Erwin Wortelkamp.

Erwin Wortelkamp. Im Gegenüber – Skulpturen und Papierarbeiten

19. März – 15. August 2004

Erwin Wortelkamp. Im Gegenüber – Skulpturen und Papierarbeiten
Erwin Wortelkamp. Im Gegenüber – Skulpturen und Papierarbeiten

Ganz besondere Orangen – "Orangen für Hans von Marées" – stehen in der Galerie im Prediger vom 19.3. bis 15.8.2004 im Mittelpunkt einer von Erwin Wortelkamp speziell für Schwäbisch Gmünd konzipierten Rauminstallation. "Im Gegenüber" stehen 45 Wand- und Bodenarbeiten des renommierten Bildhauers, die sich in ihren farbigen und räumlichen Bezügen zu einem poetischen Ensemble fügen und einen spannungsreichen Dialog eröffnen.
Mit Erwin Wortelkamp (Jahrgang 1938) ist in der Galerie im Prediger ein Künstler zu Gast, dessen facettenreiches und komplexes Werk innerhalb der deutschen Bildhauerei der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts eine bedeutende Stellung einnimmt. Arbeiten des Künstlers waren vielfach Gegenstand großer Einzelpräsentationen im In- und Ausland und wurden in bedeutenden Gruppenausstellungen wie der Dokumenta 6 (1977) gezeigt.
Wortelkamps bildhauerische und malerische Arbeiten suchen den Dialog von Kunst und Natur; die Gmünder Ausstellung macht dies deutlich „Im Gegenüber“ von Skulpturen und Papierarbeiten. Der Naturbezug zeigt sich in erster Linie im Material seiner Skulpturen, das in den letzten Jahren vorwiegend das Holz wurde, dessen natürliche Form und Charakter auch durch die Bearbeitung mit der Axt und Kettensäge, die Akzente setzen, spürbar bleibt. Und er zeigt sich in seinen ganz eigenständig von der Bildhauerei entstandenen Papierarbeiten, die von der Natur, und vor allem von der küstennahen Landschaft um das italienische Bergdorf Acquaviva Picena in den Marken, inspiriert sind, und sich als ganz aus der Farbe entwickeln – wie die "Orangen".
Erwin Wortelkamps "Orangen" sind eine Hommage an den Deutschrömer Hans von Marées (1837–1887) und eine Auseinandersetzung mit dessen Malerei, in der die Orange verschiedentlich als Bildthema auftaucht; beide Künstler verbindet ein künstlerischer Zugang und Umgang mit der Natur und ein Interesse am Plastisch-Skulpturalen. Und so vermitteln Erwin Wortelkamps "Orangen" besonders das Runde und Griffige dieser elementaren Form: In den Papierarbeiten sind die Orangen mal als runde Farbflächen in pulsierenden Rot-, Gelb- und Orangetönen aus dem Bildgrund herausgehoben, mal als kreisrunde Formen auf farbigem Bildgrund aufcollagiert – ein subtiles Wechselspiel von Figur und Grund und von großer malerischer Intensität.
Ergänzt wird die Rauminstallation in der Prediger-Galerie durch zwei Arbeiten im Außenraum und einen großformatigen Prägedruck, der im Barocktreppenhaus im Inneren zu sehen ist. Parallel zur Ausstellung im Prediger sind in Kooperation mit der VGW im Gmünd-tech (Technologiepark Gmünd West) vor und im Gebäude fünf großformatige Skulpturen des Künstlers aufgestellt – Arbeiten, die einen Ausschnitt aus Wortelkamps breitem Spektrum skulpturalen Schaffens spiegeln.

Links
Erwin Wortelkamp: www.im-tal.de
Skulpturengarten im Tal in Hasselbach: "Es ist ein einzigartiges Rückzugsgebiet, zum Verweilen und zum Passieren. Beglückt, wer es erfährt." (Shirin Sojitrawalla) ZEIT-Museumsführer Nr. 145

Erwin Wortelkamp. Im Gegenüber – Skulpturen und Papierarbeiten
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