Regina Baumhauer.

Little Miss Liberty
Crossing the Delaware


9. Oktober 2016 – 5. Februar 2017

Regina Baumhauer, Open Letter, Little Miss Liberty Crossing the Delaware #1, 2014, Acryl, Graphit, Fadenheftung auf Leinwand, 120 x 152 cm.
Regina Baumhauer, Open Letter, Little Miss Liberty Crossing the Delaware #1, 2014, Acryl, Graphit, Fadenheftung auf Leinwand, 120 x 152 cm.

„Der Körper vergisst nichts“, betont Regina Baumhauer, für die der Mensch im Fokus ihrer Kunst steht. Die gebürtige Schwäbisch Gmünderin und Wahl-New Yorkerin verhandelt in ihren Arbeiten existenzielle Grundkonstanten des Menschseins: Aufbruch und Freiheit, Vorstellung und Verantwortung, Kommunikation und Sprachlosigkeit, Hoffnung und Gefährdung. Diese Themen lotet sie seit Beginn ihrer künstlerischen Karriere Ende der 1980er Jahre wieder und wieder in Werkreihen aus. In aller Tiefe kann das vom 9. Oktober 2016 bis 5. Februar 2017 im Museum im Prediger in einer Ausstellung erkundet werden. Unter dem Titel „Little Miss Liberty Crossing the Delaware“ sind über 70 Gemälde, Zeichnungen und bildhauerische Arbeiten von den späten 1980er Jahren bis heute zu sehen, darunter etliche Leihgaben aus privaten Sammlungen. Ausgangspunkt der Schau ist eine 2014 neu entstandene Serie an Bildern, die aus der Beschäftigung mit Amerikas Nationalgemälde „Washington Crossing the Delaware“ (1851) entstand, dem Hauptwerk des Historienmalers Emanuel Leutze (1816-1868). Zur Ausstellung liegt ein Katalog auf (152 Seiten, dt./engl., 20 Euro).
Die Ausstellung im Museum im Prediger wird gefördert durch den
Innovationsfonds Kunst Baden-Württemberg.

Regina Baumhauer, Open Letter, Little Miss Liberty Crossing the Delaware #1, 2014, Acryl, Graphit, Fadenheftung auf Leinwand, 120 x 152 cm.
Regina Baumhauer, Open Letter, Remembering 9/11, 2013, Acryl auf Leinwand, 152 x 120 cm.
Regina Baumhauer, Open Letter, Remembering 9/11, 2013, Acryl auf Leinwand, 152 x 120 cm.

Eröffnung

Die Ausstellung wird am Sonntag, 9. Oktober, um 11 Uhr im Festsaal des Prediger durch Oberbürgermeister Richard Arnold eröffnet. Die Künstlerin ist anwesend. Zu ihrem Werk spricht Judith Reicherzer, Journalistin und Medienpädagogin aus Luxemburg. Nuria Pierny (Gesang) und Feng Wu (Klavier) gestalten die Vernissage musikalisch.

Regina Baumhauer, Open Letter, Remembering 9/11, 2013, Acryl auf Leinwand, 152 x 120 cm.

Zur Ausstellung

Regina Baumhauer, Open Letter, Dr. Zhivago, 2014, Acryl auf Leinwand, 152 x 120 cm.
Regina Baumhauer, Open Letter, Dr. Zhivago, 2014, Acryl auf Leinwand, 152 x 120 cm.

Regina Baumhauer ist eine äußerst vielseitige Künstlerin. Ihr Schaffen umfasst unterschiedliche Techniken und verschiedenste Materialien. Dazu gehören Malerei, Linoldruck, Lithografie, Collage und Zeichnung, Acrylfarbe, Eitempera, Graphit, Pastellkreide, Buntstift, Tusche und Fadenheftung, oft auch in einem Werk kombiniert. Hinzu kommt die Bildhauerei. Ihre abstrakte Bildsprache ist verwoben mit teils figurativen, teils ornamentalen Elementen. Doch egal ob große Leinwandarbeit oder kleine Skizze – die Linie ist in Regina Baumhauers Werk allgegenwärtig. Die Umrisslinie, häufig ohne Binnenmodulation und immer ohne Schatten, dient ihr als zentrales Mittel. Sie erscheint in Blei-, Bunt- oder Graphitstift, gedruckt, gestempelt oder geklebt oder als gesticktes Element.
Von Beginn an verdichtet sich die künstlerische Arbeit von Regina Baumhauer in Werkgruppen und -reihen: sie firmieren als „Open Letters“ (offene Briefe) oder „Diary“ (Tagebuch), heißen „Augenbewegungen“ oder „Laboratorium“. Den zentralen Antrieb dafür bilden Innenschau und Kommunikation. In diesem Kontext reflektiert Regina Baumhauer all jene Fragen, die sie beschäftigen, seien diese privater oder gesellschaftlicher, künstlerischer oder literarischer Natur. Immer geht es der Künstlerin darum, eine Form zu finden, in der das eigene Erleben reflektiert, zugleich aber so formuliert wird, dass es über die individuelle Erfahrung hinaus Anstöße gibt. Ob in den „Open Letters“ oder den „Diaries“: Regina Baumhauer gibt Geschichten, Träumen und Hoffnungen Ausdruck, berichtet von tatsächlich Erlebtem und von Erdachtem. Manches kann der Betrachter mehr erahnen als tatsächlich verstehen, oft werden Stimmungen transportiert, die jeder Adressat dieser „offenen Briefe“ und „Tagebucheinträge“ anders aufnimmt.
Regina Baumhauer, Jahrgang 1962 und in Schwäbisch Gmünd geboren, studierte an der Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart (1982-86/1988-90) sowie am Art Department der Boston University (1986-87). Seit den 1990er Jahren lebt und arbeitet sie als freischaffende Künstlerin überwiegend in New York. Mit Ausstellungen in Museen und Galerien in Deutschland und in den Vereinigten Staaten hat sie sich seit Mitte der 1980er weithin einen Namen gemacht.

Regina Baumhauer, Open Letter, Dr. Zhivago, 2014, Acryl auf Leinwand, 152 x 120 cm.
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