DxDiane zu Gast in Gmünd.

Kunst über Grenzen

23. Mai – 3. Oktober 2021

DxDiane, Grüne Träne, 1978, Öl auf Leinwand , 95 × 123 cm. © I. K. H. Diane Herzogin von Württemberg, Foto: Ingrind Hertfelder

Was sie anfasst, wird zu Kunst: für I. K. H. Diane Herzogin von Württemberg, Prinzessin von Frankreich, ist das künstlerische Schaffen seit ihrer Kindheit eine große Leidenschaft, mehr noch – ein Lebensinhalt. Unter dem Signum »DxDiane« ist ein ausdrucksstarkes Werk entstanden, das ebenso vielseitig wie vielgestaltig ist. Das Spektrum spannt sich von Gemälden und Skulpturen über das Kunsthandwerk bis zur Haute Couture. Es reicht vom Umgang mit Glas, Seide und Porzellan bis hin zu Bronze, Blech und Stein. Besondere Bedeutung haben Motive der antiken Mythologie und biblische Allegorien. Weitere Themen sind von Traum, Empfindung und Symbolik bewegte Bildinhalte in Verbindung mit den Gattungen Landschaft, der Figurenkomposition und dem Stillleben.

DxDiane, Grüne Träne, 1978, Öl auf Leinwand , 95 × 123 cm. © I. K. H. Diane Herzogin von Württemberg, Foto: Ingrind Hertfelder
Installationsansicht mit diversen Objekten von DxDiane auf der Arbeit "Floating Spiral Case Steps to an Ecolology od Mind" von Rem Denizen. Foto: Ingrid Hertfelder.

Diesen gattungsübergreifenden Aspekt im Werk von DxDiane greift die Ausstellung auf. Siebzig Arbeiten, die fünf thematisch gegliederten Kapiteln folgen, eröffnen einen Blick auf bislang noch gar nicht oder kaum Gesehenes: silbernes Tafelgerät, Schmuck, Gürtelschließen, kostbare Textilien, Couture und Mobiliar. Dieses facettenreiche künstlerische Profil findet vielfache Entsprechungen in den Sammlungen des Museums und bettet die Präsentation damit in die kunsthandwerkliche Tradition der Gold- und Silberstadt Schwäbisch Gmünd ein. Zugleich laufen in ihr die langjährigen Verbindungsfäden der Herzogin Diane mit Schwäbisch Gmünd zusammen, angefangen bei ihren Schenkungen prächtiger Brokat- und Seidenstoffe für die Gewandmeisterei der Staufersaga, ihrem Engagement für die Sanierung des Salvators bis hin zur Präsentation ihrer Großskulpturen auf den Plätzen der Stadt.
Die Museumsausstellung runden Skulpturen der Künstlerin im Stadtraum ab, darunter der „Rote Kopf“ am Bahnhofsplatz, Engelfiguren im Remspark, „Die Umarmung“ am Fünfknopfturm und „Der Drache“ auf dem Johannisplatz.

Installationsansicht mit diversen Objekten von DxDiane auf der Arbeit "Floating Spiral Case Steps to an Ecolology od Mind" von Rem Denizen. Foto: Ingrid Hertfelder.

Zur Künstlerin

DxDiane, Die Frau und der Drache, 2013, Öl auf Leinwand . © I. K. H. Diane Herzogin von Württemberg

In das Arbeiten von DxDiane fließen die Erfahrungen und das Wissen aus einer lebenslangen Beschäftigung mit Kunst ein. Am 24. März 1940 in Petropolis (Brasilien) geboren, beginnt sie als 14-Jährige in der Malerei. Mit 16 Jahren perfektioniert sie ihre Technik an der Académie Julian in Paris. Daneben sammelt sie Erfahrungen mit anderen künstlerischen Techniken, wie im Siebdruck, im Stukkatieren sowie in der Öl-, Glas- und Holzmalerei. Seit dieser Zeit signiert sie ihre Arbeiten mit DxDiane. Das D vor Diane bedeutet „Dimanche de Pâques“ (Ostersonntag), der Tag ihrer Geburt.

Ab 1980 entstehen erste plastische Werke. Die Vorliebe der Künstlerin richtet sich auf Metallarbeiten, zunächst vor allem auf den Bronzeguss, in dem sie die technischen Möglichkeiten des Materials auslotet. Die Verwurzelung des christlichen Glaubens in ihrem Schaffen zeigt sich in den monumentalen Werken mit Engelsdarstellungen aus geschweißtem Lochblech, die 2001 entstehen.

Neben der künstlerischen Arbeit engagiert sich Diane Herzogin von Württemberg im karitativen und sozialen Bereich: 1979 gründete sie die „Diane Herzogin von Württemberg, Prinzessin von Frankreich-Stiftung“ und 2010 rief sie die „Fundación Princesa Diana Duquesa de Wurtemberg“ in Paraguay ins Leben. Die Reinerlöse der Verkäufe ihrer Werke fließen in Hilfsprojekte für benachteiligte Kinder im In- und Ausland sowie in die regionale Kultur- und Heimatpflege.

Für ihr künstlerisches und karitatives Engagement hat Diane Herzogin von Württemberg zahlreiche nationale und internationale Preise bekommen.

Inspiration für ihre Werke findet DxDiane in der griechischen Mythologie und der Geschichte unterschiedlicher Kulturen. Weitere Themen sind von Traum, Empfindung und Symbolik bewegte Bildinhalte in Verbindung mit den Gattungen Landschaft, der Figurenkomposition und dem Stillleben.

DxDiane, Die Frau und der Drache, 2013, Öl auf Leinwand . © I. K. H. Diane Herzogin von Württemberg

Zur Ausstellung

Blick in die Ausstellung »DxDiane zu Gast in Gmünd«, Kapitel 1: Bella Figura, im Vordergrund: Der Meteorit, 1992, Bronze. Foto: Joachim Haller.

