Karl Manfred Rennertz.

Karl Manfred Rennertz. Moving woods

4. April – 22. Juni 2003

Karl Manfred Rennertz, Zwei Masken, 2002, Sumpfzypresse feuergeschwärzt, je 165 x 110 x 60 cm. © VG Bild-Kunst 2016.
Karl Manfred Rennertz, Zwei Masken, 2002, Sumpfzypresse feuergeschwärzt, je 165 x 110 x 60 cm. © VG Bild-Kunst 2016.

Überlebensgroße, feuergeschwärzte Figuren, hochstämmige Stelen, Reliefs und Kopfplastiken des Holzbildhauers Karl Manfred Rennertz stehen im Zentrum der Ausstellung "Moving woods". Karl Manfred Rennertz, geb. 1952 in Eschweiler, gehört zu den bedeutendsten Holzbildhauern in Deutschland. In den Jahren 1972–1976 hat er an der Staatlichen Kunstakademie Düsseldorf studiert und war Meisterschüler bei Professor Alfonso Hüppi. Zahlreiche Arbeits- und Studienaufenthalte führten Rennertz nach New York, Neu-Delhi, Zürich, Luxor, Berlin, Basel und Rom, wo Rennertz 1989 Stipendiat der Villa Massimo war. Karl Manfred Rennertz lebt und arbeitet heute in Baden-Baden.

Ein zentrales Thema in Rennertz´ Arbeit ist immer wieder die menschliche Figur, wobei in den letzten Jahren u.a. auch die Darstellung von Köpfen und Kugeln sowie ein architektonisches, antikes Motiv hinzugekommen ist: die Säule. Rennertz´ Ausgangsmaterial ist der Baumstamm als "Naturskulptur". Seine Skulpturen gestaltet er mit der Axt und der Kettensäge. Hierbei arbeitet er jedoch nicht gegen den Holzstamm; für ihn ist der Baumstamm Ausgangsmaterial mit eigener Struktur, auf dessen gewachsenen Organismus er sich in seiner Formfindung einstellt. Charakteristisch für seine Figuren und Körper sind die kantigen, kubischen Formen, die farbig gefassten Holzoberflächen und die an- bzw. abgebrannten Holzkörper.
In seinen Skulpturen setzt er die Farbe so ein, dass die Plastizität und Expressivität der Formen akzentuieret und die Rhythmik der Körper intensiviert wird. Seine gebrannten, tief kannelierte Säulen gewinnen dagegen durch die gleichmäßige, fast homogene Schwärze an Monumentalität, während seine geschwärzten menschlichen Figuren silhouettenhaft erscheinen.

"Moving woods" bezeichnet nicht nur die naturimmanente unablässige Bewegung des Rennertz´schen Arbeitsmaterials Holz selbst, das niemals Ruhende eines letztlich fragilen Stoffes, der wächst, atmet und sich zersetzt und der sich in seiner äußeren und inneren Beschaffenheit verändert. Die Hölzer des Bildhauers gehen vielmehr auch auf Wanderschaft, denn Schwäbisch Gmünd ist die erste Station einer Ausstellungstournee, die in enger Kooperation mit dem Foreign Art Museum in Riga/Lettland (Sommer 2003), dem MKC National Museum of Art in Kaunas/Litauen (Herbst 2003), dem Leopold-Hoesch-Museum in Düren (2004) und der Kunsthalle Erfurt (2005) entsteht. Zweite Ausstellungsstation vor Ort ist in Zusammenarbeit mit der VGW das Gebäude Gmünd tech, Marie-Curie-Straße 19, Schwäbisch Gmünd.

Bestandteil der Ausstellung in der Galerie im Prediger war ferner eine dreitägige Kunstaktion » auf dem Gmünder Marktplatz. In deren Verlauf konnte die Bevölkerung an der Enstehung einer zweiteiligen Reliefarbeit teilhaben, die Karl Manfred Rennertz aus dem Stamm einer monumentalen Eiche fertigte: Die Skulptur "Gmünder Rot" für den Eingang zur Prediger-Galerie und "Gmünder Gold" für das Gebäude Gmünd tech.

Karl Manfred Rennertz, Zwei Masken, 2002, Sumpfzypresse feuergeschwärzt, je 165 x 110 x 60 cm. © VG Bild-Kunst 2016.
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