Umsetzung der 17 Nachhaltigkeitsziele. Die Verkündigung der christlichen Botschaft von Gerechtigkeit, Frieden und der Bewahrung der Schöpfung wird unter anderem durch folgende Aktionen in konkrete Taten umgesetzt:

Seit 2019 sind wir als faire Gemeinde ausgezeichnet.  (www.gemeinden-handeln-fair.de)

Als Fördermitglied des Bündnisses „United4Rescue“ unterstützt die Kirchengemeinde das von der Evangelischen Kirche in Deutschland mitfinanzierte Seenotrettungsschiff „Seawatch4“ für Flüchtlinge im Mittelmeer. (www.united4rescue.com)

Durch Informationsvermittlung und Opfersammlungen beteiligen wir uns regelmäßig an aktuellen  Bildungs-, Entwicklungs- und Hilfskampagnen, unter anderem von Brot für die Welt (www.brot-fuer-die-welt.de) und der Aktion Hoffnung für Osteuropa (www.hoffnung-fuer-osteuropa.de).

Gemeinsam mit allen Gemeinden im Evangelischen Kirchenbezirk Schwäbisch Gmünd unterstützen wir in der Partnerschaftschaft mit der indischen Diözese Süd-Kerala seit 2010 die Ausbildung von Krankenpflegeschülerinnen aus ärmsten Verhältnissen.  (www.kirchenbezirk-gmuend.de/arbeitsbereiche/indienpartnerschaft)

Auch in jährlichen Veranstaltungen zur Ökumenischen Friedensdekade (www.friedensdekade.de) zum Weltgebetstag (https://weltgebetstag.de) und zur Aktion Klimafasten (www.klimafasten.de)    beschäftigen wir uns mit wichtigen Themen der nachhaltigen Entwicklungsziele.

Neben der Hilfe im Ausland ist der Kirchengemeinde ihre Verbundenheit zur Diakonie wichtig. Die Diakonischen Einrichtungen unterstützen benachteiligte und hilfesuchende Menschen, die mitten unter uns in Schwäbisch Gmünd leben, beispielweise durch Angebote der Migrationsberatung, der diakonischen Flüchtlingsarbeit, der Schuldner-, Sucht- oder Sozial- und Lebensberatung. (www.diakonieverband-ostalb.de)

Im Arbeitskreis Eine Welt vernetzen wir uns mit weiteren Gmünder Akteuren zur Umsetzung der Sustainable Development Goals (SDGs).

Als Vertreter:innen der Kirchengemeinde im Arbeitskreis Eine Welt laden wir alle herzlich ein zur Teilnahme und Mitwirkung an unseren vielfältigen Angeboten:
Pfarrerin Maike Ulrich: Maike.Ulrich@elkw.de
Kirchengemeinderat Uli Mugele: u.mugele@web.de
Kirchengemeinderätin Katrin Sabath-Härlin

Die Sustainable Development Goals

Welche Nachhaltigkeitsziele (SDGs: Sustainable Development Goals) sind Ihrer Meinung nach in unserer Stadt besonders wichtig? Auf welche Themenbereiche sollte vermehrt durch Aktionen eingegangen werden?

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Handbuch zu kommunaler Entwicklungspolitik

Ein Praxisleitfaden für Neueinsteigende und aktive Kommunen, um diese "enkelkindertauglich" zu gestalten

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