Rolf Haug.

Rolf Haug. Maler und Bildhauer

1. Juli – 27. November 2005

Rolf Haug. Maler und Bildhauer
Rolf Haug. Maler und Bildhauer

Wie seine Gemälde und Skulpturen nach außen wirken, war dem Maler und Bildhauer Rolf Haug zu sehen verwehrt, denn – er verlor im Zweiten Weltkrieg durch eine schwere Verletzung fast vollständig sein Augenlicht. Dies macht auch plausibel, dass Haug zeitlebens im Stillen gearbeitet und zurückgezogen gelebt hat. Dass Haug dennoch zu den bemerkens- und beachtenswerten Vertretern der süddeutschen Kunstszene gehört, die sich nach dem Zweiten Weltkrieg mit dem Wechselspiel von Figur und Abstraktion auseinandergesetzt haben, ist zum ersten Mal in der Galerie im Prediger zu sehen. Dazu werden gut 50 Skulpturen und Gemälde des Künstlers präsentiert.

Rolf Haug wurde am 7. September 1922 in Schwäbisch Gmünd geboren. Im Krieg, den er als aktiver Soldat u.a. in Frankreich und Russland miterlebte, wurde er verwundet und konnte nach einer schweren Augenverletzung nur noch aus der nächsten Nähe sehen. Über die Freundschaft zum Maler und Bildhauer Fritz von Graevenitz kam Haug zur Kunst. Unbeirrt ging Rolf Haug fortan seinen künstlerischen Weg. Dazu gehörte nicht nur die Hinwendung sowohl zur Malerei als auch zur Skulptur mit den ihnen jeweils ganz eigenen Kriterien und künstlerischen Sondereigenschaften, sondern dazu gehörte auch die Auseinandersetzung mit der europäischen Kunst seiner Zeit sowie den Künstlern aus dem Stuttgarter Raum und seiner unmittelbaren Umgebung. Rolf Haug starb am 20. Dezember 2001 in Schwäbisch Gmünd.

Einzigartig in Haugs Werk ist der Dialog von Malerei und Skulptur, und das Spektrum der Variationen zum Thema der menschlichen Figur. Auch wenn Rolf Haug immer zur selben Zeit gemalt und modelliert hat, haben diese Gattungen in seiner Kunst dennoch nur wenig miteinander zu tun: Während Haugs experimentierfreudige Malerei durch reine und kräftige Farben beeindruckt und rhythmische Kompositionen entwickelt, die sich in der Regel aus der Abstraktion schöpfen, ist demgegenüber seine ganz und gar farblose, stattdessen jedoch formenfreudige Bildhauerei aus Gips, Beton oder Zementguss ganz der menschlichen Figur verpflichtet.

Haugs stilistische Heimat in der Malerei sind die fünfziger und sechziger Jahre – Erinnerungen an das Informel werden wach, aber auch an Maler wie Otto Freundlich und Ernst Wilhelm Nay. In der Bildhauerei inspirierten ihn die biomorph abstrahierten Skulpturen von Henry Moore und Hans Arp ebenso wie die kantigen Figurenblöcke von Fritz Wotruba. Sein vielleicht wichtigstes Vorbild in Malerei wie in der Skulptur aber war sicher Max Bill, insbesondere bezogen auf die Reinheit und die systematische Komposition der Farben, und auf die formale Strenge der sog. Einflächenplastiken.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog (12,50 Euro).

Rolf Haug. Maler und Bildhauer
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