Quadratisch. Praktisch. Kunst.

Die Sammlung Marli Hoppe-Ritter zu Gast in Schwäbisch Gmünd

8. April – 9. Oktober 2011

Seit gut 20 Jahren sammelt die Museumsgründerin und Mitinhaberin der Firma RITTER SPORT Marli Hoppe-Ritter Kunstwerke, die sich inhaltlich und formal mit dem Quadrat beschäftigen. Rund 800 Arbeiten hat die Sammlerin inzwischen zu diesem Thema zusammengetragen und der Sammlung damit ein weltweit einzigartiges Profil verliehen. Unter dem Motto „Quadratisch. Praktisch. Kunst“ ist die Sammlung Marli Hoppe-Ritter » vom 8. April bis 9. Oktober zu Gast im Museum im Prediger Schwäbisch Gmünd. 50 Werke aus fünf Jahrzehnten zeigen, wie originell und vielfältig Kunstschaffende bis heute mit der geometrischen Formensprache umgehen. Die Werke legen ihr Augenmerk weniger auf historische Positionen als auf das zeitgenössische Kunstschaffen zum Thema Quadrat. Zu sehen sind sowohl Werke bedeutender, etablierter Künstler, wie Vera Molnar, François Morellet, Marcello Morandini und Jesús Rafael Soto, als auch spannende junge Positionen, zu denen So-Ah Yim und Sabine Straub gehören. Das Spektrum reicht von streng konkreten Arbeiten über kinetische Konzepte bis hin zur Licht- und Computerkunst.

Zur Eröffnung der Ausstellung

am Freitag, den 8. April 2011 um 19 Uhr
im Innenhof des Predigers laden
wir Sie herzlich ein.

Es sprechen
Richard Arnold Oberbürgermeister
Marli Hoppe-Ritter Sammlerin und Museumsgründerin
Dr. Barbara Willert Museum Ritter, Waldenbuch
Dr. Gabriele Holthuis Museum und Galerie im Prediger

Es musiziert
Salagon Quartett
Christine Busch, Lisa Immer (Violine)
Sebastian Wohlfahrt (Viola)
Gesine Queyras (Cello)
aus Kunst der Fuge von Johann Sebastian Bach
aus 6 Bagatellen für Streichquartett op. 9 von Anton von Webern

Das Quadrat – ein Motiv mit unerwartetem Potenzial


Mit der programmatischen Fokussierung auf das Quadrat greift Marli Hoppe-Ritter ein kunsthistorisch bedeutsames Thema auf, gilt dieses Sujet doch als wesentliches Gestaltungselement der Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts. Beginnend mit Kasimir Malewitschs „Schwarzem Quadrat auf weißem Grund“ (1915) ist das Quadrat zu einem Paradigma der Moderne geworden. Die Vielfalt malerischer, plastischer und konstruktiver Konzepte zum Quadrat durchzieht die Geschichte der Geometrischen Abstraktion wie ein roter Faden und umschließt ein ganzes Jahrhundert Kunstgeschichte in konzentrierter Form: vom Konstruktivismus über die De Stijl-Bewegung und die Zürcher Konkreten bis hin zur Minimal Art. „Mit der Konzentration auf das Quadrat habe ich die Möglichkeit, eine Sammlung aufzubauen, die in die Tiefe geht. Das Quadrat hat sich dabei als ein Motiv mit unerwartetem Potenzial erwiesen“, so Marli Hoppe-Ritter.

Die Ausstellung im Museum im Prediger zeigt, dass sich im Umgang mit der quadratischen Form permanent neue und spannende Möglichkeiten eröffnen. Zu den wichtigen Vertretern der aktuellen geometrischen Kunst, welche die konstruktiv-konkrete Tradition eindrucksvoll weiterführen, gehören François Morellet, Vera Molnar, Marcello Morandini und Bob Bonies, die in der Ausstellung alle mit mehreren zentralen Werken präsent sind. Die Vielfalt und erfolgreiche Fortführung konkret-konstruktiver Ideen lässt sich gleichfalls in Arbeiten von Horst Bartnig, Andreas Brandt, Hans-Jörg Glattfelder und Rolf-Gunter Dienst ablesen, während bei Diet Sayler konstruktive Momente und Intuition zusammenfinden. Kinetische Konzepte werden lebendig in Bildobjekten von Darío Pérez-Florez, Gregorio Vardanega und Hans Geipel. Mit Werner Bauer, Helmut Bruch, Klaus Staudt und Jesús Rafael Soto sind Künstler vertreten, in deren Werk das Licht eine tragende Rolle spielt. Welch weites Feld der Computer für die Kunst eröffnet hat, zeigt eine Computeranimation von Manfred Mohr, einem Pionier auf diesem Gebiet der Kunst. Die Bedeutung und Vielgestaltigkeit der Skulptur in der geometrisch-abstrakten Kunst dokumentieren Arbeiten von François Morellet, Marcello Morandini, Wasa Marjanov, Ben Muthofer, Sabine Straub und Friedhelm Tschentscher. Dass sich der quadratischen Form auch außerhalb des gewohnten Terrains der Malerei stetig neue und unkonventionelle Möglichkeiten eröffnen, zeigt sich in den Arbeiten von Matti Kujasalo, Peter Weber und Beat Zoderer – aber auch in den beiden „Mutationen“ der koreanischen Künstlerin So-Ah Yim, zwei Bildobjekte, die sich wie mittelalterliche Flügelaltäre öffnen lassen und so immer wieder neue Farb- und Formkonstellationen offenbaren.

Vielfältiges Rahmenprogramm


Ein umfangreiches Veranstaltungsprogramm ergänzt die Ausstellung. Es umfasst Führungen, Kunstbetrachtungen und ein Künstlergespräch mit Peter Weber am Sonntag, 21.8., 15 Uhr. Daneben gibt es am Dienstag, 12.7., 17 Uhr, einen Ausstellungsrundgang mit der Sammlerin Marli Hoppe-Ritter und der Kuratorin Dr. Barbara Willert. Kinder finden im Kunsträtsel „QUAPRAKU“ einen spannenden Führer durch die Ausstellung und können sich im Osterferien-Workshop „RUND ums QUADRAT“ am Dienstag, 26.4., 9.30-12.30 Uhr, kreativ betätigen.

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