Mit einem Prolog stimmt die Ausstellung auf den Kosmos der Künstlerin DxDiane ein. Einen starken biografischen Akzent setzen das Gemälde „Frau und Drache“ und die Bronzeskulptur „Sternzeichen – Widder Frau“. Demgegenüber sind die malerischen Arbeiten „Hör´ die Stille, „Grüne Träne“ und „Der goldene Käfig“ in ihrer Symbol- und Rätselhaftigkeit Ausdruck von Innerlichkeit, aber auch Wahrhaftigkeit und Freiheit der Gedanken der Künstlerin, die selbst sagt: „Wenn ich künstlerisch tätig bin, bewege ich mich in einer anderen Welt und diese Welt ist sehr wichtig für mich. Ich finde es schön, einen Teil meiner Seele und meines Charakters in meiner Kunst zu zeigen.“

Das erste, mit „Bella Figura“ überschriebene Ausstellungskapitel, konzentriert mit malerischen und skulpturalen Arbeiten einen zentralen Aspekt im Schaffen von DxDiane: die Figur. Die versammelten Werke, darunter die Bronzen „Die Liebenden“, „Meteorit“, „Christus“ und „Die Frau, die die Welt in Gang“ hält, zeugen nicht nur vom Ansinnen der Künstlerin, der menschlichen Existenz auf den Grund zu gehen und ihr ein Ebenbild zu geben, sondern auch vom spirituellen Urgrund, aus dem sie spürbar schöpft.

Blick in die Ausstellung »DxDiane zu Gast in Gmünd«, Kapitel 1: Bella Figura, im Vordergrund: Der Meteorit, 1992, Bronze. Foto: Joachim Haller.
Blick in die Ausstellung "DxDiane zu Gast in Gmünd", Kapitel 3: Eine Welt für sich. Foto: Joachim Haller.

Das zweite Kapitel, das Puppenkabinett, vermittelt das Magische, Spielerische und Komische des Themas »Puppen«, aber auch die textile und handwerkliche Kunst der Gattung, die durch die ihre leuchtenden Gewänder zum Ausdruck kommt. Das Kabinett versteht sich als eine Art Sammlerkabinett. Die aufwendig mit verschiedenen Textilien ausstaffierten und bemalten Puppen sind keine Spielzeuge, sondern begehrte Kunstobjekte für die Vitrine. Zugleich repräsentieren die gesammelten Puppen vielfältigen Facetten von Weiblichkeit. Sie sind ideale Projektionsflächen für Gefühle und Spiegel ihrer Zeit.

Im Zentrum des dritten Ausstellungsraums steht unter der Überschrift „Eine Welt für sich“ die Präsentation von Silbergerät, Tischdekoration und Ludwigsburger Porzellaneiern auf den extravaganten, blauen Sammlungsmöbeln des amerikanischen Künstlers Rem Denizen. Im Zusammenspiel mit malerisch behandelten Möbeln, darunter ein Paravent, ein Tisch mit Glasmalerei und Spiegel, sowie mit Landschaften und Blumenstillleben zeigt sich DxDiane als eine gattungsübergreifende Kunsthandwerkerin.

Blick in die Ausstellung "DxDiane zu Gast in Gmünd", Kapitel 3: Eine Welt für sich. Foto: Joachim Haller.
DxDiane, Der Tempelritter (Heiliger Georg), 1976, Öl auf Leinwand. © I. K. H. Diane Herzogin von Württemberg, Foto: Ingrid Hertfelder

In ein heraldisches Rot ist das vierte Kapitel getaucht. Betitelt mit „Opera de Gmund“ präsentiert der Raum prächtige Brokat- und Seidenstoffe. Dabei handelt es sich im Stiftungen der Herzogin Diane an die Gewandmeisterei des Staufersaga-Vereins, die sich für die Inszenierung der textilen Exponate verantwortlich zeigt. Diese kostbaren Geschenke bezeugen die guten, langjährigen Verbindungen von Herzogin Diane mit der Stadt Gmünd. Zu erwähnen ist Herzogin Dianes großzügiges Engagement für die Sanierung des Salvators (2013) und die Präsentation ihrer Großskulpturen auf den Plätzen der Stadt, darunter die Schenkung des „Drachens“, der auf dem Johannisplatz gezeigt wird. Zwei Ausstellungsstücke aus der Museumssammlung, ein 1497/98 datierter Wappenstein sowie ein Standartenaufsatz von Albert Holbein mit der mittelalterlichen Gmünder Stadtsilhouette, schlagen den Bogen zu Geschichte der Stadt. Das Interesse der Künstlerin an Bildthemen aus der Welt der Ritter und des Märchens korrespondiert mit der lokalen Begeisterung für das Schicksal der Stauferdynastie.

Das abschließende Kapitel der Ausstellung legt den Schwerpunkt auf Kreationen aus dem Bereich der Haute Couture von DxDiane, mit denen sie als Modedesignerin ein unverwechselbares Profil gewonnen hat. Neben opulenten Kleidungsstücken aus edlen Stoffen und in prachtvollen Mustern lenken aufwendig gestaltete Gürtelschließen alle Aufmerksamkeit auf sich. Im Zusammenklang mit ausgesuchte Gemälden, etwa „Energie der Erde“ und „Explosion“, bekunden die Werke die Ausdruckskraft einer genuinen Künstlernatur.

 

DxDiane, Der Tempelritter (Heiliger Georg), 1976, Öl auf Leinwand. © I. K. H. Diane Herzogin von Württemberg, Foto: Ingrid Hertfelder

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