Eckhart Dietz.

Neue Arbeiten

26. Februar – 25. April 2010

Installationnsansicht »Eckhart Dietz. Neue Arbeiten«
Installationnsansicht »Eckhart Dietz. Neue Arbeiten«, Foto: Schimkat Fotodesign, Holger Schimkat.

„Seh´ ich flüchtige Schatten, befreit von der Schwere des Leibes?“, fragt Friedrich Schiller in seiner Elegie „Der Tanz“. Mit dieser Frage ist direkt auch das Werk des Gmünder Bildhauers, Malers und Zeichners Eckhart Dietz angesprochen. Seit Jahren steht das Thema Tanz, die Darstellung der flüchtigen figürlichen Bewegung im Raum, im Zentrum der bildhauerischen und zeichnerischen Arbeit des heute 76-Jährigen. Aktuelle Aspekte dieser Auseinandersetzung beleuchtet die Galerie im Prediger Schwäbisch Gmünd vom 26. Februar bis 25. April mit neuen Arbeiten des Bildhauers: Gezeigt werden neun großformatigen Skulpturen- bzw. Skulpturengruppen aus rostrotem Eisenguss. Eckhart Dietz, für seine Kreativität und für seinen Ideenreichtum bekannt, hat die Arbeiten eigens für die Gmünder Ausstellung geschaffen. Parallel zur Werkschau in der Galerie im Prediger zeigt die Galerie im Chor Entwurfsarbeiten des Künstlers. Zur Ausstellung erscheint ein Katalog (64 Seiten, 18 Euro).

Installationnsansicht »Eckhart Dietz. Neue Arbeiten«, Foto: Schimkat Fotodesign, Holger Schimkat.

In Metall gegossene Bewegung

Eckhart Dietz, Ohne Titel, 2009, Eisen, 124 × 49 × 85 cm. Foto: Schimkat Fotodesign, Holger Schimkat.

Seit annährend fünf Jahrzehnten ist Eckhart Dietz als freischaffender Bildhauer in Schwäbisch Gmünd tätig. Nicht mehr wegzudenken aus dem Gmünder Stadtbild sind seine charakteristischen Skulpturen, wie die dynamisch dahinschreitenden Figuren der Skulpturengruppe auf dem Bahnhofsplatz oder der Rückentorso in der Leicht-Passage.

Große Werkzyklen zeichnen das Werk von Eckhart Dietz aus. Im Mittelpunkt seiner künstlerischen Arbeit steht die menschliche, durch Vereinfachung, Verdichtung und Abstraktion veränderte menschliche Gestalt. Festgehalten im Metallguss, lassen sich an seinen Skulpturen die Spuren der Bearbeitung stets nachvollziehen. Dem vordergründig kantig wirkenden Metallguss Bewegung abzuringen, ist ein Wesenszug der Arbeiten von Eckhart Dietz. Gerade der Tanz stellt dem Bildhauer dafür immer wieder aufs Neue ein unerschöpfliches Motivreservoir. Doch sind die Figuren von Eckhart Dietz, die sich stets auf wesentliche Details reduzieren, keine anatomisch korrekten Korrelate eines tanzenden Körpers; vielmehr geben sie gedankliche Verknüpfungen frei, mit denen der Betrachter die Begriffe „Bewegung“ und „Energie“ assoziiert: ausladende Gestik und heftige Gebärden. Die Gegensätze von flüchtiger Bewegtheit und Starre, von Leichtigkeit und schwergewichtigem Metallguss finden in der expressiv-gestischen, zeichenhaften Bildsprache von Eckhart Dietz scheinbar mühelos ihre Auflösung.

Eckhart Dietz, Ohne Titel, 2009, Eisen, 124 × 49 × 85 cm. Foto: Schimkat Fotodesign, Holger Schimkat.
Eckhart Dietz, Ohne Titel, 2009, Eisen, 155 × 235 × 48 cm. Foto: Schimkat Fotodesign, Holger Schimkat.

Neue und unerwartete Bezüge stellt Eckhart Dietz indes her, wenn er, wie in seinen jüngsten Arbeiten, das Sujet des Tanzes mit dem biblischen Thema der Sintflut oder dem Motiv der törichten Jungfrauen verbindet, einem beliebten Gegenstand gotischer Portalplastik.

Die bildhauerischen Werdegänge im Werk von Eckhart Dietz werden begleitet von unzähligen Zeichnungen. Diese dienen dem Künstler zum einen dazu, sich Formzusammenhängen zu vergewissern und Kompositionsvarianten auszuloten. Zum anderen spürt er darin freien und spontanen Lösungen nach.

Eckhart Dietz, Ohne Titel, 2009, Eisen, 155 × 235 × 48 cm. Foto: Schimkat Fotodesign, Holger Schimkat.

Biografie

Eckhart Dietz wurde am 31. Oktober 1933 in Pfäffingen bei Tübingen geboren. Nach seinem Staatsexamen in Biologie (Beifach) studierte er von 1955 bis 1961 an der Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart unter anderem bei Prof. Otto Baum Bildhauerei. Seit 1962 ist er freischaffender Bildhauer in Schwäbisch Gmünd. Er unterrichtete an mehreren Hochschulen, war Berater der Kunstkommission in Baden-Württemberg und ist Ehrenmitglied des Gmünder Kunstvereins. Zahlreiche Einzel- und Gruppenausstellungen im In- und Ausland begleiten die künstlerische Arbeit von Eckhart Dietz.

Katalog

Zur Ausstellung ist ein Katalog erschienen mit zahlreichen farbigen Abbildungen und Textbeiträgen von Clemens Ottnad und Otfried Schütz (64 Seiten, 18 Euro).

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