Charlotte Eschenlohr und Maureen Jeram.

Nature on my Mind

23. September – 26. November 2023

Installationsansicht "Nature on my Mind". © Museum im Prediger, Foto: Joachim Haller
Installationsansicht "Nature on my Mind". © Museum im Prediger, Foto: Joachim Haller

Die äußere Natur beeinflusst und prägt immer auch die innere, psychische Natur des Menschen – und umgekehrt. Insofern ist die Bestimmung dessen, was wir uns als Natur vorstellen, immer relativ und gewinnt Prägnanz im Diskursiven. In „Nature on my Mind“ stellen Charlotte Eschenlohr und Maureen Jeram einen solchen Diskurs her. In einem gemeinsam entwickelten, auf den Ausstellungsraum bezogenen Konzept entsteht ein begehbares Gesamtkunstwerk, das die Besucherinnen und Besucher eintauchen lässt in einem Raum voller Überraschungen und Geheimnisse.

Installationsansicht "Nature on my Mind". © Museum im Prediger, Foto: Joachim Haller
Charlotte Eschenlohr / Maureen Jeram, Hedonistic Honey Bee, 2023, Mixed Media auf Leinwand, 200 × 400 cm. © Künstlerinnen, Foto: Florian Hubalek.
Charlotte Eschenlohr / Maureen Jeram, Hedonistic Honey Bee, 2023, Mixed Media auf Leinwand, 200 × 400 cm. © Künstlerinnen, Foto: Florian Hubalek.

Die Ausstellung gleicht einer sensitiven Reise. Ausgangspunkt und Zentrum bilden zwei von beiden Künstlerinnen speziell für die Schau geschaffene Gemeinschaftswerke. In der Inszenierung mit weiteren Bildern, mit Mirror Acrylics, mit transparenten, raumgliedernden Stoffdrucken und der Bodenarbeit „Flower Field“ visualisieren sich Seelenlandschaften und Stimmungen zu einem Kaleidoskop von Natur als Energie immerwährenden Werdens und Vergehens.

Charlotte Eschenlohr / Maureen Jeram, Hedonistic Honey Bee, 2023, Mixed Media auf Leinwand, 200 × 400 cm. © Künstlerinnen, Foto: Florian Hubalek.

Den Auftakt in den Ausstellungsparcours gestaltet die Installation „The cave“. Darin gruppieren sich mittel- und großformatige Werke in Öl von Maureen Jeram zu einem Raum intensiver innerer Inspektion. Die Gemälde zeigen stille, unbewegliche, in ihre eigenen Gedanken versunkene Figuren, die in ihrer eigenen Höhle gefangen scheinen. Ihr verhaltenes, in sich gekehrtes Agieren vermittelt ein Gefühl der Einsamkeit. Die Figuren stehen an der Schwelle zu ihrem eigenen Erwachen, um ihr persönliches Gefängnis, die „Höhle ihres Geistes“ (Maureen Jeram), zu überwinden.

Installationsansicht "Nature on my Mind". © Museum im Prediger, Foto: Joachim Haller
Installationsansicht "Nature on my Mind". © Museum im Prediger, Foto: Joachim Haller

Mit dem Verlassen der Höhle tritt der Besucher ein in eine andere, gegenläufige Realität – eine Welt voller Farben, Texturen und Blumen, gestaltet von Charlotte Eschenlohr. Im Mittelpunkt steht die ortsspezifische, in dieser Form noch nie realisiert Bodenarbeit „Flower Field“: ein inszeniertes, vier Mal sechs Meter messendes Stück grüne Natur mit fünfzehnhundert blühenden, dicht an dicht stehenden Kunstnelken. Charlotte Eschenlohr bemerkt dazu: „Meine Blumen symbolisieren die Kraft der Gewaltlosigkeit, in Verbindung mit Werten der Humanität und Ökologie“. Flankiert wird die „Flower Field“-Installation von weiteren Arbeiten Charlotte Eschenlohrs – von transparenten, mit Motiven aus der Ausstellung bedruckten Stoffbahnen, sowie mit den Raum spiegelnden Acrylgläsern, die Inskriptionen zum Ausstellungsthema enthalten. Zusammen mit eigenständigen Gemälden der beiden Künstlerinnen entsteht eine physisch durchschreitbare, imaginäre Landschaft.

Installationsansicht "Nature on my Mind". © Museum im Prediger, Foto: Joachim Haller
Charlotte Eschenlohr / Maureen Jeram, Swanlake, 2023, Mixed media auf Leinwand, 200 × 400 cm. © Künstlerinnen, Foto: Florian Hubalek.
Charlotte Eschenlohr / Maureen Jeram, Swanlake, 2023, Mixed media auf Leinwand, 200 × 400 cm. © Künstlerinnen, Foto: Florian Hubalek.

Die Ausstellung kulminiert in den beiden von den Künstlerinnen eigens geschaffenen Gemeinschaftswerken Swanlake und Hedonistic Honey Bee. Im Spiel mit assoziativ aufgeladenen Symbolen, mit Naturabbreviationen sowie mit Wort- und Satzfragmenten kristallisiert sich, dass sich das, was Natur ist und sein wird, in unserer Haltung ihr gegenüber und unseren Vorstellungen von ihr mitentscheidet – Nature on my Mind.

Charlotte Eschenlohr / Maureen Jeram, Swanlake, 2023, Mixed media auf Leinwand, 200 × 400 cm. © Künstlerinnen, Foto: Florian Hubalek.

Vita Charlotte Eschenlohr

Charlotte Eschenlohr, geboren in München, studierte zunächst Betriebswirtschaftslehre, promovierte darin, war in der Vermögensverwaltung, Unternehmensberatung und Wirtschaftsprüfung tätig, ehe sie radikal das Fachgebiet wechselte. Seit 2004 arbeitet sie ausschließlich an Ihrer Kunst. Das Kunststudium führte sie von 2004 bis 2008 an die von Oskar Kokoschka gegründete Internationale Sommerakademie Salzburg. Von 2007 bis 2008 studierte sie an der Kunstakademie Bad Reichenhall bei Markus Lüpertz. Seit 2006 Zusammenarbeit mit Maureen Jeram. In den Jahren 2004 bis 2012 unterhielt sie ein Atelier in New York. 2014 kam ein Atelier in Peking dazu. Seit 2009 besteht das CES Art Studio München. Arbeiten der Künstlerin sind in privaten und öffentlichen Sammlungen vertreten und wurden national und international in zahlreichen Ausstellungen und auf Messen präsentiert. Aktuell arbeitet Charlotte Eschenlohr in München und Peking.

Vita Maureen Jeram

Maureen Jeram wurde in Albany, New York, geboren. 1993 schloss sie ihren Bachelor of Fine Arts in Malerei an der Rhode Island School of Design in Providence Rhode Island ab. Das Studium der Malerei der Renaissance führte sie nach Italien. 1998 erhielt sie ein Fulbright-Stipendium für ein Projekt über zeitgenössische Fresken in Florenz. Im Jahr 2000 zog sie nach Berlin, wo sie von 2001 bis 2003 an der Hochschule der Künste bei Georg Baselitz studierte. Werke von Maureen Jeram wurden in Europa und den USA vielfach ausgestellt. 2022 war sie Teilnehmerin an der Ausstellung „The Last Unicorn. Das Einhorn im Spiegel der Popkultur“ im Museum im Prediger. Maureen Jeram lebt und arbeitet in Berlin.

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