Gottfried Weinhold.

Zauber des Lichts

23. November 2014 – 1. Februar 2015

Gottfried Weinhold Zauber des Lichts
Gottfried Weinhold Zauber des Lichts

„Über allem steht das Geheimnis des Lichts“, sagt Gottfried Weinhold zur Idee, die er mit seinen Fotografien verfolgt. Dem Geheimnis in Weinholds Bildern spürt das Museum im Prediger jetzt vom 23. November 2014 bis 1. Februar 2015 in einer Ausstellung nach: „Zauber des Lichts“ heißt die Werkschau, die mit 80 Arbeiten einen Querschnitt durch das facettenreiche Schaffen des Fotokünstlers zeigt. Begleitet wird die Ausstellung von einem Katalog (52 Seiten, 15 Euro). Mit der Präsentation feiert das Museum im Prediger zugleich den 175. Geburtstag der Fotografie, die 1839 von Louis Daguerre erfunden wurde.

Gottfried Weinhold Zauber des Lichts
Gottfried Weinhold, Die Poesie des Lichts, Santorin, Kykladen, 2006, Digitalprint Color
Gottfried Weinhold, Die Poesie des Lichts, Santorin, Kykladen, 2006, Digitalprint Color

Eröffnung

Bürgermeister Julius Mihm eröffnet die Ausstellung am Sonntag, 23. November, um 11 Uhr im Festsaal des Prediger. Der Künstler ist anwesend. Zu den Fotografien von Gottfried Weinhold spricht der Kulturjournalist Wolfgang Nußbaumer, zur Ausstellung Museumsleiterin Dr. Monika Boosen. Das Harfenduo Cordaliante in der Besetzung Eva Maria Bredl und Flora Babette Kick umrahmt die Eröffnungsveranstaltung mit spanischen Klängen von Isaac Albéniz und Enrique Granados.

Gottfried Weinhold, Die Poesie des Lichts, Santorin, Kykladen, 2006, Digitalprint Color
Gottfried Weinhold, Die Poesie des Lichts, Sockel, Kloster Neresheim, 2008, Digitalprint Color
Gottfried Weinhold, Die Poesie des Lichts, Sockel, Kloster Neresheim, 2008, Digitalprint Color

Das Licht – ein nie endendes Faszinosum

Gottfried Weinhold fotografiert mit einer Mittelformatkamera. Die Landschaft und Natur und immer wieder die Architektur sind die Themen, die ihn faszinieren. Aus der intensiven Betrachtung, individuellen Zwiesprache und Auseinandersetzung mit dem Gesehenen gelangt er zu überzeugenden Fotografien, denen Stimmungen wie Ruhe, Weite, Offenheit aber auch Sehnsucht zugeordnet sind. Gedämpfte, fast monochrome Farben, ein oft strenger, grafischer Bildaufbau und die Einbeziehung von Licht und Schatten fungieren als bildkonstituierende Elemente.
Weinholds Fotografien fangen jedoch nicht nur Stimmungen ein – sie sind Ideen über die Zeit und das Licht. „Ich brauche viel Geduld und Zeit, bis die natürlichen Bedingungen des Sonnenlichts vor Ort die richtigen Partien im Motiv zum Erblühen bringen und es damit meinem Ideal entspricht. Die Poesie des Lichts, eingefangen in der Reduktion eines bestimmten Ausschnitts, ist ein nie endendes Faszinosum“, offenbart Gottfried Weinhold über seine fotografische Arbeit. Mit sicherem Blick filtert er aus dem überbordenden Bilderstrom des Alltags das Besonderer heraus, verleiht er dem Nebensächlichen Bedeutung und Wichtigkeit. Aus der Wahl besonderer Ausschnitte, Perspektiven und Belichtungen entfaltet er einen individuellen Blick auf Farben, Formen und Strukturen aus der Natur und Architektur – darunter häufig Fassaden, Säulen und Treppen –, die, herausgelöst aus ihrer eigentlichen Umgebung, ganz neue bildnerische Wahrnehmungsmöglichkeiten offenbaren. Manche dieser Motive nehmen die Qualitäten einer Farbfeldmalerei an. Die „bewegte Kamera“ schafft darüber hinaus Bildeindrücke, die von denen der nur reproduzierenden Kamera auf malerische Art abweichen.
Die Meisterschaft von Gottfried Weinhold liegt im Weglassen. Sein „drittes Auge“ sieht das Wesentliche: das Lichthafte im Licht und das Schattige im Schatten. Seine Fotografien halten die über den Augenblick hinausreichende Aura einer Situation fest und lässt dem flüchtigen Moment die ästhetische Kraft zeitloser Gültigkeit zukommen.
Gottfried Weinhold, Jahrgang 1941 und in Aalen lebend, war von 1962 bis 1996 Display-Designer in der Werbeabteilung der Firma Carl Zeiss und kam so zur Fotografie. Ab 1970 nahm er erfolgreich an Fotowettbewerben teil und erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter auf der Kalenderschau Stuttgart 1977 die Goldmedaille und den Kodak-Preis sowie 1980 und 1983 die Gold-bzw. Silbermedaille. Diverse Ausstellungen würdigten sein fotografisches Schaffen.

Gottfried Weinhold, Die Poesie des Lichts, Sockel, Kloster Neresheim, 2008, Digitalprint Color
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