Florestan pinxit.

Der Maler Giovanni Ferro-Luzzi – Eine Neuentdeckung

21. November 2013 – 30. März 2014

Florestan pinxit. Der Maler Giovanni Ferro-Luzzi – Eine Neuentdeckung
Florestan pinxit. Der Maler Giovanni Ferro-Luzzi – Eine Neuentdeckung

Zum ersten Mal überhaupt widmet sich eine Ausstellung dem Kunstschaffen von Giovanni Ferro-Luzzi (1903-2000). Der promovierte Arzt, der seine künstlerische Passion als Autodidakt entwickelte, begann nach seiner Pensionierung 1968 mit der Malerei. In den gut drei Jahrzehnten bis zu seinem Tod schuf er ein eigenständiges, rund 1.000 Werke umfassendes Œuvre. Daraus wurden dem Gmünder Museum vor elf Jahren 78 Bilder als Schenkung übereignet. Die Ausstellung zeigt eine Auswahl an 65 Gemälden und Collagen. Die Arbeiten beleuchten alle Facetten im Werk von Giovanni Ferro-Luzzi und heben als Neuentdeckung einen bislang unentdeckt gebliebenen Bilderschatz.

Florestan pinxit. Der Maler Giovanni Ferro-Luzzi – Eine Neuentdeckung

Ausstellungseröffnung

Florestan pinxit. Der Maler Giovanni Ferro-Luzzi – Eine Neuentdeckung
Florestan pinxit. Der Maler Giovanni Ferro-Luzzi – Eine Neuentdeckung

Donnerstag, 21. November 2013
um 18.30 Uhr im Festsaal des Prediger

Es sprechen
Richard Arnold, Oberbürgermeister
Dr. Monika Boosen, Leiterin Museum im Prediger

Es musizieren
Modestas Sedlevicius, Bariton
Friederike Sieber, Klavier
Johannes Brahms:
Von ewiger Liebe, op. 43 Nr. 1
Alte Liebe, op. 72 Nr. 1

Florestan pinxit. Der Maler Giovanni Ferro-Luzzi – Eine Neuentdeckung
The bleeding lingam, 1975, Öl auf Leinwand, 60 x 50 cm
The bleeding lingam, 1975, Öl auf Leinwand, 60 x 50 cm

Beispielloses Werk

Giovanni Ferro-Luzzi wurde am 16. Juli 1903 in Ancona als Sohn eines Militärarztes geboren, studierte in Rom Medizin, promovierte in Allgemeinmedizin und Tropenmedizin und arbeitete als Privatdozent. Verheiratet mit einer russisch-jüdischen Ärztin, wanderte er wegen der Rassengesetze nach Asmara in Eritrea aus und gründete dort 1941 eine medizinische Hochschule. Er veröffentlichte wissenschaftliche Arbeiten und bereiste im Auftrag der Weltgesundheitsorganisation (WHO) tropische Länder. 1960 kehrte er nach Rom zurück und richtete am Gesundheitsministerium eine Ernährungsabteilung ein. Nach dem Tod seiner Frau 1965 heiratete Ferro-Luzzi die Ethnologin Gabriella Eichinger. 1968 trat er in den Ruhestand. Angeregt durch seine Frau, entdeckte der Mediziner sein verstecktes künstlerisches Talent. Er begann zu malen und ging dabei konsequent seinen eigenen künstlerischen Weg.
Beeindruckt und beeinflusst ist Ferro-Luzzis Malerei von Künstlern wie Van Gogh, Klee, Picasso, Miró und Hundertwasser, aber auch angeregt von der Natur und ihren vielfältigen Erscheinungsformen. Inspirieren lässt er sich aber auch von der prähistorischen wie der afrikanischen Kunst, und die Reisen mit seiner Frau durch Indien bieten ihm vielerlei Eindrücke und Anregungen, die in die Bildwelten einfließen. Eine elementare Farbgebung aus Grün, Gelb, Rot und Blau und der Einsatz von Schwarz charakterisieren seine Gemälde, in denen die gegenständliche Dingwelt auf abstrahierte, zeichenhafte Formen reduziert ist. Hinzu kommen ein unbekümmerter Umgang mit Perspektive und Proportion und ein feiner Humor. Häufig bezog er in der Natur und auf der Straße gefundene Objekte in seine Bilder mit ein und fertigte Collagen, die auf Bildträgern aus ganz unterschiedlichen Materialien montiert waren.
In den 28 Jahren bis zu seinem Tod am 30. Januar 2000 in Rom schuf Ferro-Luzzi unter den Pseudonymen Florestan und Vanja ein breitgefächertes und beispielloses Werk, das annähernd 1.000 Bilder und Collagen umfasst. Zeit seines Lebens weigerte er sich, seine Bilder auszustellen oder zu verkaufen. 2002 entschied seine Frau, dem Museum im Prediger einen repräsentativen Überblick über das Werk des malenden Mediziners in Form von 78 Bildern zu überantworten. 110 Jahre nach seiner Geburt und 13 Jahre nach Giovanni Ferro-Luzzi Tod werden nun die dem Museum im Prediger geschenkten Bilder erstmals der Öffentlichkeit präsentiert.

The bleeding lingam, 1975, Öl auf Leinwand, 60 x 50 cm

Katalog

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog, der den gesamten, im Museum im Prediger befindlichen Werkbestand von Giovanni Ferro-Luzzi dokumentiert. Ein aus dem Englischen übersetzter, sehr bewegender Aufsatz von Gabriella Eichinger Ferro-Luzzi beleuchtet das Leben und Schaffen ihres Mannes (36 Seiten, Euro).

ZUM BILD